Wacker Obercastrop sucht Chance auf Klage gegen illegal eingesetzen Spieler des VfL Herne

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Eine Rotsperre aus dem Kreisliga-C-Spiel des SV Wacker Obercastrop III beim VfL Herne ist vor der Bezirksspruchkammer verkürzt worden. Einen Wackeraner beschäftigt das Duell auch weiterhin.

Castrop-Rauxel

, 09.11.2020, 05:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Fußball-Begegnung vom 13. September lässt Sencer Özbek nicht zur Ruhe kommen. Der Spieler des SV Wacker Obercastrop III kann sich noch sehr genau an das Geschehen auf dem Ascheplatz beim VfL Herne erinnern. Die Partie wurde in der 94. Minute beim Stand von 3:3 abgebrochen. Die Tätlichkeit seines Torwarts Muamer Bukvar in dem Kreisliga-C-Duell gegen einen Herner Spieler beschönigt Sencer Özbek nicht. In einer anderen Angelegenheit führt sich Özbek von den Gastgebern allerdings hinter das Licht geführt.

Aus 39 Spielen Sperre werden 10

Der SV Wacker Obercastrop war nach dem Urteil des Kreissportgerichts mit 39 Spielen Sperre gegen Bukvar vor das Bezirkssportgericht gezogen. Hier wurden daraus zehn Partien (mit weiteren vier Spielen auf Bewährung) als Strafe. Die Obercastroper wollten auch gegen das Ergebnis des wegen des Abbruchs mit 0:2 gewerteten Spiels Einspruch einlegen. Wacker-Geschäftsführer Onur Kocakaya: „Wir hatten mitbekommen, dass der VfL Herne einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte. Da das Spiel nach Auffassung des Kreisportgerichts abgebrochen wurde, konnten wir allerdings keinen Einspruch einlegen.“

Sencer Özbek (l.), hier noch im Trikot von Victoria Habinghorst III im Spiel gegen den ESV Herne, möchte für den SV Wacker Obercastrop III dem Fall des illegal spielenden Akteurs beim VfL Herne nachgehen.

Sencer Özbek (l.), hier noch im Trikot von Victoria Habinghorst III im Spiel gegen den ESV Herne, möchte für den SV Wacker Obercastrop III dem Fall des illegal spielenden Akteurs beim VfL Herne nachgehen. © Volker Engel

Sencer Özbek, der ebenfalls bei der Bezirkssportgerichtssitzung in Dortmund-Brünninghausen dabei war, erklärt: „Das wusste ich vorher auch nicht. Man kann nur gegen die Wertung eines Spiels einen Einspruch einlegen, das bis zum Ende gespielt worden ist.“ Der Sache mit dem illegal eingesetzten Akteur hat sich Özbek angenommen und möchte diese weiter verfolgen.

Er berichtet: „Wir hatten vor dem Spiel vom Trainer von Arminia Ickern III, Ali Bayram, den Hinweis bekommen, dass beim VfL Herne einer seiner Ex-Spieler auflaufen werde. Dieser habe allerdings noch keine Spielberechtigung für Herne erhalten.“ Bayram hatte Özbek auch vorab ein Foto geschickt, damit er den besagten Spieler identifizieren kann.

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Zu Beginn der Partie war von besagtem Akteur allerdings nichts zu sehen. Sencer Özbek: „Der VfL Herne war nur zu elft. Wir waren überlegen, auch wenn es nur 3:2 stand. Zur Pause waren plötzlich bei Herne drei Einwechselspieler da, die vorher gar nicht auf der Anlage waren.“ Darunter auch jener Spieler, dessen Bild Özbek bekommen hatte.

Schiedsrichtern ist wegen Corona die Passkontrolle freigestellt.

Im Spielbericht bei fussball.de wurde der Ex-Armine mit der Nummer 5 und dem Namen Bilal Dardour vom VfL Herne eingetragen, so Sencer Özbek: „Der Spieler sah aber anders aus. Das Problem während der Corona-Zeit ist, dass viele Schiedsrichter keine Passkontrolle machen. Es ist ihnen wegen der Infektionsgefahr freigestellt.“

Der Ex-Ickerner soll auch noch am Spieltag nach der Wacker-Begegnung für den VfL Herne aufgelaufen sein, berichtet Özbek: „In Holthausen. Dazu gibt es auch ein Video. Damit möchte ich die Sache aufdecken, weil ich es als sehr ungerecht empfinde, wenn jemand wochenlang ohne Spielberechtigung spielt.“

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Sencer Özbek prüft derzeit auch noch, ob er eine echte Handhabe hat. Denn die Einsätze sind über einen Monat lang her. Und mittlerweile wird der illegale Spieler während des Lockdowns die legale Spielberechtigung erhalten haben.

Wacker III möchte VfL Herne nicht wieder treffen

Özbek: „Für mich und meine Mannschaft empfinde ich es als schade, so hinter das Licht geführt zu werden. Wir von Wacker III treten als Betriebssport-Mannschaft auf - wie schon vergangene Saison für Victoria Habinghorst. Wir haben keine Aufstiegsambitionen, obwohl wir Qualität im Team haben. Was uns wichtig ist: Wir wollen gerecht behandelt werden.“

Aktuell überlegt die Mannschaft von Obercastrop III, zum möglichen Rückspiel gegen den VfL Herne daheim nicht anzutreten.

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