Suspendierter Fußballer folgt seinem Onkel zu einem neuen Verein

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Ein Castrop-Rauxeler Fußballer ist von seinem Trainer aus disziplinarischen Gründen suspendiert worden, meldet sich bei dem Verein ab und folgt dem Weg seines Onkels zum neuen Klub.

Castrop-Rauxel

, 13.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aufregende Wochen für einen jungen Fußballer aus Castrop-Rauxel, der unter anderem bei Westfalia Herne ausgebildet wurde: Im Verein läuft es nicht für ihn, der Spieler wird vom Trainer suspendiert, meldet sich von der Mannschaft ab und folgt seinem Onkel zum neuen Verein, für den er nach Möglichkeit nach der Corona-Unterbrechung schon eingesetzt werden soll.

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Die Rede ist von Timmo Kantarci. Der 20-Jährige ging in dieser Spielzeit in sein zweites Jahr bei den Senioren von Eintracht Ickern - dieses Kapitel ist aber bereits beendet. Wenn der Ball nach der Corona-bedingten Saisonunterbrechung wieder rollen wird, soll Kantarci für Arminia Ickern auflaufen.

Timmo Kantarci (r.) verlässt seinen Verein.

Timmo Kantarci (r.) verlässt seinen Verein. © Volker Engel

In trockenen Tüchern ist der Wechsel noch nicht, wie Arminia-Trainer Kim Weber unterstreicht: „Das ist abhängig davon, ob es ein Winter-Transferfenster geben wird und welchen Preis Eintracht dann aufrufen wird.“

„Wir werden uns schon einig“

Die Wahrscheinlichkeit, dass Kantarci demnächst das Trikot der Eintracht gegen das der Arminia tauscht, ist aber sehr hoch. Denn Erkan Gül, Coach der Eintracht, will seinem ehemaligen Schützling keine Steine in den Weg legen: „Wir werden uns da schon einig, davon bin ich überzeugt.“

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Zufrieden ist der mit dem 20-Jährigen aber nicht immer gewesen: „Timmo ist noch sehr jung, hat viele Flausen im Kopf. Bei uns hat es am Ende nicht mehr gepasst, weil er regelmäßig zu spät kam oder seine Leistung nicht abrief.“ Die Folge: Kantarci wurde am Ende sogar aus disziplinarischen Gründen suspendiert. „Dass einer aus der Reihe tanzt, das kann ich vor der Mannschaft nicht vertreten“, begründet Gül.

Ein Beinbruch ist der Verlust für die Eintracht also nicht, Gül ärgert sich dennoch: „Es ist schade, weil wir einen guten Spieler mit viel Potenzial verlieren.“

„Er hat da öfter auf den Deckel bekommen“

Timmo Kantarci wird demnach den gleichen Weg gehen, den sein Onkel Fatih vor der Saison ging - auch er wechselte von der Eintracht zur Arminia. Hatte er nun seine Finger im Spiel und den Neffen zu sich gelotst? „Nein, ich hatte eine super Zeit bei der Eintracht, deshalb kam es für mich nicht infrage, irgendwen mit zur Arminia zu nehmen“, sagt der heutige Kapitän Arminias.

Fatih Kantarci begrüßt seinen Neffen in seinem neuen Klub.

Fatih Kantarci begrüßt seinen Neffen in seinem neuen Klub. © Marcel Witte

Dass sich sein Neffe bei Eintracht Ickern aber nicht mehr wohlfühlte, darüber wusste Fatih Kantarci Bescheid: „Er hat da öfter auf den Deckel bekommen, das ist natürlich nicht leicht für einen jungen Spieler. Ich weiß auch, dass es intern Probleme gab, beispielsweise auch weil Timmo nicht immer pünktlich war.“

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Das Kapitel Eintracht Ickern scheint für den jungen Flügelspieler nun beendet - abgemeldet ist er bereits. „Er hätte auch schon bei uns mittrainiert, aber da hat Corona nun dazwischen gegrätscht“, erzählt Arminia-Coach Weber, der sich auf den variabel einsetzbaren Offensivmann freut: „Er hat eine sehr gute Technik, ist stark am Ball.“

Auch Fatih Kantarci weiß um die Stärken seines Neffen: „Er ist sehr ballsicher und spielt ziemlich frech auf dem Platz.“ Und die Schwierigkeiten mit der Disziplin, da ist sich Kantarci sicher, wird der 20-Jährige ablegen: „Timmo ist jemand, der sich in einer Mannschaft wohlfühlen muss und eine Stütze braucht. Da ist er bei mir sehr gut aufgehoben.“

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