Anders sein ist nicht nur beim Fußball auch normal

27.07.2007, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Barkenberg Auch mit dem Abstieg in die Kreisliga B sind die Fußballer des SuS Grün-Weiß Barkenberg nicht von der Bildfläche verschwunden. Im Gegenteil: Wenn es darum geht, die heimische Platzanlage neben der Gesamtschule aufzuhübschen oder ein "Event" ganz groß aufzuziehen, entwickeln die Barkenberger ungeheure Energien.

Momentan arbeiten sie auf zwei Baustellen. Weitgehend in Eigenregie errichten sie eine kleine, überdachte Tribüne am Rande des Rasens. Die soll spätestens am 18. August fix und fertig sein, steht dann doch ein außergewöhnliches Ereignis ins Haus. An diesem Samstag messen sich die SuS-Fußballer ab 15.30 Uhr in einem Benefizspiel zu Gunsten der Haldenwangschule im Harsewinkel mit der deutschen Nationalmannschaft der Menschen mit Behinderung.

Dritter bei der WM ´06

"Anders sein ist auch normal" - so lautete das Motto der Behinderten-Fußballer, als sie fast genau vor einem Jahr bei der 4. INAS FID-Weltmeisterschaft erstmals aus dem Schatten ins Licht der Öffentlichkeit traten. Am Ende machte es die Truppe um Kapitän Guido Skorna den Ballacks und Kloses nach und errang den dritten Platz.

Ein Jahr später versammelt Nationaltrainer Willi Breuer seine "Kinder", wie er sie nennt, wieder in der Sportschule Wedau und hat dort einen Sichtungslehrgang anberaumt. Liebevoll wird er sich dort ein paar Tage um die Fußballer kümmern, die aus ganz Deutschland anreisen und mit einem lntelligenzquotienten unter 75 nicht jede Traineranweisung sofort umsetzen können.

Vierstellig?

Höhepunkt des Lehrgangs soll das Spiel in Barkenberg werden. GWB-Geschäftsführer Dieter Hemmen und sein alter Mitstreiter Franz Kendziorra hoffen auf eine vierstellige Besucherzahl - trotz des gleichzeitigen Revierknallers zwischen Schalke und Dortmund. Über Kendziorra waren die Kontakte zum Breuer-Team entstanden. Er hatte die Mannschaft während der WM 2006 im Bus durchs Revier geschaukelt und die Verbindung seitdem nicht abreißen lassen.

Momentan basteln die beiden Organisatoren noch an einem möglichst attraktiven Rahmenprogramm. Zur Intonierung der Nationalhymne haben sie das Blasorchester Holsterhausen gewonnen, ein Sponsor für das gemeinsame Essen beider Mannschaften ist gefunden, weitere akustische wie optische Leckerbissen sind in Vorbereitung. Festgelegt haben sich Hemmen und Kendziorra aber bereits auf einen moderaten Eintrittspreis. Für drei Euro ist selten eine National-Elf zu bestaunen. Der Reinerlös geht an die Haldenwangschule und soll in die Anschaffung einer 16000 Euro teuren Schaukel für Rollstuhlfahrer fließen.

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