Sportwart des Stadtsportverbandes geht wegen Corona-Maßnahmen auf Konfrontationskurs zum Land NRW

rnTennis

Die heimische Tennis-Szene drängt auf Öffnung ihrer Hallen. In elf Bundesländern ist Tennis als Individualsport schließlich trotz Corona-Lockdown gestattet. Dennoch brauche es klare Grenzen, sagt SSV-Sportwart Ulrich Viefhaus.

Castrop-Rauxel

, 15.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tennisspieler in Castrop-Rauxel sind derzeit aus ihren Hallen ausgeschlossen. Wie in ganz NRW. In elf anderen Bundesländern – am Freitag (13. November) hat Bayern den Sport in allen Hallen untersagt – darf hingegen Tennis unter dem Hallendach gespielt werden. „Es ist ein Problem, dass es keine bundes-einheitliche Regelung gibt“, sagt Ulrich Viefhaus, Sportwart des Castrop-Rauxeler Stadtsportverbandes (SSV) und Vorsitzender des TC GW Frohlinde. „Die Landesverbände haben unterschiedlich auf den Beschluss der Bundesregierung für den November reagiert.“

Am Donnerstag (12. November) hatte sich Ulrich Klaus, Präsident des Deutschen Tennisbundes (DTB), in einem Offenen Brief an Karl-Josef Laumann (NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales) gewandt. Darin heißt es: „Es ist schwer nachvollziehbar, warum ein und dieselbe Sportart basierend auf derselben Grundlage so unterschiedlich behandelt wird.“

300.00 Sportler warten auf Hallenöffnungen

Auch die Präsidenten der Tennisverbände Westfalen (WTV), Niederrhein und Mittelrhein wandten sich in einem gemeinsamen Brief an Laumann. Darin betonen sie, dass Tennis ein Individualsport sei, bei dem sich Mindestabstände problemlos einhalten ließen. Sie appellieren an den Minister, die 300.000 Tennisspielern in NRW wieder in die Hallen zu lassen.

Ulrich Viefhaus, SSV-Sportwart und Vorsitzender des TC GW Frohlinde, plädiert für die Öffnung der Tennishallen. Gleichzeitig zieht er eine klare Grenze, was das Geschehen unter dem Hallendach angeht.

Ulrich Viefhaus, SSV-Sportwart und Vorsitzender des TC GW Frohlinde, plädiert für die Öffnung der Tennishallen. Gleichzeitig zieht er eine klare Grenze, was das Geschehen unter dem Hallendach angeht. © WTV

Dieser Argumentation schließt sich Viefhaus an. „Ich bin natürlich dafür, aber nur unter Einhaltung strengster Regeln“, sagt der Frohlinder Funktionär. Auf jeder Seite ein Spieler, zudem sei ein Trainer auf Höhe des Netzes zusätzlich denkbar. Ebenso möglich ist das Spielen von Doppeln, sofern die Duos jeweils aus dem selben Haushalt stammen. An diesem Punkt zieht Viefhaus aber eine rote Linie: „Darüber hinaus würde ich nichts akzeptieren“, sagt er. „Umkleiden und Duschen müssen geschlossen bleiben, Begegnungen rund um die Tennishallen vermieden werden.“

Auch Kindern soll Tennis ermöglicht werden

Beim Thema Tennishallen sollen auf keinen Fall die jungen Sportler vergessen werden. „Wie Kitas und Schulen sollte auch der Tennissport für Kinder offen gehalten werden“, sagt Viefhaus, „damit Kinder und Jugendliche eine sinnvolle Beschäftigung und einen Ausgleich zum Schulalltag haben.“

Jetzt lesen

Zwiespältig sieht er indes die Pläne des Westfälischen Tennisverbandes, die Hallensaison im Dezember starten zu lassen. Alle November-Partien sind bereits ersatzlos gestrichen, Auf- und Abstiege werden ausgesetzt. Mannschaften können ohne Konsequenzen ihre Meldung zurückziehen.

Viefhaus selbst ist mit Frohlindes Herren 65 in der Ruhr-Lippe-Liga gemeldet. „Es gibt da nur vier Mannschaften und durch den November fallen zwei Spiele weg“, erklärt Viefhaus. „Für das eine noch verbliebene Spiel im Februar den Wettbewerb zu starten, macht überhaupt keinen Sinn.“

Anders sehe es in Staffeln aus, die mit sieben oder acht Mannschaften breiter aufgestellt sind. „Wenn da erst eine Partie ausgefallen ist, kann eine Saison Sinn machen“, so Viefhaus. „Aber dafür müssen sich erst die Voraussetzungen ändern. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen muss zunächst mal deutlich zurück gehen.“

TuS-Geschäftsführer Heiko Sobbe am Kattenstätter Busch: Der TuS Ickern hält seine Außenplätze vorerst geöffnet.

TuS-Geschäftsführer Heiko Sobbe am Kattenstätter Busch: Der TuS Ickern hält seine Außenplätze vorerst geöffnet. © Christian Püls

Das sieht man am Kattenstäter Busch ähnlich. Der TuS Ickern stellt mit je einem Herren- und einem Damen-Team in der Westfalenliga die klassenhöchsten Vertreter aus Castrop-Rauxel. „Ob die Saison anläuft, wird der WTV erst dann entscheiden, wenn die Landesregierung mitteilt, wie sich der Dezember darstellt“, erklärt TuS-Geschäftsführer Heiko Sobbe. „Ich habe aber Stimmen gehört die sagen, wir könnten froh sein, wenn wir im Dezember wieder in der Halle trainieren dürfen. So sehe ich das auch.“

Jetzt lesen

Der TuS Ickern hält seine Außenplätze vorerst weiterhin geöffnet, um Tennisspielern die Möglichkeit zu bieten, dort ihrem Sport nachzugehen – zumindest bis zum Einbruch der Dunkelheit. „Am Wochenende, bei gutem Wetter, wird das sehr gut angenommen“, sagt Sobbe. „Wir bekommen auch Anfragen von befreundeten Vereinen, ob sie hier Einzel spielen dürfen.“

Auch beim TB Rauxel sind zwei von vier Außenplätzen geöffnet. „Wenn das Wetter gut bleibt, halten wir sie voraussichtlich bis Ende November offen“, erklärt TBR-Sportwart Michael Sonntag. Der RV Rauxel hat mittlerweile alle Außenplätze wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Die Tennisanlagen von TC GW Frohlinde und TC Castrop 06 sind derzeit komplett dicht.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt