Halbzeitbilanz - BG Dorsten und BSV Wulfen haben noch Luft nach oben

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Am Samstag beginnt auch in der 1. Regionalliga die Rückrunde. Wie fällt die Halbzeit-Bilanz für die BG Dorsten und den BSV Wulfen aus?

von Ralf Weihrauch, Andreas Leistner

Dorsten, Wulfen

, 29.11.2019, 15:38 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die BG Dorsten steht nach Abschluss der Hinserie auf dem achten Platz der 1. Regionalliga. Damit hätten sich die Dorstener Basketballer für die Play-offs qualifiziert und ihr erstes Saisonziel erreicht. Trainer Franjo Lukenda sieht aber noch Luft nach oben.

Die Saison begann vielversprechend. Die Dorstener gewannen ihre Heimspiele und nichts sprach dagegen, dass die neue Saison so erfolgreich werden könnte wie die letzte. Franjo Lukenda hatte sogar einen viel größeren Kader, der ihm allerdings auch ein bisschen Kopfzerbrechen bereitete: „Mit Sven Morlock und Nainoa Schmidt hatte ich gar nicht mehr gerechnet. Als sie dann doch ihre Zusagen gaben, musste ich ganz schön basteln, um die passende Aufstellung zu finden.“

Pech mit Verletzungen

Doch die Arbeit wurde ihm auf eine Art und Weise abgenommen, auf die er gerne verzichtet hätte. Philipp von Quenaudon zog sich im Spiel gegen Haspe einen Kreuzbandriss zu und wird in dieser Saison nicht mehr spielen. Sven Morlock verletzte sich ein paar Tage später im Pokalspiel in Waltrop und fiel auch viele Wochen aus. Hinzu kamen Knieprobleme bei Gerrit Budde, der wohl auch erst im kommenden Jahr wieder spielen kann, und auch Rene Penders laboriert an einer Knieverletzung. Zu allem Überfluss setzte sich Neuzugang Arbnor Voca durch einen Arbeitsunfall selber außer Gefecht. Lukenda konnte es kaum fassen: „Es scheint, dass wir nun dafür bezahlen, dass wir in der ganzen letzten Saison von Verletzungen verschont geblieben sind.“

Halbzeitbilanz - BG Dorsten und BSV Wulfen haben noch Luft nach oben

Philipp von Quenaudon (l.) ist einer der Langzeitverletzten der BG Dorsten. © Leistner, Andreas

Pech hatte der Trainer auch bei der Verpflichtung des zweiten Imports, denn der Spanier Jon Galarza erfüllte nie die Erwartung: „Im letzten Jahr war mit Ljuben Paskov neben Mike Nwabuzor ein Punktegarant im Kader, momentan ist Adam Pickett aber auf sich allein gestellt.“ Doch wollen die Dorstener auf dieser Position Abhilfe schaffen und halten nach einem neuen Importspieler Ausschau.

Unter diesen Voraussetzungen ist der Platz in den Play-offs noch ein Erfolg. Großen Erwartungen hat der Trainer ohnehin immer eine Absage erteilt: „In den letzten Jahren wird die Liga immer stärker und die Vereine geben immer mehr Geld aus. Bei uns ist das Budget im besten Fall gleich geblieben.“

Daher hat der Trainer oft kein Verständnis für kritische Stimmen nach Niederlagen: „Ich konnte in den letzten Wochen nie so trainieren, wie es hätte sein müssen. Ich hoffe aber, dass es nach dem Jahreswechsel besser wird.

Drei ärgerliche Niederlagen

Die äußeren Einflüsse sind aber nicht das einzige Problem, mit dem der Trainer zu kämpfen hat: „Natürlich hatten die Niederlagen auch einen Einfluss auf die Stimmung beim Training.“ Allerdings spart der Trainer auch nicht an Kritik an seiner Mannschaft: „Wir haben gegen die BG Hagen, Recklinghausen und Wulfen Niederlagen kassiert, die nicht sein mussten.“ Jedes Mal kritisierte Lukenda, dass die Spieler sich nicht ganz an den Matchplan gehalten hätten.

Der Dorstener Trainer ist aber sehr optimistisch, wenn es um die Spiele im kommenden Jahr geht: „Ich glaube nicht nur, dass wir die Play-offs erreichen, sondern auch noch ein paar Plätze klettern. Dann wäre es auch möglich noch eine Runde weiter zu kommen“, sagt Lukenda.

Der BSV hat ein Ziel schon erreicht

Lukendas Freund Gary Johnson hatte beim BSV Wulfen weniger Verletzungspech und darf bei Saison-Halbzeit zumindest eines schon sicher auf der Haben-Seite verbuchen: den ersten Derbysieg über die BG seit sechs Jahren. Damit ist ein Saisonziel – zumindest für die Fans – bereits erreicht.

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Beim zweiten, dem Klassenerhalt, sind die Wulfener auf einem sehr guten Weg. Drei Siege Vorsprung und der aktuell deutlich bessere direkte Vergleich mit dem SV Hagen-Haspe lassen den BSV beruhigt der zweiten Saisonhälfte entgegen sehen. Ausruhen können sich Johnson und seine Spieler aber keineswegs, und außerdem locken ja auch noch die Play-offs.

Die wären für den Aufsteiger das Sahnehäubchen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zum einen, weil die Liga extrem ausgeglichen ist. Rhöndorf hat sich gefangen, Grevenbroich bereits verstärkt, Dorsten plant den Tausch des zweiten Importspielers – unter diesen Vorzeichen wird die Wiederholung der Hinspielsiege für den BSV schwer. Andererseits haben die Wulfener nicht nur bei ihren Erfolgen bewiesen, dass sie in der 1. Regionalliga mithalten können. Voraussetzung: Der Kader ist komplett und die Leistungsträger in Normalform.

Halbzeitbilanz - BG Dorsten und BSV Wulfen haben noch Luft nach oben

Den Klassenerhalt vor Augen, den ersten Derby-Sieg unter Dach und Fach - die Halbzeitbilanz des BSV Wulfen könnte schlechter ausfallen. © Andreas Leistner

Denn noch kann sich der BSV einen kranken Michael Haucke oder einen indisponierten Bryant Allen nicht leisten. Auch die Dreier-Quote der Wulfener lag in vielen Begegnungen der Hinrunde noch unter dem Niveau, das für Siege nötig ist. Stabilisiert sich die Mannschaft hier und spielen sich die Youngster im Team weiter so in den Vordergrund, dann dürften die Wulfener Fans auch in der zweiten Saisonhälfte noch viel Freude an ihrem haben – und das Team an ihnen.

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