VfR siegt im Castroper Derby mit Steffen-Toren

Serie: "Yesterday"

Heute vor 25 Jahren, am 30. September 1991, berichteten die Ruhr Nachrichten vom Derby zwischen dem Aufsteiger VfR Rauxel und der SG Castrop am siebten Spieltag der Fußball-Bezirksliga. Der Rauxeler 3:0-Sieg war damals mit den Worten überschrieben „Maik Steffen zweimal zur Stelle – VfR gewinnt auch zweites Derby.“

CASTROP-RAUXEL

, 30.09.2016, 11:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
VfR siegt im Castroper Derby mit Steffen-Toren

Maik Steffen (Foto oben rechts) drückte dem Bezirksliga-Derby seines VfR Rauxel gegen die SG Castrop mit zwei Toren seinen Stempel auf. Castrops Uwe Römling (Bildmitte) duellierte sich dabei mit Michael Kluge (links).

Der Rauxeler Aufstiegs-Trainer Wolfgang Peters erinnert sich an die Partie und berichtet: „Wir hatten ein tolles Team beim VfR und haben kein Derby in dieser Saison verloren.“ Vor dem Erfolg gegen die SG hatten die Rauxeler den SuS Merklinde mit 2:1 besiegt. Und auch gegen den zweiten der Abschluss-Tabelle, Arminia Ickern, blieb die Peters-Elf ungeschlagen.

Vor 400 Zuschauern

Für das Derby im Rauxeler Waldstadion fiel Dieter Beleijew, der Spielertrainer und Libero der SG Castrop, verletzt aus. Die angeschlagenen Defensiv-Spezialisten Rainer Kruck (Schleimbeutelentzündung) und Torsten Reinke (Knöchelverletzung) bissen auf die Zähne, um das zu kompensieren.

Das Derby wurde vor 400 Zuschauern an der Vördestraße angepfiffen. Beleijew sagt: „Damals hatten die Derbys einen ganz anderen Stellenwert bei Zuschauern und Spielern als heute. Jetzt kommen keine zehn Besucher mehr als zu anderen Partien, wenn Schwerin gegen Obercastrop spielt.“

Auch das Zugehörigkeitsgefühl der Fußballer zu ihrem Team und Verein sei damals ein anderes gewesen. Dieter Beleijew hat als Beispiel die Anekdote parat, dass sein Kapitän Rainer Kruck für das Derby gegen Arminia Ickern seinen Ostsee-Urlaub unterbrochen habe. Beleijew erklärt: „Er hat vier Stunden Fahrt auf sich genommen, hat gespielt, bedingt durch die Autofahrt den spielentscheidenden Fehler gemacht und ist nach Abpfiff wieder zurück zur Ostsee gefahren.“

Das nötige Sprit-Geld habe das Team aus der Mannschaftskasse genommen. Beleijew betont: „Schließlich wollten wir ja mit der stärksten Mannschaft gegen Ickern spielen.“ Die 0:3-Niederlage gegen Rauxel hat Beleijew als „gerecht“ in Erinnerung. Dem VfR habe man nachgesagt, dass er „recht große finanzielle Möglichkeiten“ gehabt habe, sein Team zusammenzustellen.

Aus diesem Grund schaffte es auch Trainer Wolfgang Peters, Torwart Michael Schyschke aus der Jugend des damaligen Bundesligisten SG Wattenscheid 09 nach Castrop-Rauxel zu holen. Peters sagt: „Er war für sein jugendliches Alter sehr ruhig und reaktionsschnell.“

Das zahlte sich im Derby gegen Castrop aus. Ebenso wie sein Gegenüber, Uwe Lüchtemeier, zeigte Schyschke eine Reihe von Paraden. Lüchtemeier war bei den beiden Treffern von Maik Steffen sowie dem 3:0 von Uwe Klaus nach Steffen-Vorarbeit machtlos. Dieter Beleijew betont: „Maik Steffen war so stark, dass er damals jeder Bezirksliga-Mannschaft gut zu Gesicht gestanden hätte. Ich hätte ihn gerne bei uns gehabt.“

Römling umworben

Auf der Gegenseite schwärmte Wolfgang Peters von Castrops Uwe Römling – und sagt: „Bei ihm habe ich jahrelang nachgefragt, konnte ihn aber nicht nach Rauxel holen.“ Im Vorfeld des 1991er-Derbys hatte sich Dieter Beleijew einen Punktgewinn erhofft. Peters sagt: „Pustekuchen! Daraus wurde nichts, weil wir eine starke Truppe hatten, die nicht nur toll spielen, sondern danach auch feiern konnte und wollte.“

Die Rauxeler wurden Vierte der Abschluss-Tabelle. Rang eins blieb ihnen durch eine Niederlage mit fünf Gegentoren gegen Meister Phönix Eving verbaut. Wolfgang Peters sagt rückblickend: „Das nehme ich auf meine Kappe. Meine Aufstellung für dieses Spiel war zu offensiv.“

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