Wie "Schlitzohr" Wuttke zu Schalke 04 kam

Jugendtrainer erinnert sich

Der ehemalige Fußball-Profi und vierfache Nationalspieler Wolfram Wuttke ist am Sonntag in einem Lüner Krankenhaus im Alter von 53 Jahren gestorben. Norbert Witczak, Wuttkes Trainer in den 1970er-Jahren bei der SG Castrop, erinnert sich daran, wie das "Schlitzohr" als C-Jugendlicher seinen Wechsel zu Schalke 04 einfädelte.

CASTROP-RAUXEL

, 04.03.2015, 12:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wie "Schlitzohr" Wuttke zu Schalke 04 kam

Wolfram Wuttke (Mitte) war zu Beginn seiner Profi-Laufbahn nicht der einzige Castrop-Rauxeler beim FC Schalke 04. Klaus Fichtel (rechts) und Thomas Siewert waren ebenfalls für die "Knappen" am Ball.

Norbert Witczak, selbst einstiger Berufsfußballer bei Viktoria Köln, war Wuttkes Trainer bei den C- und D-Junioren der SG Castrop von 1972 bis 1976. Lebhaft erinnert sich der 72-Jährige daran, wie Wuttke seinen Teil dazu beitrug als C-Jugendlicher zum FC Schalke 04 zu kommen.

Die SG spielte in der Sportschule Wedau in der Endrunde um die Westfalenmeisterschaft mit. Mit einem Sieg gegen Arminia Bielefeld hätten seine Schützlinge das Endspiel gegen den FC Schalke erreicht. Nobert Witzcak ist sich sicher: "Wir hatten mit Castrop eine so starke Truppe, wir hätten auch die Schalker geschlagen."

Aber was tat Wolfram Wuttke? Witczak: "Gegen Bielefeld vergab er drei todsichere Chancen. Ich weiß auch, warum. Er wollte nicht, dass wir gegen Schalke spielen und gewinnen. So wäre sein Wechsel nach Schalke vielleicht geplatzt. Er war eben schon immer ein Schlitzohr. Als ich nach dem Spiel gesehen habe, wie der damalige Präsident Günter "Oskar" Siebert Wuttkes Mutter die Hand geschüttelt hat, wusste ich Bescheid."

5000 D-Mark Ablöse

Nur eine Woche später wurde der Transfer des Castrop-Rauxelers nach Gelsenkirchen bekannt. 5000 D-Mark Ablöse hatten die Schalker an die SG Castrop zu überweisen. Witczak: "Von dem Geld, das der Jugendabteilung zustand, habe ich bis heute nichts gesehen." Nach seinem Wechsel nach Schalke habe er Wuttke aus den Augen verloren und keinen Kontakt mehr gehabt, sagt Witczak, der aber mit Stolz erzählt: "Ich muss ihm aber schon etwas mitgegeben haben. Nur wenige Monate später hat Wuttke für die Schüler-Nationalmannschaft vor 60.000 Zuschauern in Wembley das Siegtor geschossen."

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