BG Dorsten gegen BSV Wulfen - der Derbyabend ohne Derby

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Am Samstagabend wäre Derbytime gewesen. BG Dorsten gegen BSV Wulfen. Stattdessen? Ja, was eigentlich? Wir fragten einige der Protagonisten.

Dorsten, Wulfen

, 16.11.2020, 06:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Samstagabend, 20 Uhr, KIA Baumann Arena. Das wäre für rund 1000 Basketball-Fans aus Dorsten, Wulfen und Umgebung eigentlich ein Pflichttermin gewesen. Eigentlich. Denn Corona ließ in der 1. Regionalliga auch das erste Pflichtspiel-Duell zwischen der BG Dorsten und dem BSV Wulfen platzen. Was tun also mit dem Abend?

Beim BSV Wulfen hatten sie sich diese Frage offenbar schon einige Tage zuvor gestellt und einen Gag vorbereitet. In Trump-Manier erklärte sich der BSV im Internet am Samstagmorgen zum Derbysieger, weil er „einfach wieder dran“ sei, nachdem die BG im März in der ewigen Statistik wieder mit 16:15 in Führung gegangen war. Vorsichtshalber nahm BSV-Vorsitzender Christoph Winck mit seinem BG-Kollegen Thomas Klings Kontakt auf, „damit nichts in den falschen Hals kommt“.

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Doch Klings war weit davon entfernt, sich aufzuregen. Genau wie am Samstagabend. „Ich habe Fernsehen geschaut“, erklärte der BG-Chef auf unsere Frage, wie er den Derbyabend verbracht habe. „Ich habe auch gar nicht an das Spiel gedacht. Durch den Lockdown treten viele Dinge einfach in den Hintergrund.“ Viel wichtiger als das ausgefallene Lokalduell sei, was am 1. Dezember – also nach Ablauf der ersten Lockdown-Frist – in der Liga geschehe.

“Besser gar nicht als ohne Fans“

Christoph Winck spürt die Auswirkungen von Corona derzeit am eigenen Leibe und befindet sich nach den Coronafällen im Regionalliga-Kader des BSV noch in Quarantäne. Den Samstagabend hat er ebenfalls vorm Bildschirm verbracht, allerdings am Computer und mit Basketball: „Ich habe den Livestream der Pro-B-Partie zwischen Düsseldorf und Bochum verfolgt. Was soll man auch sonst machen?“

Ans Derby habe er schon gedacht. Auch wehmütig. Aber: „Was wäre ein solches Derby ohne Fans gewesen? So gesehen, war es besser, dass es gar nicht stattgefunden hat.“

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Für die Mitglieder des BSV-Fanclubs Wulfen Xtream war die Untätigkeit am Samstag besonders hart. Gerade für die Derbys gegen Dorsten hatten sie sich in der Vergangenheit stets besondere Aktionen oder Choreographien ausgedacht. „Diesmal haben wir abends nur per WhatsApp ein paar Bilder und Videos von früheren Derbys hin- und hergeschickt“, erzählt Xtream-Mitglied Nico Pal.

Das sei schon traurig: „Nach dem Aufstieg haben wir uns so auf die Derbys gefreut. Zweimal hatten wir richtig Spaß, und dann fällt das dritte schon wieder aus.“

Doch dem BSV-Fanclub bleibt ein großes Ziel: „Nächstes Jahr feiern wir unser Zehnjähriges.“ Und dann wird es ja hoffentlich auch wieder ein Derby geben.

Gesang und Emotionen

Aus der Not eine Tugend macht unterdessen BG-Trainer Franjo Lukenda. Die freie Zeit, die ihm ausfallendes Training und abgesagte Spiele bescheren, nutzt er für die Familie. Am Samstagabend etwa holte er für seine dreijährige Tochter den Laternenumzug für St. Martin nach, inclusive Lagerfeuer. Es gab Gesang und Emotionen, nur halt ein bisschen anders als beim Basketball.

Auch Lukenda fehlt der Sport: „Es ist schon traurig, aber ich denke, es ist der smartere Weg.“ Seine große Hoffnung: „Dass wir die Saison nach einem Restart auch wirklich vernünftig und in einem Stück zu Ende spielen können.“ Und das natürlich auch wieder mit Derby.

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