VfL Bochum: Gökhan Gül mit Zweitliga-Debüt

Fußball

Der Fußballer Gökhan Gül aus Habinghorst hat am Samstag beim 2:2 seines VfL Bochum bei der SG Dynamo Dresden sein erstes Spiel in der 2. Bundesliga bestritten. Sportredakteur Jens Lukas sprach mit dem 18-Jährigen über seine Gefühlswelt vor und während seines Pflichtspiel-Debüts in der Profi-Mannschaft des VfL.

CASTROP-RAUXEL

, 30.11.2016, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
VfL Bochum: Gökhan Gül mit Zweitliga-Debüt

Dresdens Stefan Kutschke (li.) gegen Bochums Gökhan Gül; SG Dynamo Dresden - VfL Bochum 1848; Fußball; 2. Liga; Saison 2016/2017; 14. Spieltag; DDV-Stadion; Dresden; 26. November 2016; Dresden Stefan Kutschke left against Bochum Gökhan Gül SG Dynamo Dresden VfL Bochum 1848 Football 2 League Season 2016 2017 14 Matchday DDV Stadium Dresden 26 November 2016

Herr Gül, Glückwunsch zu Ihrer Zweitliga-Premiere. Sie sind bereits bei einigen Testspielen mit den VfL-Profis aufgelaufen. Worin lag der Unterschied, in einem Meisterschaftsspiel dabei zu sein?

Ehrlich gesagt war ich schon deutlich angespannter – auch im Vergleich zu meinen Einsätzen in den Junioren-Nationalmannschaften, bei denen ich auch schon vor über 10 000 Zuschauern gespielt habe. Vor 28 000 Zuschauern zum ersten Mal in der 2. Liga war für mich etwas ganz Besonderes. Ein Kindheitstraum ist für mich in Erfüllung gegangen. Ich werde diesen Tag in meinem Leben nicht mehr vergessen.

 

Mit Ihrem Gegenspieler Stefan Kutschke, der auch das 2:1 erzielt hat, haben Sie sich als Innenverteidiger intensive Zweikämpfe geliefert. Ab welchem Zeitpunkt haben Sie sich gegen ihn sicher gefühlt?

Nach dem ersten Duell war klar, dass ich in der 2. Liga angekommen bin. Da geht es intensiv zur Sache. Aber es ist schon wirklich ein tolles Gefühl, ein Teil dieser Mannschaft zu sein.

Sie sind nach 59 Minuten ausgewechselt worden. Trainer Gertjan Verbeek hat gesagt, dass Sie nach Ihrer Gelben Karte kurz vor der Pause gehemmt gespielt hätten und er Sie daher vom Platz genommen habe. Hat er Ihnen seine Entscheidung so dargelegt?

Ja, er hat es mir nach dem Spiel so erklärt. Er wollte mich damit schützen. Ich bin aber nicht enttäuscht, denn die eine Stunde Profifußball kann mir keiner mehr nehmen. Ich würde gerne daran anknüpfen.  

Wahrscheinlich in Bielefeld oder dann vor eigenem Publikum am 10. Dezember gegen 1860 München?

Vor den eigenen Fans zu spielen, wäre natürlich ein weiterer Höhepunkt. Es gilt jetzt allerdings, mich im Training weiterhin anzubieten. Denn es wird womöglich der eine oder andere zuvor verletzte Spieler zurückkehren, sodass der Konkurrenzkampf wieder neu entfacht wird.

Gewiss haben Ihre Trainingsleistungen in den vergangenen Wochen Ihren Trainer dazu bewogen, Sie gegen Dresden in die Start-Elf zu stellen. Wann haben Sie davon erfahren?

Nachdem Anfang der vergangenen Woche auch noch unser Kapitän Felix Bastians ausgefallen ist, habe ich schon geahnt, dass ich in Dresden in der Innenverteidigung aufgestellt werden könnte. Der Trainer hat mir früh in der Woche signalisiert, dass ich im Training weiter Gas geben sollte, weil sich mein Debüt anbahnt.  

Sie haben im November 2014 Ihren Profivertrag beim VfL Bochum unterschrieben. War die Wartezeit bis zu Ihrem ersten Zweitliga-Spiel eine lange Durststrecke?

Nein, als solche sehe ich das nicht. Ich bin als B-Junior damals in die A-Junioren-Bundesliga-Mannschaft befördert worden. Und es ist für mich stets etwas Besonderes, mit der Profimannschaft mittrainieren zu dürfen. Außerdem habe ich in der ganzen Zeit immer die Wertschätzung des Vereins und des Trainers gespürt. Das tut wirklich gut.

Jetzt lesen

Wertschätzung ist das Stichwort. Wie zu hören war, hatten Sie beim Spiel am Samstag Ihre eigenen Fans im Stadion in Dresden.

Ja, neben meinem Vater sind auch noch einige meiner Freunde dorthin gefahren. Das ist eine tolle Sache. Am Sonntag, beim Kreisliga B-Spiel von Eintracht Ickern, habe ich dann einigen von ihnen zugeschaut.

Zur Person: Gökhan Gül

Beim SC Arminia Ickern hat Gökhan Gül bei den Minikickern seine ersten Gehversuche im Fußball unternommen.
Als U8-Junior wechselte der heute 18-jährige Habinghorster an die Castroper Straße zum VfL Bochum.
Als 15-Jähriger  absolvierte Gül sein erstes Training mit den VfL-Profis. Er spielt seit der U15 für die DFB-Nationalmannschaften.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt