Zwei alte Konkurrenten battlen sich jetzt auch eine Liga höher um den Titel

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In der vergangenen Saison waren sie bereits große Rivalen. Am Ende stiegen beide Klubs auf - und setzen das Duell auch in der nächsthöheren Spielklasse fort. Ein furioser Dauer-Zweikampf bahnt sich an.

Dortmund

, 19.10.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Haben sich da zwei gesucht und gefunden? Die Entertainer der vorigen Saison sorgen auch eine Etage höher für gepflegte Unterhaltung. In 14 Tagen könnte es zum Aufeinandertreffen zweier Topteams kommen, die sich einen denkwürdigen Zweikampf lieferten und vielleicht auch wieder liefern.

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Zwischen Bövinghausen, der Heimat des TuS, und Obercastrop, wo Wacker für Furore sorgt, liegt nur Merklinde. Die Emporkömmlinge aus Dortmund und Castrop-Rauxel haben den A-Ligisten längst hinter sich gelassen. Da sie in Bövinghausen schon mal gerne groß reden, läge ein Vergleich nahe: Dortmund und Schalke, dazwischen Bochum. Ajan Daferoski, Präsident des Westfalenliga-Ersten TuS Bövinghausen findet diesen Vergleich nicht so schlecht, wobei dieser natürlich an allen Ecken und Enden hinkt, zumal BVB und S04 schon Ewigkeiten oben sind und in ganz anderen Dimensionen schweben. Und die Bochumer wären auch nicht glücklich, Merklindes Rot in ihren Vereinsfarben zu haben.

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Es ist eben eine kleine Spielerei, die an der Provinzialstraße erlaubt ist: „Seien wir doch mal ehrlich“, sagt Dzaferoski, „so etwas wie ein Derby mit sportlicher Brisanz tut doch dem Fußball gut. Und ich denke, ein wenig Feuer dürfen wir da reinbringen. Aber ich sage auch, der Vorsitzende von Wacker, Martin Janicki, ist wirklich nett. Wir necken uns nur sportlich.“

Bis der TuS sein Topspiel-Feuer richtig entzündet, muss er seine Hausaufgaben machen. „Hagen ist ein schwieriger Gegner. Das 5:0 gegen Deuten ist schon bemerkenswert.“ Dzaferoski hat auch allen Grund dazu, erst einmal innezuhalten und das Erreichte zu genießen: Als Aufsteiger führt Bövinghausen ungeschlagen mit 17 Punkten aus sieben Spielen. Das Team hat einen richtigen Lauf. Aus den drei Spielen der vergangenen Wochen holte es neun Punkte bei einem Torverhältnis von 10:0 Toren. „Das liegt daran, dass wir eine Einheit sind. Unsere Trainer machen unsere Spieler auch fit. Nicht umsonst hatten wir öfters die Kraft und erzielten in der Schlussphase wichtige Tore.“

Großer Respekt vor Wacker

Heißt aber auch, nicht nur die Offensive um Klassespieler wie Marko Onucka oder Sebastian Mützel zündet, sondern auch der Abwehrverbund leistet sehr gute Arbeit. Dzaferoski mag keine halben Sachen. „Wenn wir es in dieser Saison umgekehrt machen und vor Wacker aufsteigen, nehmen wir das selbstverständlich gerne an.“ Mehr als ein wenig Brisanz reinbringen, will Dzaferoski gar nicht. Zu groß sei der Respekt vor den Obercastropern. „Die haben eine ähnliche Qualität wie wir. Ich sehe uns auf Augenhöhe.“

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Die Obercastroper, die bestens eingestellt auf Dortmunder Boden gerade einen Dreier einfuhren, nähmen den zweiten Rang sehr gerne an. Es muss aber gar nicht so viel sein, selbst wenn Trainer Aytac Uzunoglu nach dem 2:0 in Schüren äußerst zufrieden war. „Ja, das macht Spaß, wenn die Mannschaft so spielt, wie ich mir das vorstelle. Aber wir sind auch keine Träumer.“

Uzunoglu studierte die Tabelle und stellte fest, „dass wir gegen die Hochkaräter der Liga erst noch antreten müssen. Deuten ist schon mal nicht schlecht. Dann der TuS und daran anschließend der momentane Zweite aus Neheim. Danach sehen wir dann klarer, wie gut wir wirklich sind.“

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Des Trainers Fokus liegt aktuell nur auf Gegner Deuten, wobei er sogar sagt, die Vorbereitung auf deren Spielweise beginne erst in dieser Woche. „Es bringt in dieser schnelllebigen Zeit und dieser ausgeglichenen Liga doch auch gar nichts, Monate zuvor alle Gegner zu studieren. Da ändert sich so viel. Ich verschaffe mir immer erst ein paar Tage vor den Spielen ein klares Bild.“

Uzunoglu nimmt TuS ins Visier

Und dann, irgendwann in der kommenden Woche, nimmt Uzunoglu erst den TuS richtig ins Visier. Er schickt vorweg: „So lange kennen wir uns ja gar nicht. Das war vergangene Saison ein packendes Duell. Vorher war jeder seinen eigenen Weg gegangen.“

Und wenn er dann doch um eine erste Einschätzung gebeten wird, urteilt der Trainer: „Der TuS mit vielen Akteuren aus der Herner Oberliga-Aufstiegsmannschaft von vor ein paar Jahren macht ja keinen Hehl aus seinen Ambitionen. Das ist auch legitim. Wir aber arbeiten uns erstmal von Woche zu Woche weiter in die Saison vor.“

Für den Trainer ist aktuell viel wichtiger als das mögliche Spitzenspiel an der Provinzialstraße, dass Kapitän Moritz Budde nach einer Knöchelverletzung in Schüren zumindest kurz wieder mitmischte. Bald sollen auch der Ex-Brünninghauser Julian Ucles Martinez und Marc Schröter ins Training einsteigen. „Dann sind wir noch variabler.“ Uzunoglu weiß, dass jenseits der Stadtgrenze das Nachbarschaftsduell schon jetzt ein Thema ist. „Das ist ja auch okay, aber wir beschäftigen uns jetzt erstmal mit uns.“

„Gesucht und gefunden“ passt Stand jetzt noch nicht, da Obercastrop noch nicht mal gesucht hat. Aber das ändert sich bestimmt, wenn auch der Wacker-Fokus auf den aktuellen Tabellenführer gerichtet ist.

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