Schmerzt der Kopf noch, Yorck Polus? ZDF-Moderator nach Handball-Hammer im Interview

rnHandball-Europameisterschaft

Seit 16 Jahren macht Yorck Polus aus Becklem den Moderatoren-Job im Handball fürs ZDF. So ein Missgeschick wie am Donnerstag gab es nie. Kopfschmerzen? Wir telefonierten mit dem Castrop-Rauxeler.

Castrop-Rauxel

, 10.01.2020, 15:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der ZDF-Redakteur Yorck Polus ist am Donnerstagabend (9. Januar) in Trondheim unter Beschuss geraten. Der Castrop-Rauxeler ist vor und nach den Spielen für die Einordnung der Liveübertragungen bei der Handball-Europameisterschaft im Einsatz.

Donnerstag bekam er dabei vor dem Spiel einen Ball an den Kopf: Beim Warmspielen traf ihn der Nationalspieler Fabian Böhm vollkommen unvermittelt am Hinterkopf. Live vor der Kamera und im Vorabendprogramm des ZDF.

Polus reagierte schnell, sympathisch und professionell und wird dafür im Internet gefeiert. Aber tat das nicht weh? Wir telefonierten am Vormittag danach mit dem 49-jährigen Becklemer.

Herr Polus, wie geht es Ihnen am Tag nach dem Handball-Hammer von Donnerstagabend?

Ach, prinzipiell alles gut. Aber gestern hat mir schon ordentlich der Schädel gebrummt. Es war ein Druckpass quer über den Platz von Fabian Böhm. Timo Kastening hat den einfach nicht gefangen. Es war also eine Hannoveraner Co-Produktion, die mich praktisch niedergestreckt hat.
Aber ich hab noch Glück gehabt. Wäre der Ball fünf Zentimeter weiter links gewesen, hätte er meinen Knopf im Ohr getroffen. Da ist eine Menge an Sendetechnik dran. Das hätte man mir dann vermutlich aus dem Ohr herausoperieren müssen. Glück gehabt!

Irre, wie schnell Sie reagiert und weitermoderiert haben. Dafür werden Sie ja im Internet gefeiert...

Das hab ich gar nicht so mitbekommen. Ich bin ja nicht in Social Media unterwegs. Aber meine Frau hat es mir heute erzählt. Das war gerade am Anfang der Sendung, du konzentrierst dich voll auf das, was du sagen sollst. Ich konnte das dann gar nicht zuordnen: Was war das denn jetzt?!

Aber so schnell wieder da zu sein...

Ehrlich? Aus meiner Sicht hat es sich wie zehn Sekunden oder länger angefühlt.

Ist Ihnen denn sowas schon mal passiert?

Nein, das war mein erstes Missgeschick in 16 Jahren Handball fürs ZDF. Es ist ja anders, als wenn man diesen Sport gerade selbst betreibt. Man weiß, was auf einen zukommt. Du hast dann eine ganz andere Körperspannung, als wenn der Ball von hinten einfach angeschossen kommt. Und das war mal richtiger Druck.

Und was machen die Kopfschmerzen?

Der Schädel hat gestern Abend schon ganz schön gebrummt. Aber heute ist alles wieder gut. Bei Handballern ist das ja relativ normal. Die Spieler, der Trainer und alle anderen haben auch gelacht. Die Mediziner haben sich etwas Sorgen um mich gemacht. Sie haben mich gefragt, ob ich Ausfallerscheinungen habe. Aber ich konnte sagen: Nein, nichts dergleichen zu spüren.

Und wie ist der Kontakt zum „schuldigen“ Spieler?

Fabian ist ein total netter Typ. Er war ja nach dem Spiel noch bei mir im Interview. Ich fand klasse, dass er sich direkt entschuldigt hat. Aber das war natürlich Thema in der ganzen deutschen Mannschaft, vom Trainer bis zum Spieler. Wir alle konnten darüber lachen.

Schmerzt der Kopf noch, Yorck Polus? ZDF-Moderator nach Handball-Hammer im Interview

ZDF-Moderator Yorck Polus (l.) und Redakteur Tobias Weckenbrock vor etwa einem Jahr im Interview. © Nils Lindenstrauß

Ziehen Sie Lehren daraus für das nächste Spiel?

Am Wochenende gegen Spanien sind die Kollegen von der ARD-Sportschau dran. Wir sind Montag beim letzten Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gegen Lettland wieder live auf Sendung. Dann werden wir uns wahrscheinlich etwas anders, mit einem halben Blick aufs Spielfeld, hinstellen.

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