Auf den SV Schermbeck wartet nicht nur eine sportliche Hürde

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In ganz kurzer Zeit muss der SV Schermbeck ganz viele Auflagen des DFB erfüllen, um am DFB-Pokal teilzunehmen. Dabei weiß der SVS noch nicht einmal, ob er die erste Runde überhaupt erreicht.

Schermbeck

, 04.08.2020, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sollte der SV Schermbeck den Westfalenpokal gewinnen, dürfte er im DFB-Pokal spielen. Gegner für den Oberligisten wären entweder die SpVgg Greuther Fürth oder der SC Paderborn. Doch davor liegt nicht nur die Herausforderung Westfalenpokal, sondern auch jede Menge Schreibarbeit – in ganz kurzer Zeit.

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Der Zeitplan ist eng getaktet: Am 15. August spielt der SV Schermbeck im Westfalenpokal-Halbfinale gegen die SpVg Hagen 11. Sollte der SVS gewinnen, würde er eine Woche später (22. August) auf den RSV Meinerzhagen oder den SV Rödinghausen im Finale treffen.

Eigentlich liegen drei Monate zwischen Verbandspokalfinale und der ersten Runde im DFB-Pokal

Würde sich die Mannschaft von Trainer Sleiman Salha auch in diesem Duell durchsetzen, würde sie am DFB-Pokal teilnehmen. Die erste Runde ist bereits ausgelost und findet am zweiten Septemberwochenende (11. bis 14. September) statt.

Im Normalfall liegen zwischen den Verbandspokal-Endspielen und der ersten Runde des DFB-Pokals rund drei Monate. Der Vorteil dadurch ist klar: Die Amateurvereine, die in der ersten Runde des DFB-Pokals ein Heimspiel haben, haben die Möglichkeit, Konzepte für die Heimspiele gegen die Profiteams aufzustellen.

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So ist es manchen trotz Heimspiel nicht vergönnt, zuhause auf der eigenen Anlage zu spielen. Einige ziehen in nahe gelegene Stadien um. In diesem Jahr kommen zudem Hygienekonzepte hinzu. Außerdem weiß noch kein Verein, vor wie vielen Zuschauern er überhaupt spielen darf.

Bis zum 17. August muss der SV Schermbeck alle Fragen beantwortet haben

All diese Fragen will der DFB jetzt aber beantwortet wissen. Eingereicht sein müssen die Unterlagen bis zum 17. August. „Und wir reden hier nicht von ein, zwei Seiten“, sagt Schermbecks Geschäftsführer Sport Cem Kara. Allein die Durchführungsbestimmungen umfassen 81 Seiten. Ergänzt werden diese durch mehr als ein Dutzend PDF-Dateien. Die Liste der Auflagen zu den Themen Stadionkapazität, Gästeblock, Fantrennung, Medien-TV-Compound und Flutlicht ist lang.

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Der SVS muss all diese Unterlagen beantwortet haben, ehe er weiß, ob er überhaupt ins Finale des Westfalenpokals einzieht. An zwei Tagen lassen sich all diese Punkte nicht zufriedenstellen beantworten. „Wir machen uns nächste Woche ran“, sagt Kara. „Dann sind Michael Steinrötter (Vorsitzender; Anm. d. Red.) und Thorsten Schröder (stellvertretender Vorsitzender; Anm. d. Red.) aus dem Urlaub zurück.“

Benjamin Kappelt, Pressesprechers des Niederrheinligisten FC Bocholt hat in der Bild-Zeitung bereits Zweifel angeregt: „Insgesamt sind das alles viele große Fragezeichen und ebenso große Herausforderungen, die die Amateurvereine in so kurzer Zeit klären sollen – bevor überhaupt feststeht, ob sie wirklich dabei sind.“

Im Zweifel das Heimrecht tauschen?

Bocholt kämpft im Niederrhein-Pokal ebenfalls noch um ein DFB-Pokal-Ticket. Kappelt hat die Angst, dass die Vereine im Zweifel einfach das Heimrecht tauschen. Nach DFB-Statuten wäre das in letzter Instanz möglich. Es würde – neben der bereits geringeren Zuschaueranzahl – den Amateurvereinen aber noch mehr Flair nehmen.

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„Optimal wäre es, wenn wir in Schermbeck spielen könnten. Darüber werden wir uns ab nächste Woche Gedanken machen“, sagt Kara. Zuvor liege aber noch ein weiter Weg. „Die Spieler sollen erstmal das Halbfinale spielen.“ Alles andere macht der Vorstand. „Und schaffen wir es wirklich, den Westfalenpokal zu gewinnen, werden wir alle Unterlagen eingereicht haben.“

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