Freiwurf-Finale in Wulfen - die letzten Sekunden des BSV-Sieges über Herten im Video

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Eine Aufholjagd, wie es sie wohl lange nicht mehr gegeben hat, lieferte der BSV Wulfen im Vest-Derby gegen die Hertener Löwen. In der Tabelle hat der BSV zudem die BG Dorsten überholt.

Dorsten, Wulfen

, 08.12.2019, 00:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

1. Regionalliga West

BSV Wulfen - Hertener Löwen

82:80 (43:43)

Erfolgreiche Aufholjagd nach aussichtslosem Rückstand. Eine Sieg als Team, nachdem gleich drei Leistungsträger ausgefallen waren. Und ein Ex-Spieler, der auf der Gegenseite in letzter Sekunde vom Matchwinner für die Gäste zum tragischen Helden des Abends wurde. Der 82:80-Erfolg des BSV Wulfen über die Hertener Löwen bediente am Samstagabend wirklich so manches Klischee, aus dem Hollywood Sportfilme machen würde.

Video
BSV Wulfen - Hertener Löwen, die letzten Freiwürfe

1,3 Sekunden waren noch zu spielen, als Hertens Dijon Smith an die Freiwurflinie trat. Es stand 82:80 für den BSV. Traf der Ex-Wulfener Smith beide Freiwürfe, wäre wohl Verlängerung angesagt gewesen. Bis dahin hatte der 2,04-m-Mann zehn von zwölf Frewiürfen getroffen. Doch ausgerechnet den wichtigsten vergab er nun. Und nach dem ersten Fehlwurf blieb ihm nichts anderes übrig, als den zweiten auch noch absichtlich an den Ring zu setzen, um seinem Team über den Rebound noch die Chance auf einen Feldkorb zu erhalten. Doch dieser Rebound landete beim BSV, Wulfen jubelte, und Smith blieb enttäuscht am Boden liegen.

13:30 nach zehn Minuten

Diese Enttäuschung war nur zu verständlich. Nicht, weil Smith mit 26 Punkten bester Hertener Werfer des Abends gewesen war, sondern weil sein Team den Sieg in der Gesamtschulhalle im Grunde schon in der Tasche gehabt hatte. 30:13 hieß es für die Löwen nach den ersten zehn Minuten. Die steckten ihre Ausfälle Weichsel und Galiano zu Beginn ohne Probleme weg, während Wulfen genau so spielte, wie es Pessimisten ohne die Leistungsträger Michael Haucke, Alexander Winck und Sadiq Ajagbe erwartet hatten. Kopflos und ungefährlich.

Blatt wendete sich im zweiten Viertel

Doch irgendwie wendete sich das Blatt. So unerklärlich, dass es zunächst keiner wirklich wahrnahm. Die 8:0-Serie zu Beginn des zweiten Viertels bedeutete zunchst fast nur Ergebniskosmetik. Doch als es dann 28:34 (15. Minute) hieß, begann der kleine Funke Hoffnung zu glimmen. Herten versuchte ihn zu löschen. Trainer Cedric Hüsken hatte nach der klaren Führung ein wenig durchgewechselt, schickte nun aber wieder seine erste Fünf aufs Feld. Doch auch die konnte das Ruder nicht mehr herum reißen. Beim 43:41 durch Nils Peters ging Wulfen in der 20. Minute zum ersten Mal nach dem 2:0 wieder in Führung. Mit 43:43 wurden die Seiten gewechselt, und bis in zur entscheidenden Szene 1,3 Sekunden vor dem Ende sollte sich kein Team mehr auf mehr als vier Punkte absetzen.

Herten legte Protest ein

Allerdings wird die Partie noch ein Nachspiel haben. Zwischen dem Spielberichtsbogen und dem Computer-Scouting gab es zur Halbzeitpause auf Hertener Seite eine Differenz von zwei Punkten. Wegen des vermeintlich fehlenden Korbes legten die Gäste Protest ein. Die Schiedsrichter hatten in der Halbzeit entschieden, sich nach dem Spielberichtsbogen zu richten, der ein 43:43 statt eines 43:45 auswies.

BSV: Silic (o.E.), F. Landwehr (o.E.), S. Landwehr (o.E.), Bryant (34/5, 12 Rebounds, 6 Assists), Korte (o.E.), Terboven (4), Kleinert (13/1), Bellscheidt (14/1), Vadder (4, 6 Rebounds, 4 Assists, 3 Blocks), van Buer (4, 2 Blocks), Piechotta (3/1, 6 Rebounds), Peters (4, 6 Rebounds).

Deutzer TV - BG Dorsten

77:46 (46:28)

Zwei der vier Viertel konnte die BG Dorsten am Samstagabend beim Deutzer TV ausgeglichen gestalten. Am Ende hatte sie trotzdem mit fast 30 Punkten das Nachsehen und mit 46 Punkten das schlechteste Offensiv-Ergebnis der Saison verbucht.

Dabei konnte die BG doch noch auf ihren neuen Importspieler bauen. Samuel Egedi, 1,98m großer Flügelspieler mit britischem Pass und zuletzt in Italien bei NM Corato aktiv, kam allerdings nur 6:35 Minuten zum Einsatz. Der 24-Jährige war erst am Samstag in Dorsten eingetroffen und hatte mit seinem neuen Team noch kein einziges Mal trainieren können.

Dieses Team lag nach zehn Minuten mit 21:25 zurück und hatte also durchaus noch Chancen auf einen Sieg. Doch danach folgte ein offensiver Offenbarungseid. In den verbleibenden 30 Minuten gelangen der BG nur noch 25 Zähler. Viertel Nummer zwei ging mit 21:7 an Deutz, Viertel Nummer drei mit 19:16, und im Schlussviertel standen auf dem Anschreibeblock ganze zwei Pünktchen für die BG (12:2 für Deutz).

Trainer Franjo Lukenda sehnt die Winterpause herbei, damit sich die Verletzten im Team erholen können und er Samuel Egedi in die Mannschaft integrieren kann.

BG: Eromonsele, Pelaj (6/2), Penders (3/1), Schmidt (2), Köhler (4), Budde, Morlock (2), Egedi, Pickett (11/3), Peters (18/6), Altekruse.

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