Tennis: TuS Ickern ist stolz auf die Jugendarbeit

Jugend-Team der Woche

Großes leisteten die U18-Tennis-Juniorinnen des TuS Ickern am vergangenen Wochenende. Mit der Titelverteidigung bei der Westfalenmeisterschaft hatten selbst die Verantwortlichen des Klubs nicht gerechnet. Auf unser Jugend-Team der Woche hätte der Abteilungs-Geschäftsführer Heiko Sobbe „keinen Euro gesetzt“.

CASTROP-RAUXEL

, 13.07.2017, 12:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tennis: TuS Ickern ist stolz auf die Jugendarbeit

Chiara Schüssleder, Lisa-Lotta Matschke, Anne Zorn und Viktoria Navratilova (v.l.) feierten die Titelverteidigung auf der eigenen Anlage des TuS Ickern. Zum Kader der U18-Juniorinnen gehören zudem Deborah Muratovic und Laura Hnat.

Sobbe betont nach dem Erfolg: „Ich bin nicht als geizig bekannt, aber unsere Mädchen sind als krasse Außenseiter in das Turnier gegangen.“ Der Titelgewinn im vergangenen Jahr sei schon eine faustdicke Überraschung gewesen. „In diesem Jahr ist der Sieg aber schlichtweg eine Sensation“, so Sobbe weiter.

Zumal Laura Hnat, die seit neun Monaten aufgrund einer schweren Knieverletzung ausfällt, bei der Westfalenliga-Endrunde auf eigener Anlage nicht mitwirken konnte. Zudem hatte sich Deborah Muratovic vor der Austragung der Doppel im Finale gegen den TC Deuten auf den Weg zu einem Turnier in den Niederlanden gemacht.

Gigantische Trophäe

Die gigantisch große Trophäe des Westfälischen Tennis-Verbandes (WTV) blieb trotz der schlechten Vorzeichen in der Vitrine des TuS Ickern. Denn den jungen Castrop-Rauxelerinnen gelang ein 4:4 gegen den Favoriten aus Dorsten-Deuten. Nach den Einzeln stand es 2:2. Auch die Doppel gingen ausgeglichen aus. Zum Abschluss des Tages zeigte das Punktekonto daher ein Unentschieden an. Da die Sätze mit 6:6 pari waren, entschieden die gewonnenen Spiele über den Titel. Hier hatten Anne Elisa Zorn, Deborah Muratovic, Victoria Navratilova und Lisa Lotte Matschke vom TuS Ickern mit 57:55 die Nase vorn.

Schon im Halbfinale hatte sich der TuS gegen RW Hagen nach einem 4:4 knapp behaupten können. Hier war es das Satzverhältnis von 8:6, das den Ausschlag zugunsten der Europastädterinnen gab.

Die Ickerner Nummer Eins, Anne Elisa Zorn, ist begeistert vom Team und den Trainingsmöglichkeiten, die sie am Kattenstätter Busch hat. Sie sagt: „Die Trainer Emil Hnat und Maximilian Flüggen sind tolle Trainer, und auch die Trainingspartner hier vor Ort sind richtig gut.“ Deshalb nehme sie gerne die fast täglichen 50 Kilometer weite Anfahrt von Wetter in Kauf.

Anne Elisa Zorn, die 2014 Deutsche U13-Hallenmeisterin geworden ist, hat auch bei der Personalplanung für die Westfalenmeisterschafts-Endrunde mitgewirkt. Sie berichtet: „Ich habe Viktoria Navratilova angesprochen, ob sie bei uns nicht als Gastspielerin dabei sein will.“ Und die junge Dame, die im TC GW Silschede (Gevelsberg) beheimatet ist, sagte zu.

Heiko Sobbe betont, dass es nicht unüblich sei, in den Mannschaftswettbewerben Gastspielerinnen an Bord zu haben. Er berichtet: „Hansa Dortmund hat für die Endrunde bei uns sogar eine Niederländerin aufgeboten.“

Ickern 2 steigt auf

Stolz macht es den TuS-Geschäftsführer, dass die gute Jugendarbeit für die kommenden Jahre gesichert scheint. Denn nicht nur die aus der zweiten Juniorinnen-Mannschaft aufgerückte Lisa Lotte Matschke habe den Leistungsgedanken verinnerlicht. Auch ihre jüngere Schwester Lilly, mit der sie vor zwei Jahren vom TC GW Frohlinde nach Ickern gekommen war, sei ein hoffnungsvolles Talent. Nicht von ungefähr wurden die beiden mit dem TuS 2 in der Bezirksklasse Meisterinnen und stiegen in die Ruhr-Lippe-Liga auf.

Ihre Mitspielerin Chiara Schüssleder, die ebenfalls im Westfalen-Endspiel mitwirkte, stammt aus Erkenschwick und ist seit fünf Jahren beim TuS. Die Bochumerin Deborah Muratovic (Jahrgang 2003) kann eine DM-Teilnahme aus dem Jahr 2014 vorweisen.

Aushängeschild Anne Lisa Zorn hat sich vor vier Jahren dem TuS angeschlossen und ist mit Ausnahme eines kurzen Intermezzos beim TC Kamen-Methler seitdem hier verankert. Sie betont: „Die Kameradschaft unter uns Mädchen ist recht gut. Wir haben für unsere Termine eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in der wir uns informieren. An den Spieltagen unterstützen wir uns gegenseitig.“

Jetzt geht es um den NRW-Titel
Nicht das Ende der Fahnenstange haben die U18-Juniorinnen des TuS mit dem Gewinn des Westfalentitels erreicht. Mitte September  treten die jungen Ickerner Damen bei der Endrunde um die NRW-Meisterschaft an. Bei einem Verein am Mittelrhein soll diese über die Bühne gehen. Möglicher Termin ist das Wochenende am 17. und 18. September.

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