125 Matches in einem Jahr - geht das überhaupt?

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Sie ist die Dauerbrennerin bei den Damen des TC Deuten. Deborah Muratovic ist aber nicht nur in ihrem Club die Spielerin mit den meisten Einsätzen, sondern auch im Landesverband.

von Jan-Henning Janowitz

Deuten

, 27.12.2019, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen Januar und Dezember hat Deborah Muratovic insgesamt 125 Matches bei Turnieren und Mannschaftsspielen bestritten. Ihre Erfolgsquote lag dabei bei 63 Prozent. Verbandstrainer Falko Schüssler gibt interessante Einblicke in eine Statistik, die das enorme Pensum der jungen Regionalliga-Spielerin eindrucksvoll belegen.

“Eigentlich zu viel“

„Eigentlich sind 125 Matches zu viel. Profis absolvieren um die 80 Matches im Jahr. Allerdings sind bei Debbie auch die Doppelwettbewerbe mit eingerechnet, die nicht eine ganz so hohe Belastung haben. Und auch Profis absolvieren Show-Kämpfe und kommen damit auf mehr als 100 Matches pro Jahr. Das Pensum ist aber trotzdem hoch“, sagt Schüssler, der an jedem Tag in der Woche drei bis vier Stunden im Landesleistungszentrum in Kamen, das auch seit knapp einem Jahr offizieller Bundesstützpunkt des Deutschen Tennis Bundes ist, mit Muratovic und anderen Spielerinnen aus dem Leistungskader des Westfälischen Tennis Verbandes trainiert.

Dass Muratovic einen großen Teil ihrer Freizeit auf dem Tennisplatz verbringt, versteht sich bei 125 Pflichtspiel-Matches von selbst. Allerdings nehmen auch die Turnierreisen viel Zeit in Anspruch, denn angemessene Wettbewerbe gibt es für die Spielerin des TC Deuten nicht viele vor der Haustür. Mittlerweile hat sie durch den Tennissport halb Europa kennengelernt, spielte Weltranglistenturniere in Portugal, Spanien, Tschechien, Polen, Ungarn, Italien, Holland und Belgien. „Durch diese Anstrengungen muss Debbie sehr stark auf sich achten. Turnier- und Ruhephasen, in denen nur trainiert wird, müssen genau austangiert werden“, sagt Schüssler.

Vom Trainer bis zum Mental-Berater

In Kamen steht der Kaderathletin dafür ein großes Team zur Verfügung, ohne dessen Hilfe international keine deutsche Jugendspielerin mehr konkurrenzfähig wäre. Neben den Trainern mit höchsten Qualifikationen wie Falko Schüssler oder auch Dinah Pfizenmaier sind das Ernährungsberater, Mental-Trainer und ein Fitness-Coach. „Manchmal achtet Debbie zu wenig auf die Signale ihres Körpers und möchte mit dem Kopf durch die Wand“, merkt Schüssler kritisch an, der an Debbie Muratovic ihren enormen Willen aber auch ihre große Leidensfähigkeit schätzt.

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Ehrgeizig ist Muratovic allerdings nicht nur auf dem Tennisplatz. Auch auf dem Gymnasium, das – so könnte man meinen – bei dem enormen Pensum eigentlich zu kurz kommen müsste, bringt sie überdurchschnittlich gute Leistungen. „Leistungssportler müssen eine sehr große Disziplin haben. Das spiegelt sich auch in der Schule wider. Die meisten unserer Kaderathleten sind trotz der mehrstündigen Einheiten an jedem Tag in der Woche und den vollen Wochenenden mit Turnieren und Mannschaftsspielen gut in der Schule“, sagt Schüssler.

Turnierjahr ist noch nicht zu Ende

Nach einer kurzen Pause über Weihnachten geht es noch im alten Jahr mit Turnieren weiter. Anfang Januar stehen bereits wieder Auslandsreisen zu Weltranglistenturnieren auf dem Programm. Der Terminkalender 2020 ist für Deborah Muratovic wieder randvoll mit Tennis.

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