Der Rennfahrer Moritz Oberheim ging beim vierten Lauf der Nürburgring-Langstrecken-Serie volles Risiko. Den Rennfahrern bot sich ein wahres Wetterroulette.

Schermbeck

, 06.08.2020, 06:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Beim 43. RCM-DMV-Grenzlandrennen, dem vierten Lauf der Nürburgring-Langstrecken-Serie, gab es am Wochenende ein echtes Wetterroulette. Zwischen Regen im Zeittraining und strahlendem Sonnenschein beim Zieleinlauf zeigten die Teilnehmer – unter ihnen der Schermbecker Rennfahrer Moritz Oberheim – packenden Motorsport. Oberheim ging dabei volles Risiko.

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Am Ende freute sich das niederländische Duo Nicky Catsburg und Stef Dusseldorp im BMW-M6-GT3 von „Rowe-Racing“ über ihren ersten gemeinsamen Gesamtsieg. Ebenfalls einen Grund zum Feiern hatte aber auch der Schermbecker Rennfahrer Moritz Oberheim, der zusammen mit seinem Teamkollegen Heiko Eichenberg im BMW-240i-Racing-Cup“ für das „Avia-Sorg-Racing-Team“ bereits den zweiten Klassensieg der laufenden Saison holte.

Pünktlich kam der Regen

Nach der großen Hitze am Freitag stellte sich pünktlich zum Qualifying am Samstagmorgen der Regen ein. Bei diesen schwierigen Bedingungen schlug auf der durchgängig nassen Piste die Stunde des Schermbeckers, der schon zu Beginn des Trainings mit zwei schnellen Runden überzeugte.

Als dann mit abtrocknender Strecke die Zeiten immer schneller wurden, blieb Oberheim bis zuletzt cool und ging als einer der letzten auf die Strecke. Schon in den ersten beiden Sektoren überraschte er das Team mit starken Zeiten. Auch von einer kurzen „Code-60-Zone“ ließ er sich nicht aus dem Rhythmus bringen.

Von Platz vier auf eins – in einer Runde

Mit einem wahren Parforceritt hatte Oberheim im Ziel rund zwei Sekunden Vorsprung herausgefahren, und damit seinen Boliden in der aller letzten Runde noch in 10:39.892 Minuten von Platz vier auf die Pole Position katapultiert. „Ich habe mich unterwegs einfach gut gefühlt“, sagte Oberheim im Nachhinein.

Obwohl es mit vielen nassen Stellen auf der Strecke immer noch schwierig war, ließ Oberheim für das Rennen Reifen für trockenen Boden montieren. „Das war zwar grenzwertig“, gab Oberheim zu, „aber wir mussten das Risiko gehen.“

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Beim fliegenden Start beschleunigte er dann mit perfektem Timing genau im richtigen Moment und konnte sich so auf der Start-Zielgeraden sofort um zwei Wagenlängen absetzen. Entschlossen lenkte er beim Anfahren der lang gezogenen „Mercedes Arena“ auf die Innenbahn und ließ damit den im Formationsflug heranstürmenden Verfolgern nicht den Hauch einer Chance zum Angriff.

Vorsprung weiter ausgebaut

Danach nutzte Oberheim eiskalt den Vorteil des Führenden, traf seine eigene Linienwahl, um den immer noch nassen Stellen als Erster auszuweichen und baute so den Vorsprung weiter aus.

Auf der Nordschleife warf er danach seine ganze Erfahrung als Regenfahrer in die Waagschale, blieb unterwegs weiter voll am Gas und konnte sich so weiter absetzen. „Heute brauchte es viel Erfahrung, denn es gab praktisch nur auf den neuen Asphaltstücken richtig Grip“, sagte Oberheim.

Oberheims Teamkollege verspielte die Führung

Nach fünf Runden fuhr er, auch wegen der immer weiter abtrocknenden Strecke, etwas früher als geplant auf Platz eins liegend mit etwa neun Sekunden Vorsprung in die Box, wo er an Eichenberg übergab. Mit frischen Reifen und angepasstem Setup erlebte der in seinem Turn, auch bedingt durch die unterschiedlichen Boxenstrategien der Teams, einen ständigen Positionswechsel und brachte den Wagen auf Platz zwei liegend zum Boxenstop zurück.

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Oberheim, der sofort wieder im Angriffsmodus war, pulverisierte den Rückstand schon in seiner ersten Runde. Danach passte er aber seinen Fahrstil an, um die Reifen zu schonen. Immer noch am Limit fahrend, bremste er nun die Kurven nicht mehr ganz so aggressiv auf der allerletzten Rille an, sondern lenkte mit einem eher runden Fahrstil etwas früher ein, um danach möglichst schnell wieder zu beschleunigen.

Schrecksekunde im „Brünnchen“

Allerdings gab es für ihn unterwegs im Streckenabschnitt „Brünnchen“ doch noch eine kleine Schrecksekunde, als es bei der Berührung mit einem der GT3-Boliden zum Lackaustausch an den Türen kam. Trotzdem gelang ihm mit 9:13.828 Minuten noch die schnellste Runde zu fahren, um danach erneut an Eichenberg für den Schlussturn zu übergeben.

Der behielt trotz weiteren Führungswechseln die Übersicht, hielt sich aus weiteren Zweikämpfen heraus und steuerte den Rennwagen am Ende unter dem Jubel des Teams vor den direkten Verfolgern zum zweiten Klassensieg über die Ziellinie.

„Einfach ein gutes Gefühl“

Oberheim der die letzten Runden am Monitor im Teamzelt verfolgte, sagte später sichtlich zufrieden: „Es ist einfach ein gutes Gefühl, aus eigener Kraft zu gewinnen.“

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Am 29. August findet mit dem „ROWE-6h.-ADAC-Ruhr-Pokal-Rennen“ der Saisonhöhepunkt im Championat der Nürburgring-Langstrecken-Serie statt.

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