Beinahe-Sensation und Tabellenführer: GW Barkenbergs Lauf hat einen Grund

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Der B-Kreisligist GW Barkenberg hat nach zwei, drei turbulenten Jahren seinen alten Erfolgscoach und Vorsitzenden als Trainer installiert. Der Saisonstart verlief vielversprechend.

Wulfen-Barkenberg

, 16.09.2020, 14:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass der Neubeginn nach turbulenten Jahren so reibungslos verläuft, hätte GW Barkenbergs Vorsitzender und Trainer Frank Hofmann eher nicht gedacht. Der Fußball-B-Kreisligist grüßt nach zwei Spielen von der Tabellenspitze und ließ zudem im Pokal aufhorchen. Ein Hauptgrund für den positiven Start ist eine taktische Änderung bereits in der Vorbereitung.

Selbstkritisch ging GW Barkenberg in die laufende Saison. Vieles lief in den vergangenen zwei, drei Jahren nicht nach dem Geschmack der Verantwortlichen. Das gipfelte auch im sportlichen Niedergang des ehemaligen A-Kreisligisten, der vor wenigen Jahren zeitweise mit einem Bein in der Bezirksliga stand.

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Um das Ruder herumzureißen, übernahm der ehemalige Erfolgscoach und derzeitige Vorsitzende des Vereins, Frank Hofmann, erneut den B-Kreisligisten. Sein Traum ist es, sagte Hofmann vor wenigen Wochen, mit GW Barkenberg zum 50-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 2022 wieder aufzusteigen.

Doch bereits diese Saison begann sehr erfolgreich. Nach zwei Spielen grüßt Barkenberg von der Tabellenspitze. Gegen die Reserve des SV Dorsten-Hardt gewannen die Barkenberger mit 2:0, gegen den TSV Marl-Hüls mit 3:1. Zudem konnten sich die Grün-Weißen im ersten Pokalspiel gegen den A-Kreisligisten SV Lembeck verdient mit 3:1 durchsetzen.

Anfangs bekam GW Barkenberg zu viele Gegentreffer

Mitverantwortlich für den guten Saisonstart ist eine taktische Änderung bereits in der Vorbereitung. Als Hofmann das Traineramt erneut übernahm, wollte er von seiner Mannschaft ein hohes Pressing sehen. Das funktionierte allerdings nur bedingt, die Folge waren viele Gegentore. In den fünf Testspielen vor dem ersten Pflichtspiel kassierte Hofmanns Elf 16 Gegentore. Zu viel.

Also beorderte der Trainer die Abwehrkette einige Meter nach hinten. Nun steht Barkenberg kompakter und sicherer. In den drei Spielen danach gegen Lembeck, Hardt II und Marl-Hüls bekam Barkenberg nur noch zwei Gegentore. Auch gegen RW Deuten ging die tiefere Kette auf. Gegen den Westfalenligisten kassierte Barkenberg ebenfalls nur zwei Gegentreffer.

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Zudem gelang beinahe die große Überraschung. Gegen den vier Ligen höher spielenden Gegner schaffte es GW bis ins Elfmeterschießen, führte bis wenige Minuten vor Abpfiff mit 2:1. „Danach verließen uns ein bisschen die Kräfte, aber dennoch bin ich mega stolz“, sagte Hofmann.

Auch aus seiner Sicht des Vorsitzenden war er mit dem Auftritt des Verein sehr zufrieden. „Wir haben uns in allen Belangen toll präsentiert gegen Deuten.“ Er spricht das Hygienekonzept des Vereins und auch die Anlagebedingungen an. Um dem Westfalenligisten den Aufenthalt in Barkenberg so angenehm wie möglich zu gestalten, „haben wir die Anlage richtig auf Vordermann gebracht.“

Platz im oberen Tabellendrittel realistisch

Ob für GW Barkenberg der große Sprung bereits in dieser Saison möglich ist? „Das kann man nach zwei Spieltagen noch nicht einschätzen“, so Hofmann. Mit dem Kader, der ihm zur Verfügung steht, sei aber ein Platz im oberen Drittel realistisch. Wichtig dafür ist, dass sich Barkenberg weiterhin als Team beweist.

Das war in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall. Deshalb legt Hofmann viel Wert auf die Teamfähigkeit. „Das habe ich aber schon damals. Ich sage immer, dass wir alle verschieden sind. Wir müssen es aber alle zusammen hinkriegen, wenn wir erfolgreich sein wollen.“

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Ein Beispiel dafür, dass es derzeit funktioniert, nennt der Trainer auch. „Albinat Packolli und Gabriel Bernt, unsere etatmäßigen Stürmer, saßen gegen RW Deuten beide auf der Bank, weil ich etwas anders spielen wollte. Ohne zu murren, haben sie sich auf die Bank gesetzt und das Team von außen angefeuert.“ So soll es bei GW Barkenberg weiterlaufen. Und wenn Barkenberg das schafft, ist vieles möglich.

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