Trainer schlägt Bundesliga-Angebot aus und entfacht bei der SG Castrop ein Sommermärchen

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Eine fußballerische Steigerung haben sich die Spielerinnen der SG Castrop für die Saison 2020/2021 auf ihre Fahnen geheftet. Der neue Trainer Albert Sommer soll ihnen „Flügel“ verleihen.

Castrop

, 07.08.2020, 09:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem Gründungsjahr stand der Frauenfußball bei der SG Castrop bereits auf der Kippe. Ohne Trainer drohte eine Spielerinnen-Ausstiegswelle, die unweigerlich zur Team-Abmeldung geführt hätte. Das Manko war eindeutig: Es gab keinen Trainer. Einige Spielerinnen kannten „Ali“ Sommer von einst und baten ihn, doch ihr Trainer zu werden. Der 59-Jährige trainierte zu diesem Zeitpunkt in der U17-Westfalenliga die SG Lütgendortmund.

Überredungskunst wirkte

Im Grunde ist Albert Sommer, den alle nur „Ali“ rufen, einer für höherklassigen Frauen- sowie Mädchenfußball. Einst führte er die Frauen der SG Lütgendortmund von der Kreisliga bis in die Westfalenliga. Ein Angebot von U17-Bundesligist FC Iserlohn gab es. „Die weiten Fahrten waren mir zu stressig“, so Sommer. Dann kamen die Castroper Spielerinnen auf ihn zu, die ohne Trainer aufhören wollten. „Eigentlich bin ich Training mit höherklassigen Mannschaften gewohnt. Da ich 70 Prozent der Castroper Mädels aus der U15 und U17 kannte, habe ich mich überreden lassen“, erklärt Sommer seinen Einstieg.

"Ali" Sommer kehrt als Trainer nach Castrop-Rauxel zurück.

"Ali" Sommer kehrt als Trainer nach Castrop-Rauxel zurück. © Volker Engel

Erfreulich: Alle Spielerinnen sind geblieben nach Sommers Zusage. Und bald wird es Neuzugänge von anderen Vereinen geben. Die 16-jährige Monique Schubedack aus der U17 von Westfalia Huckarde ist schon da. „Es laufen weitere vielversprechende Gespräche. Momentan habe ich 25 Mädel im Kader, es kommen garantiert weitere dazu“, baut Sommer auf seinen guten Namen als Magnet.

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Mit der Trainings-Beteiligung ist er zufrieden. „Es sind immer 15 oder mehr Spielerinnen da.“ Fußballerisch sei das Niveau zwar niedrig, aber es seien bereits klare Fortschritte erkennbar. „Alle Spielerinnen sind sehr wissbegierig“, so Sommer. Testspiele gegen Westfalia Huckarde (3:4) und Katernberg (1:2) gingen knapp verloren. „Ab sofort gibt es jedes Wochenende und auch unter der Woche weitere Testspiele“, so Sommer. Für die neue Saison gibt der Trainer „oben mitspielen“ als Ziel aus.

Vier Duelle mit dem FC Schalke 04

„Ali“ Sommer („Die Chemie zwischen mir und den Mädels stimmt“) hat den Fußballerinnen der SG Castrop einen Schub nach vorne verpasst, und ihnen so das leidige Problem des Frauenfußballs erspart, sich komplett aufzulösen. An unbekannte Gegner muss sich die SG trotzdem demnächst gewöhnen. Nach neun Teams-Abmeldungen hat sich der Kreis Herne/Gelsenkirchen entschlossen, die Kreisliga B aufzulösen und nur eine Kreisliga A spielen zu lassen, die laut Frauenfußball-Koordinator Gerald Breitfelder 15 Teams umfasst.

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Aus Castrop-Rauxel sind neben der SG noch Victoria Habinghorst (9er-Team) sowie das wieder neu gegründete Team des FC Frohlinde dabei. Als großer Name steigt neu der FC Schalke 04 mit zwei Mannschaften ein. Zum Thema Schalke hat SG-Trainer Sommer eine spezielle Meinung: „Da bitten die Schalker zum Probetraining und 300 Mädels kommen - wo waren die vorher? Schalke steigt garantiert mit Spielerinnen aus höherklassigen Ligen ein, die in den nächsten Jahren in mehreren Spielklassen Meister werden.“

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