Zwei Schiedsrichter prägten ein Vierteljahrhundert lang den Korfballsport

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Den Sport kannten sie zunächst gar nicht, doch nun sind Herbert Thon und Wolfgang Effenberger aus dem Korfballsport nicht mehr wegzudenken. Doch ihre Schiedsrichter-Ära endet nun.

von Thorben Schulte

Castrop-Rauxel

, 21.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Blumen und Urkunden läuteten das Ende einer kleinen Ära im Korfballsport ein. Mit Herbert Thon und Wolfgang Effenberger ehrte der Westfälische Turnerbund (WTB) am vergangenen Sonntag zwei Korfballschiedsrichter, die diesen Sport für rund ein Vierteljahrhundert in der Region geprägt haben und nun ihr Amt aufgeben. 30 Jahre lang pfiff Herbert Thon beim HKC Albatros und Wolfgang Effenberger 25 Jahre beim Schweriner KC.

Zum HKC kam Herbert Thon damals durch den Gründer des Vereins, Heinz Opalka, und damit auch zum Korfball. Seine Tochter spielte von Anfang an in dem Verein und auch er fing dort bald an. Nach einer Funktion als Staffelleiter, die er aus beruflichen Gründen aufgeben musste, wurde er schließlich Schiedsrichter und pfiff vor allem die Jugend. „In meinen 30 Jahren habe ich kein einziges Mal versäumt und sogar noch andere Schiedsrichter vertreten“, berichtet er. Bis vor zehn Jahren war er noch selbst als Spieler in einer Freizeitgruppe aktiv, musste dann aber aus gesundheitlichen Gründen damit aufhören.

Wolfgang Effenberger begann seine Karriere beim Schweriner KC im Jahr 1990, als er gerade sein Elektrostudium beendet hatte. „Während meines Studiums hatte ich wenig Zeit für Sport und wollte mich nach dem Abschluss wieder in einem Verein betätigen“, sagt er. Seine Schwester spielte zu der Zeit bereits beim Schweriner Korfball-Club und nahm ihn schließlich zu einem Training mit.

Die beiden Schiedsrichter sind weiterhin aktive Sportler

Den Sport kannte er zunächst gar nicht, aber er fand schnell Gefallen daran und spielte in den folgenden Jahren in der zweiten und teilweise auch in der ersten Mannschaft. 1994 entschied er schließlich nicht nur Spieler sein zu wollen und machte seine Schiedsrichterlizenz – ein Amt, das er für 25 Jahre ausübte. Und auch wenn er die Pfeife jetzt an den sprichwörtlichen Nagel hängt, ist mit dem Korfball noch lange nicht Schluss. Wolfgang Effenberger ist weiter beim Schweriner KC aktiv und spielt dort in der Gauliga. Auch Herbert Thon gibt den Korfball nicht auf: „Ich pfeife auch heute noch die Spiele der Freizeitgruppe.“

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Angetrieben werden die beiden von ihrer Leidenschaft für den Sport. „Ich hatte immer Spaß beim Korfball. Dort sind viele Freundschaften entstaden“, sagt Wolfgang Effenberger dazu. An dem Sport selbst sei einmalig, dass Jungen und Mädchen zusammen spielen. Das sieht auch Herbert Thon so und bemerkt außerdem, dass die besondere Spielweise des Sports auch ganz spezielle Anforderungen an die Schiedsrichter stelle: „Die Spielregeln sind komplizierter als im Fuß- oder Handball, weil der Sport nicht so körperlich ist“.

Diesen Tipp hat Wolfgang Effenberger

Manche Manöver beim Fußball, die gar nicht gepfiffen werden, würden beim Korfball schon mit einer gelben Karte geahndet. Um fair urteilen zu können, sei es daher nach Meinung von Wolfgang Effenberger wichtig, dass man gute Augen habe und als Schiedsrichter „seinen Mann steht“.

Für die Zukunft wünscht er sich eine stärkere Verbreitung der Sportart: „Schön wäre, wenn Korfball nicht nur hier, sondern auch außerhalb von Castrop-Rauxel und dem Rheinland gespielt werden würde.“ Wenn es sich international mehr ausbreiten würde, könne es vielleicht eines Tages auch eine olympische Disziplin werden. Speziell seinem Verein erhofft er eine erfolgreiche Zukunft und zeigt sich wegen der guten Jugend zuversichtlich.

Auch Herbert Thon wünscht seinem Verein viel Erfolg. „Momentan sind wir nicht so erfolgreich, früher waren wir immer ganz oben.“ Er hofft, dass sich dieser Trend wieder umkehrt und der HKC wieder um Meisterschaften spielt.

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