Coronakrise: Handballverbände warten auf die Politik

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Saisonabbruch ohne Absteiger - dieser Empfehlung des Deutschen Handball-Bundes würde der Landesverband Westfalen gerne folgen. Doch er kann es noch nicht.

Dorsten, Schermbeck

, 06.04.2020, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Abbruch der Saison ohne Absteiger hat der Deutsche Handball-Bund (DHB) am Wochenende seinen Landesverbänden empfohlen. Der Handball-Verband Westfalen würde dieser Empfehlung folgen, macht seine endgültige Entscheidung aber vom Vorgehen des Bundes, der Länder, Kreise und Kommunen abhängig.

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„Das Problem ist, dass wir ohne Entscheidungen dieser Stellen keine Rechtssicherheit haben“, erklärte HVW-Präsident Willi Barnhusen am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Westfälische Verband müsse deshalb warten, ob die bislang geltenden Einschränkungen für das gesellschaftliche Leben über den 19. April hinaus gelten. „Am 15. April soll es dazu ja eine Regierungserklärung geben“, sagt Barnhusen, „wenn dann gesagt würde, ab Mai seien die Hallen wieder auf und wir könnten spielen, dann wäre es theoretisch noch möglich, die Saison zu Ende zu spielen. Wir haben ja Zeit bis zum 30. Juni. Wir können also nicht vor dem 15. April entscheiden.“

Zeitnahe Videokonferenz

Dann aber seien zeitnah Video-Konferenzen der HVW-Arbeitsgruppe angesetzt, um schnell zu reagieren: „Wenn etwa die Hallen bis zum 30. Mai geschlossen blieben, wäre die Saison gelaufen.“ Dann stände der Empfehlung des Deutschen Handball-Bundes nichts mehr im Wege.

Der Handball-Verband Westfalen hatte wie der DHB eine Arbeitsgruppe gebildet und auch seine Vereine um ein Meinungsbild gebeten. Das Ergebnis teilte der HVW dem DHB mit.

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„Im Zuge der Corona-Pandemie hat die Gesundheit und eine bestmögliche Bekämpfung des Coronavirus absoluten Vorrang“, unterstrich Barnhusen, „ich bin froh, dass in bisher nie dagewesener Einigkeit der deutsche Handball zusammensteht, um gemeinsam eine rechtssichere und zukunftweisende Lösung im Umgang Situation zu finden.“

Der HVN berät noch

Beim Handballverband Niderrhein (HVN) soll in dieser Woche ähnlich verfahren werden wie bei den Kollegen in Westfalen. Für Montagabend war eine Telefonkonferenz des Präsidiums angesetzt, im Laufe der Woche soll das Vorgehen dann mit den Kreisen abgestimmt werden, erklärte unserer Redaktion der Vorsitzende der Technischen Kommission des HVN, Michael Girbes.

Zum Inhalt der Entscheidung wollte Girbes noch keine Angaben machen. Angesichts der Empfehlungen des Deutschen Handball-Bundes und den Reaktionen der anderen Landesverbände erscheint ein Alleingang des Niederrheins aber natürlich höchst unwahrscheinlich.

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