Susanne Wessel holt zwei Mal Gold im Poolbillard

Poolbillard: Europameisterschaften

Zwei Gold-Medaillen und eine silberne noch oben drauf. Die Castrop-Rauxelerin Susanne Wessel kam überaus erfolgreich von den Poolbillard-Senioren-Europameisterschaften im niederländischen Leende zurück. Im Interview spricht die erfolgreiche Poolbillard-Spielerin über die Europameisterschaften.

CASTROP-RAUXEL

30.08.2017, 15:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Susanne Wessel holt zwei Mal Gold im Poolbillard

Die Castrop-Rauxelerin Susanne Wessel hat von der Senioren-EM in den Niederlanden drei Medaillen mitgebracht. Im Interview berichtet sie davon, dass sie ein Turnier mit Höhen und Tiefen erlebt hat.

Frau Wessel, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu den drei Medaillen. Können Sie grob zusammenfassen, was Sie in den Niederlanden erlebt haben? Es war natürlich ein sehr erfolgreiches Turnier mit den Goldmedaillen im Teamwettbewerb und im 8-Ball. Dazu kam noch Silber im Neun-Ball. Dabei lief es ja am Anfang überhaupt nicht gut.

Warum? Was war passiert? In der ersten Disziplin, im 10-Ball, kam ich überhaupt nicht zurecht, weil ich mich an den Tischen nicht wohlgefühlt hatte. Zum Viertelfinaleinzug hat es über die Qualifikation nicht mehr gereicht. Die Partien waren aber alle sehr knapp. Da fragt man sich natürlich schon, was man jetzt macht.

Wie sind Sie dann mit der Situation umgegangen? Ich bin alleine in einen kleinen Ort 30 Kilometer entfernt gefahren. Dort steht das House of Billard, in dem ich drei Stunden für mich gespielt habe. Das hat zum Glück funktioniert.

Aber trotz langjähriger Billard-Erfahrung kann man bei einem nicht optimalen Start schnell ins Grübeln geraten. Wird man da schnell nervös? Na klar. Es ist dann eine Mischung aus Nervosität, man wird sauer und auch ein wenig traurig. Ich war schon mit gemischten Gefühlen angereist. Zuletzt habe ich in Vollzeit gearbeitet und mich viel um meinen Sohn Alexander gekümmert. Meine Konkurrentinnen hatten viel mehr Trainingszeit.

Umso beachtlicher ist daher Ihr Erfolg… Auf das Erreichte bin ich wirklich super stolz. Nach der Deutschen Meisterschaft im November 2016 hatte ich fast neun Monate kein Billard gespielt. Ich brauchte einfach nach 20 Jahren einmal diese Pause. Besonders gefreut habe ich mich über den Titel in der Mannschaft.

Mit welchen Gedanken waren Sie zur EM gereist? Ich habe mich gefragt: Was haben die anderen in der Zwischenzeit gemacht? Es kommen ja auch immer wieder jüngere Spielerinnen nach.

Wie waren die Bedingungen vor Ort? Es war ein relativ kleines Hotel. Nicht alle Tische haben in den großen Saal gepasst. Draußen ist ein Zelt aufgebaut worden, in dem auch gespielt wurde. Während der EM hat es fast durchgehend geregnet. Die Feuchtigkeit ging auch in die Tische, die Kugeln werden langsamer. Alles in allem war das schon gewöhnungsbedürftig.

Gibt es dann eine Möglichkeit, auf die Bedingungen zu reagieren? Vor Ort habe ich mir zum ersten Mal einen Billard-Handschuh gekauft. Eigentlich habe ich nie Probleme mit schwitzigen Fingern, diesmal schon. Anschließend lief es dann wesentlich besser.

Wie geht es für Sie im Verein weiter? Nach der Auflösung des PBC Castrop musste ich den Verein wechseln. Beim BV Pool 2000 Herne spiele ich in einer Mannschaft, die überwiegend aus Damen besteht. Mein siebenjähriger Sohn wird in Herne eine neue Sportart ausprobieren, obwohl er kaum über den Tisch gucken kann. Das ist eine gute Abwechslung zum Fußball.

Welche Turniere stehen noch in diesem Jahr in Ihrem Kalender? Anfang November geht es wieder zur Deutschen Meisterschaft nach Bad Wildungen. Da heißt es für mich, den Titel im 8-Ball zu verteidigen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt