Adam Barnes machte Karriere in Frohlinde statt Tennisprofi zu werden

rnWas macht eigentlich...?

Fast 20 Jahre waren Adam Barnes und TC GW Frohlinde untrennbar miteinander verbunden. Doch auch mit 43 Jahren will der australische Tennisspieler seine Klasse nochmal unter Beweis stellen.

Castrop-Rauxel

, 05.06.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Adam Barnes sitzt am Gardasee. Doch viel Zeit hat er nicht, um das fantastische Panorama aus blauem Wasser und spitzen Bergen zu genießen. „Das ist Arbeit hier. Fünf Stunden am Tag trainiere ich die Teilnehmer“, sagt der 43-jährige Australier, der ein Saisonvorbereitungscamp leitet. Über Pfingsten geht es weiter zu einem Trainingslager in die Niederlanden.

Seine Trainerdienste für einen Verein bietet Barnes inzwischen beim Huckarder TC 77 an. Dort hat er 2017 nach dem Ende beim TC GW Frohlinde eine neue sportliche Heimat gefunden. Der Trainerjob habe den Ausschlag gegeben. Zuvor war es in Frohlinde zu Unstimmigkeiten gekommen, was das Training anging.

Adam Barnes war immer da, seine Teamkollegen nicht

Für Huckarde spielte Barnes im Winter zunächst bei den Herren 40 in der Westfalenliga. Sein Team wurde Zweiter, direkt vor dem RV Rauxel um Sebastian Freund. Im Sommer 2018 schlug der Australier dann für Huckardes Herren 30 in der Ruhr-Lippe-Liga auf. „Das ist schon etwas komisch“, so Barnes damals über die für ihn ungewohnte Liga, „zu den Partien sind manche Spieler im Urlaub. Ich war in 20 Jahren immer da, zumindest im Sommer.“

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Mit dem Plan, Tennis-Profi zu werden, kam er 1997 aus dem australischen Sydney nach Europa. Doch nach 18 Monaten und zahlreichen Turnieren musste er sich eingestehen, dass sein Traum geplatzt war. „Ich hätte es maximal auf einen Platz zwischen 400 und 500 in der Weltrangliste geschafft“, so Barnes. Das hätte aber nicht gereicht, um genug Geld zu verdienen. 1998 kam der Australier über Stuttgart ins beschauliche Frohlinde. Dort schwang er sich bald zum Topspieler der Herren-Mannschaft auf.

Adam Barnes machte Karriere in Frohlinde statt Tennisprofi zu werden

Ein Bild aus früheren Tagen: Bereits im Jahr 2001 schlug Adam Barnes für den TC GW Frohlinde auf. © Goldhahn

Hatte Barnes in Australien noch eine Lehre zum Kraftfahrzeugmechaniker gemacht, verdiente er in Frohlinde bald sein Geld als Tennistrainer - und trat damit in die Fußstapfen von Vater Wayne. Der hatte Adam bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Filzball bekannt gemacht. Mit 13 Jahren legte Adam Barnes das Racket jedoch erst mal zur Seite.

Erst mit 18 trainierte er dann wieder regelmäßig. Auch wenn sich der Australier, den Profitraum nie erfüllen konnte, blieb er sportlich ehrgeizig. Mit über 30 Jahren gelang Barnes der Sprung in die 2. Bundesliga Nord. Dort war er für Westfalia Dortmunds Herren 30 am Ball. Doch das Knie machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Adam Barnes stieg beim TC GW Frohlinde auf, dann zweimal ab

So ging es zurück an die Merklinder Straße. Im Sommer 2015 stieg Adams Barnes mit Frohlinde noch mal in die Westfalenliga auf. Doch da konnte sich der TC GW - trotz Unterstützung durch den Belgier Yuri Soberon an Position eins - nicht halten. Es folgte der Abstieg in die Verbands-, im Jahr darauf in die Ruhr-Lippe-Liga.

2017 dann der Wechsel zum nur sechs Kilometer entfernten Huckarder TC. Barnes‘ ehemaliges Frohlinder Team fiel nach einer Saison in der Ruhr-Lippe-Liga auseinander.

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Nun will es Adam Barnes noch mal wissen. Als Spieler steht er in diesem Sommer im Dienst von Eintracht Dortmund. Mit Eintrachts Herren 30 spielt er in der Regionalliga. Das dürfte tatsächlich eher seine Klasse sein.

Längst hat Barnes auch persönlich im Ruhrgebiet Fuß gefasst. Seit 1999 ist er mit Ehefrau Andrea verheiratet. Beide lernten sich bei „Castrop kocht über“ kennen. Der gemeinsame Sohn Noah spielt beim Huckarder TC im U10-Team. Und tritt somit vielleicht in die sportlichen Fußstapfen seines Vaters.

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