Sportler sollten sich "nicht der Gewalt beugen"

Reaktionen auf die Terroranschläge in Paris

Die Weltöffentlichkeit steht in diesen Tagen unter den Eindrücken der Terroranschläge in Paris. Der Deutsche Fußball Bund (DFB) und der Westfälische Fußball- und Leichtathletik Verband (FLVW) haben für das Wochenende keine Schweigeminuten empfohlen. Diese gab es durchaus auf den heimischen Plätzen.

CASTROP-RAUXEL

, 16.11.2015, 11:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sportler sollten sich "nicht der Gewalt beugen"

Die Spieler des FC Frohlinde liefen bei ihrem Spiel gegen die SpVg Herten mit Trauerflor auf.

Reinhold Spohn, der Vorsitzende des Fußballkreises Herne und Vorsitzender des Verbandsspielausschusses, berichtet: "Es hat da keine offizielle Anweisung des DFB gegeben, die wir weitergeben sollten. Es steht aber natürlich allen Mannschaften frei, Schweigeminuten abzuhalten oder Trauerflor zu tragen."

Spohn sieht die Europameisterschaft 2016 in Frankreich durch die Anschlags-Serie nicht gefährdet. Er sagt: "Ich denke, wir Sportler sollten da den Terroristen die Stirn bieten und uns nicht der Gewalt beugen." Womöglich könnte es ein Mehr an Polizei-und Militär-Aufkommen in den Stadien geben. Spohn: "Ich weiß aber nicht, wie man in Frankreich darüber denkt."

Robert Mathis, der Leiter der Sparte Fußball im Stadtsportverband Castrop-Rauxel, will sich die EM-Vorfreude nicht nehmen lassen. Er sagt: "Vor Anschlägen wird man in Zukunft nicht gefeit sein, aber die Freude am Sport sollte nicht darunter leiden."

Peter Wach, Geschäftsführer des Fußball-Bezirksligisten Spvg Schwerin, sieht die Europameisterschaft in Frankreich ebenfalls nicht gefährdet: "Für mich stellt sich die Frage nicht, das Turnier z.B. an ein anderes Gastgeber-Land zu geben. Das kann leider auch in anderen Ländern passieren." Vorbereiten könne sich letztlich niemand auf solche Anschläge, so Wach. Frankreich habe jetzt zwar zweimal diese schlechte Erfahrung gemacht, "aber wie kann man sich auf so etwas vorbereiten."

Jörg Wunsch, Sportlicher Leiter des FC Frohlinde: "Ich habe gehört, dass das Sicherheitskonzept für solch eine Großveranstaltung wie die EM, schon über ein Jahr in der Planung ist. Das wird nach diesem Vorfall in einer ganz anderen Dimension aufgearbeitet werden."

Andreas Pelzing, Staffel-Leiter aus Castrop-Rauxel: "Meiner Meinung nach sollte und wird die Europameisterschaft stattfinden. Dennoch wird ein ungutes Gefühl bleiben."

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