GW Barkenberg hilft Kranken und Senioren in der Corona-Krise

rnFußballer auf Einkaufstour

Die Corona-Hilfsaktion von SuS Grün-Weiß Barkenberg erfüllte am Samstagmorgen so manches Klischee von Männern im Supermarkt. Sie erfüllte aber vor allem eines: einen sehr guten Zweck.

Wulfen-Barkenberg

, 22.03.2020, 06:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Morgens, 6.15 Uhr, vor dem Edeka-Honsel-Markt in Wulfen-Barkenberg. Die Welt um die sechs jungen Männer ist nicht mehr ganz so in Ordnung, wie sie für diese Uhrzeit immer dargestellt wird. Die sechs Fußballer von Grün-Weiß Barkenberg sind hier, um für andere Menschen einzukaufen. Menschen, die wegen Corona derzeit ihre Häuser und Wohnungen nicht verlassen sollten. Alte und Kranke.

Marc Hinzmann und Kevin Singscheidt hatten die Idee. Helfer waren in den Seniorenmannschaften des Vereins schnell gefunden, und so gingen die Barkenberger mit ihrem Hilfsangebot in der vergangenen Woche an die Öffentlichkeit. Die Reaktionen? Kamen nicht nur aus Barkenberg.

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GW Barkenberg leistet Hilfe in der Corona-Krise

“Uns haben auch Leute angerufen, die in Dortmund und Königswinter wohnen, deren Eltern aber in Barkenberg leben“, berichtet Marc Hinzmann. Selbstverständlich wurden diese Anfragen aber auch in die Hilfsaktion aufgenommen. Bei der Premiere am Samstagmorgen halten Hinzmann und Co. insgesamt sechs Einkaufszettel in der Hand. „Das ist okay“, meint Hinzmann. Ein paar mehr gehen aber auch: „Für nächste Woche haben sich schon weitere angemeldet, und die von dieser Woche werden auch wieder dabei sein.“

Mit Ausweis und Desinfektionsmittel

Am Freitag haben er und Kevin Singscheidt bei den Teilnehmern Geld und Einkaufslisten abgeholt. Natürlich mit Ausweis und unter Berücksichtigung der aktuellen Vorsichtsmaßnahmen. „Wir haben immer Desinfektionsmittel dabei“, sagt Hinzmann, „das Schlimmste, was passieren könnte, wäre ja, wenn sich jemand durch uns ansteckt.“

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Das sehen auch die Senioren so. Die ersten Gespräche bedeuten aber auch aus anderen Gründen eine gewisse Herausforderung für alle Beteiligten. „Einige hatten zunächst ein mulmiges Gefühl, an das sie sich erst gewöhnen müssen“, berichtet Hinzmann: „Diese Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist ihnen unangenehm.“ Wie etwa dem Mann, der sonst für die Dorstener Tafel als Fahrer im Einsatz ist und das jetzt wegen Corona nicht mehr kann. Oder der Frau, die erst einmal nur durchs geöffnete Fenster mit den Fußballern spricht. Doch die Berührungsängste sind rasch überwunden, und dann geht es in den Supermarkt.

“Honsel hat uns super unterstützt“

„Die Firma Honsel war von unserer Idee sofort angetan und hat uns super unterstützt“, bedankt sich Kevin Singscheidt. Die Corona-Helfer dürfen eine halbe Stunde vor der eigentlichen Markt-Öffnung in den Laden, um ihre Einkaufslisten abzuarbeiten. Doch das ist manchmal leichter gesagt als getan.

“Was sind Cocktail-Tomaten?“, ist die erste Frage, die sich einer der Männer stellt. „Wo sind die Zwiebeln?“ die nächste. Einige Zeit später wird der Hilfs-Einkäufer gestehen: „So lange war ich noch nie in dieser Abteilung.“ Gemeint sind die Obst- und Gemüseregale.

Rind oder halb und halb?

Doch auch das Fleisch hat für die Männer seine Tücken. Rinderhack hat einer von ihnen auf seiner Einkaufsliste stehen. Doch das ist an der Fleischtheke so früh noch nicht da. Halb und halb ginge, ansonsten müsste der Besteller mit einer Packung aus der Tiefkühlung vorlieb nehmen. „Aber auf dem Zettel steht ,frisch‘ „, sagt Einkäufer Sascha Kasimir – und kauft die frische Halb-und-halb-Variante.

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Die Notizen auf den Zetteln werfen auch noch andere Fragen auf: „Was ist Fol Epi le?“ Doch das Rätsel ist schnell gelöst: Käse, und zwar leger. Andere Standortfragen werden mit Hilfe der freundlichen Verkäuferinnen oder durch einen Anruf bei der Frau zuhause geklärt, und nach einer guten halben Stunde sind alle Einkäufe in den Papiertüten verstaut, die Edeka spendiert.

“Total herzliche Reaktionen“

Mit einem Wagen von GWB-Sponsor Gabriel Bernt werden die Einkäufe dann zu den Auftraggebern gebracht. „Die Reaktionen waren total herzlich“, freut sich Marc Hinzmann später. Nächste Woche werden er und seine Mitstreiter sich wieder frühmorgens vorm Edeka-Markt treffen. Zur Freude von Barkenbergs Senioren. Und vielleicht auch der Spielefrauen – wenn die Männer den Einkauf bald mit links machen.

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Die Einkaufsaktion von SuS Grün-Weiß Barkenberg wird natürlich fortgesetzt. Wer Hilfe benötigt, kann sich per E-Mail unter hilfe@gwbarkenberg.de melden und Name, Telefonnummer und Adresse angeben. Die Organisatoren nehmen dann Kontakt auf.

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