Sportplatz-Vision für Habinghorst: Kravanja kündigt weitere Gespräche mit beiden Clubs an

Kraftwerksfläche

Die Stadt verfolgt weiter die Vision einer neuen Bezirkssportanlage auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände an der B235. Jetzt erläuterte Bürgermeister Rajko Kravanja die Hintergründe.

Habinghorst

, 24.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Sportplatz-Vision für Habinghorst: Kravanja kündigt weitere Gespräche mit beiden Clubs an

Seit Mai 2018 ist der Sport in Castrop-Rauxel Chefsache und liegt in den Händen von Bürgermeister Rajko Kravanja. © Jens Lukas

Heiko Dobrindt hatte bei der Jahresversammlung 2017 des Stadtsportverbandes im Ratssaal den Stein ins Rollen gebracht: Der damalige Technische Beigeordnete der Stadt berichtete von dem Modell einer Bezirkssportanlage, die auf der Fläche des ehemaligen Kraftwerks Rauxel (B235/Klöcknerstraße) entstehen soll.

Diese Sportanlage solle jene des VfB Habinghorst an der Recklinghauser Straße überflüssig machen, erläuterte Dobrindt damals. Und auch die Victoria Habinghorst, deren Naturrasenplatz ebenfalls marode ist, könnte hier beheimatet werden.

Kravanja: „Wir müssen schauen, was möglich ist“

Bürgermeister Rajko Karavanja sagte am Montagabend in einer Online-Sprechstunde auf Facebook: „Dem Eindruck, dass ein Verein im Stadtgebiet benachteiligt wird, will ich entgegentreten. Wir haben alles im Blick. Wir müssen aber schauen, was möglich ist.“

Sportplatz-Vision für Habinghorst: Kravanja kündigt weitere Gespräche mit beiden Clubs an

Im Herbst 2016 wurde das Gelände des ehemaligen Kraftwerks Rauxel in Habinghorst für Flüchtlingsunterkünfte genutzt. Jetzt würde die Stadt hier gern einen Sportplatz bauen. © Jens Lukas

Zur Situation des VfB und von Victoria sagte Kravanja: „Bei Victoria Habinghorst ist es so, dass uns der Platz nicht gehört, sondern den Rütgers-Werken. Daher können wir hier nicht bauen.“

Kunstrasen-Neubau hätte auch Schallschutz-Bau zur Folge

Beim VfB in der Kampfbahn Habichthorst gebe es ein anderes Problem: Bei einer Umstellung von Rasen auf Kunstrasen müsse man die besonderen Aspekte der Bauordnung bei einem Neubau einhalten. Kravanja: „Dazu gehört auch der Schallschutz. Das wird dann aber sehr, sehr teuer.“

Deshalb habe die Politik vor einigen Jahren diese Lösung zu den Akten gelegt. „Deswegen sind wir in Gesprächen mit dem VfB und Victoria für eine gemeinsame Lösung“, so Kravanja in seiner öffentlichen Sprechstunde im Internet.

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Die Kampfbahn Habinghorst, in der der VfB Habinghorst beheimatet ist, verfügt über einen Rasen, der sehr uneben ist. © Jens Lukas

Gummi-Granulat-Verbot? Vieles noch unklar

Seit Mai 2018 ist der Sport in Castrop-Rauxel Chefsache und liegt in den Händen von Bürgermeister Kravanja. Deshalb muss sich das Stadt-Oberhaupt aktuell auch mit dem drohenden EU-Verbot von Gummi-Granulat auf Kunstrasenplätzen beschäftigen. Dazu sagte Kravanja in der Sprechstunde: „Ich bin im Thema - nicht erst seit gestern.“

Das städtische Sportamt habe bereits mit den Sportplatz-Herstellern gesprochen. Denn deren Aufgabe sei ja unter anderem die Sanierung der Plätze. Kravanja: „Das Problem ist, dass noch keiner Erfahrungen hat. Wir fragen uns: Wie geht es eigentlich weiter und was sind unsere Möglichkeiten?“

Auch Grenzwerte seien nicht bekannt. „Alle sind momentan fürchterlich aufgeregt“, meint Rajko Kravanja, „die Unternehmen sind weiterhin interessiert, ihre Kunstrasen zu verkaufen. Daher sind sie auch bemüht, Alternativen und Lösungen zu bieten.“

Sportplatz-Vision für Habinghorst: Kravanja kündigt weitere Gespräche mit beiden Clubs an

Im Hochsommer schaffen es die Verantwortlichen von Victoria Habinghorst kaum, den Platz am Gänsebusch grün zu halten. © Jens Lukas

Kravanja sagte in Bezug auf die Erin-Kampfbahn in Obercastrop, die im September mit Gummi-Granulat renoviert werden sollte*, dass man derzeit auch hier Alternativen zum Gummi prüfe.

* In einer vorherigen Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass Kravanja gesagt habe „Das wird so durchgezogen.“ Dieses Zitat war ein Missverständnis. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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