Auf Goggos durch die Erler Heide

Motorsport

Motorsport mitten in der Erler Heide? Das gibt es beim Erler Motor Club seit den 60er Jahren. Am Pfingstmontag drehten die Fahrer auf der Bahn an der B224 südlich des Dorfes beim zweiten Lauf der Serie um den EMC-Pokal wieder ihre spektakulären Runden. Und das auf umgebauten Goggomobilen.

ERLE

von Von Horst Lehr

, 07.06.2017, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf Goggos durch die Erler Heide

Malerisch gelegen: Die Rennfahrzeuge knattern beim Erler Motor Club am Rande von Wiesen und Wäldern.

Ihre ersten Fahrzeuge bauten die Erler Motorsport-Enthusiasten nach amerikanischem Vorbild einst selbst aus einem handelsüblichen Kleinwagen: dem Goggomobil. Bis heute ist es dabei geblieben, und auch wenn in der Erler Heide längst auch mit Karts gefahren wird, sind die Goggo-Rennen doch immer noch der Höhepunkt jedes Renntages.

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Erler Motor Club 2017

Motorsport mitten in der Erler Heide? Das gibt es beim Erler Motor Club seit den 60er Jahren. Am Pfingstmontag drehten die Fahrer auf der Bahn an der B224 südlich des Dorfes beim zweiten Lauf der Serie um den EMC-Pokal wieder ihre spektakulären Runden. Und das auf umgebauten Goggomobilen.
07.06.2017
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Malerisch gelegen: Die Rennfahrzeuge knattern beim Erler Motor Club am Rande von Wiesen und Wäldern. © Foto: Horst Lehr
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An das einstige Goggomobil erinnert bei den Erler Rennfahrzeugen allerdings auf den ersten Blick nur wenig. Komplett zerlegt wurden alle wichtigen Fahrzeugteile wie Motor, Getriebe, Aufhängung, Pedalerie, Räder und Lenkung auf ein neues, aus Rohrrahmen gefertigtes Chassis verbaut. Damit hatten die Fahrer ein zwar futuristisch aussehendes, aber höllisch gut gehendes Renngerät, dessen Zweitaktmotor ca. 30 PS Leistung aus 250 ccm Hubraum abgibt. Selbst auf der relativ kleinen Erler Bahn mit ihren nur rund 300 Meter Streckenlänge erreichen die „Goggos“ am schnellsten Punkt der Strecke Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 90 km/h. Zwei Teilnehmer haben ihre normalerweise luftgekühlten Karts sogar auf Wasserkühlung umgebaut und können damit ein noch besseres, und vor allem gleichmäßigeres Leistungsband nutzen.

Um den EMC-Pokal

Christoph Markfort, der 2. Vorsitzende des Erler Motor Clubs, (EMC)startet selbst noch regelmäßig bei den Rennen und sagt lachend: „Wir fahren die Trecker unter den Gokarts.“ Am Montag gingen er und seine Konkurrenten zum zweiten Lauf des EMC-Pokals auf die Strecke.

Am Start wurden die Motoren wieder richtig hochgedreht, allerdings musste dann schnell losgefahren werden, denn wegen der feinjustierten Gemisch-Einstellung durfte das Startprocedere nicht zu lange dauern. Schon auf den ersten Metern begannen die harten Infights um die beste Position vor der Einfahrt in die Steilkurve, in der es besonders wichtig war, den Schwung mitzunehmen, um danach sofort wieder zu beschleunigen. In den folgenden Kurven zeigten die Fahrer tolle Drifts und verschenkten bei den anstehenden Überholmanövern keinen Zentimeter der Strecke.

Die beiden Wertungsläufe wurden über je 30 Runden gefahren und am Ende stand Matthias Schulte-Bocholt als unangefochtener Sieger ganz oben auf dem Podest. Zufrieden sagte er: „Es war ein gutes Rennen in dem ich meine Stärke bei der Anfahrt zur Steilkurve nutzen konnte.“

Gleichmäßig und rund

Im ersten Teil des Renntages waren getunte Rennkarts mit Viertakt-Hondamotoren gestartet, die ihre Leistung von 15 bis 18 PS aus einem Hubraum von 270 ccm schöpfen. „Wer gewinnen will, muss auf dieser Strecke besonders gleichmäßig und rund fahren“, erklärte EMC-Vorstandsmitglied Karl Josef Schneider. Am besten gelang das seinem Sohn Benjamin. Der wurde nach zwei Wertungsläufen mit dem Pokal des Gesamtklassensiegers geehrt. Mit seiner beherzten Fahrweise und vielen exakt gesetzten Überholmanövern konnte er sogar den Nachteil eines gelockerten Zündkerzensteckers im ersten Lauf ausgleichen.

EMC-Vorsitzender Bernhard Nagel freute sich nach dem letzten Lauf: „Zuschauer und Akteure haben bei schönem Wetter einen tollen Renntag erlebt.“ Und so wird es in der Erler Heide sicher nicht zum letzten Mal geheißen haben „Go, Goggo, go!“

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