Coronavirus: Sportverbände drücken auf den Knopf für Selbst-Abschaltung

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Wegen der sich wieder verschärfenden Corona-Pandemie verordnen sich einige Sportarten selbst einen Lockdown. Unser Autor hat dazu seine Meinung, nimmt aber auch einen Perspektiv-Wechsel vor.

Castrop-Rauxel

, 26.10.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach und nach verordnen die Verantwortlichen der Hallensportarten dieser Tage ihren Aktiven einen Corona-Lockdown. Basketball, Handball, Korfball (in der Regionalliga, Oberliga, A-Jugend) und Tischtennis wird bis zum Jahresbeginn 2021 wegen der wieder stark aufkeimenden Corona-Pandemie nicht mehr gespielt.

Die Entscheidung ist nachvollziehbar, da die Sportler und zum Teil auch die Zuschauer unter dem Hallendach die gleiche Luft atmen – und dieser auch nicht entgehen können. Da ist das Risiko, dass aus einem Handball-Kreisliga-Spiel ein Superspreader-Event wird, nicht auszuschließen.

Anders ist es beim Freiluftsport: Prominentes Beispiel ist der Fußball. Da ist die Gefahr, dass ein unwissend infizierter Kicker alle weiteren 21 Sportler ansteckt, bei Weitem nicht so groß wie im geschlossenen Hallenraum. Dennoch sind die Rufe nicht leise, die auch im Fußball eine Saisonpause oder einen -abbruch fordern. Meiner Meinung nach ist dieser im Sinne der Teams nicht nötig.

Anders verhält es sich mit einem Perspektivwechsel. Denn: Ein privat erkrankter Sportler bringt derzeit stets den Restzweifel, dass in seiner Mannschaft jemand infiziert sein könnte. Wenn dann eine Team-Quarantäne ausgesprochen wird, sind die Kameraden des Erkrankten in vielen Bereichen ihres Lebens – wie etwa im Beruf – in Erklärungsnot. „Wie konnte es soweit kommen?“ Unter dem Aspekt ist die traurige Wahrheit: Der Mannschafts-Sport im Freien wird bald von Corona erstickt.

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