Vorstand der SG Castrop sucht helfende Hände

Fußball: Interview

Die Fußballer der SG Castrop treffen sich am Samstag, 29. April, zu einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung. In der Ankündigung der Veranstaltung ist davon die Rede, dass es bei der SG Veränderungen im Vereinsleben geben soll. Im Interview äußert sich der Castroper Vorsitzende Björn Klieve über die Pläne, die er verfolgt.

CASTROP-RAUXEL

, 04.04.2017, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vorstand der SG Castrop sucht helfende Hände

Björn Klieve, der Vorsitzende der SG Castrop, ist derzeit in Gesprächen mit neuen Vorstandsleuten für seinen Verein.

Herr Klieve, außerordentliche Jahreshauptversammlungen werden zumeist einberufen, wenn schwerwiegende Probleme vorliegen. Ist das auch bei der SG Castrop der Fall?

Nein, im Gegenteil. Vor allem sportlich nimmt der Verein - nicht nur wegen des sich anbahnenden Bezirksliga-Aufstiegs der ersten Mannschaft - eine gute Entwicklung. Es lässt sich mit nur bis zu drei Leuten im Vorstand dieser Entwicklung nicht Rechnung tragen.

Was meinen Sie damit?

Kassiererin Sigrid Wilken und ich übernehmen nahezu alle Aufgaben. Dabei bleiben durch Zeitmangel leider auch selbstverständliche Dinge wie Krankenhausbesuche bei verletzten Spielern auf der Strecke. Zudem dürfen ja Familie und Beruf durch das Ehrenamt nicht komplett in den Hintergrund treten. Ehrlich gesagt: Wir brauchen mehr helfende Vorstands-Hände. Gespräche mit einigen Kandidaten dafür laufen bereits.

Wie groß sollte Ihrer Meinung nach der Kreis der Vorstandsmitglieder sein, um alle Aufgaben abzudecken?

Uns wäre sehr geholfen, wenn wir zu zehnt wären - aber natürlich ist die Zahl nach oben hin offen. Aber mit so einem Team könnte man sich allen Belangen auch endlich intensiv widmen.

In der Einladung zur Versammlung ist als ein Tagesordnungspunkt ein Vortrag von Franko Wilken aufgeführt. Ist er einer der Kandidaten, die sie gerne in Ihrem Vorstand hätten?

Ja, wirklich sehr gerne. Ich kenne ihn nicht nur als Schwager von Sigrid Wilken, sondern auch als ehemaligen Vorsitzenden des SV Wacker Obercastrop. Ich hatte ihn getroffen und war mit ihm übereingekommen, dass er uns auf unserem Weg gerne beraten könne. Er kennt sich schon von Berufs wegen mit Zahlen und Fakten aus. Er ist auch sehr gut über die Situation der SG Castrop informiert - zum Beispiel, dass wir mittlerweile schuldenfrei sind. Daher würden wir gerne von Franko Wilkens Erfahrung profitieren.

Ein Abschnitt im Vortrag von Franko Wilken ist überschrieben mit "SG Castrop -Ein schlafender Riese?" Haben Sie sich über diesen Titel nicht auch gewundert?

Letztlich ist diese Überschrift als Satz in einem unserer Gespräche so gefallen. Dadurch drückt Franko Wilken aus, wie er die SG von außen wahrnimmt.

Beim SV Wacker Obercastrop wurde zuletzt ein Wirtschaftsrat installiert, der den Vorstand ernennt. Wäre ein solches Modell bei der SG Castrop auch möglich?

Ich denke, so lange ich im Vorstand bin, ist das ausgeschlossen. Ich kann mich nicht damit anfreunden, dass Sponsoren ein Mitspracherecht in Vorstandsangelegenheiten und bei sportlichen Entscheidungen bekommen. Bei uns ist es zudem auch so, dass der Vorsitzende sich nicht in das Sportliche einmischt. Hier trifft der Trainer die Entscheidungen.

In der kommenden Saison wird die SG Castrop eine Frauenfußball-Mannschaft an den Start bringen. Wie kommt es dazu?

Eine Frauen-Mannschaft von Fortuna Herne schließt sich uns an. Ich freue mich schon sehr darauf, dass wir auch diese Sparte abdecken werden. Das wird eine Bereicherung für unseren Verein.

Für den Mai oder Juni haben Sie eine ordentliche Jahreshauptversammlung angekündigt. Wird es dann Vorstandswahlen geben?

Ja, so ist es geplant. Der genaue Termin ist noch offen, weil wir den Interessierten davor die Gelegenheit geben wollen, die Vorstandsarbeit zu testen. Übrigens stehe auch ich zur Wahl.

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