Der BVH Dorsten kickt in Südafrika 200 Kilometer entfernt von Kapstadt

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Der Fußballverein BVH Dorsten hat mittlerweile auch ein Team in Südafrika. D-Jugend-Trainer Lothar Hennecke reiste ans Kap der guten Hoffnung, um das Team einzudecken.

von Alexander Große-Beck

Holsterhausen

, 17.11.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende Februar trat der Holsterhausener Lothar Hennecke seine Reise nach Südafrika an. Mit im Gepäck hatte er nicht nur seine Klamotten, sondern auch drei Trikotsätze samt Stutzen, Fußballschuhen, Torwarthandschuhen und weiteren Trainingsmaterialien. Hennecke ist kein Zeugwart einer Fußballmannschaft. Er ist Trainer der D-Jugend Mannschaft des BVH Dorsten. Der 67-Jährige wollte etwas Gutes tun.

Er liebt und lebt das Ehrenamt. Er arbeitet im Kindergarten, betreut Kinder in Kinder- und Behindertenheimen und engagiert sich für sozial schwächere Kinder.

Ganz in grün trainieren die Kinder dank Lothar Hennecke nun.

Ganz in grün trainieren die Kinder dank Lothar Hennecke nun. © Privat

Bevor Hennecke nach Südafrika flog, informierte er sich im Internet über das Land. In den sozialen Medien, genauer gesagt auf Facebook, lernt er Bettina Grohmann kennen. Grohmann stoßen bei einer Reise nach Südafrika die starken Gegenätze des Landes ins Auge. Inspiriert von dem im Südafrika lebenden und sich dort engagierenden Ehepaar Urbanski gründet sie gemeinsam mit ihnen 2017 die Initiative „Platz im Koffer“.

Helfen, wo Hilfe benötigt wird

Ziel der Initiative ist es, mit kleinen Aktionen gezielt da zu helfen, wo Hilfe benötigt wird. Viele Menschen wären bereit, Unterstützung zu leisten, doch Spenden kommen oft nicht an, zudem ist der Postversand sehr teuer und der Zoll meistens nicht aufzubringen. Deshalb gründete sich die Initiative, um genau diese Probleme zu bewältigen. Oftmals haben die Reisenden, die ins beliebte Reiseziel Südafrika reisen, noch Platz in ihrem Koffer übrig, der dann für Spenden jeglicher Art genutzt werden kann.

Voller Stolz präsentierten sie ihre neuen Trikots.

Voller Stolz präsentierten sie ihre neuen Trikots. © Privat

Die Initiative ist über die sozialen Medien vernetzt, mittlerweile fasst die Gruppe weit über 1000 Mitglieder, unter ihnen befindet sich auch Lothar Hennecke.

Der Holsterhausener wollte ursprünglich die von ihm gesammelten Spenden selbst ins 4000-Seelen Dörfchen „Calizdorp“ des Bezirkes Karoo bringen, dass ungefähr 200 Kilometer nördlich von Kapstadt entfernt liegt. Doch die steigenden Corona-Fallzahlen erlaubten es ihm nicht, seine gesammelten Spenden dort persönlich abzugeben. Um 10 Uhr Ortszeit stand Hennecke nun am Hafen Kapstadts, wo er auf Mittelsmänner wartete.

Koordiniert durch „Platz im Koffer“ sollen diese die Spenden per Schiff nach Calizdorp bringen. Doch in Hennecke macht sich ein unsicheres Gefühl breit. Kommen die Materialien auch wirklich dort an, wo sie benötigt werden? Oder werden sie auf einem Markt verkauft, um Geld zu verdienen?

Lothar Hennecke war sehr berührt

Schließlich überreichte er den Männern die Kofferspenden und bestand darauf, Informationen zu bekommen, sobald die Koffer ihr Ziel erreicht haben. Es vergingen wenige Tage, als der Holsterhausener die ersten Bilder und Videos erhielt.

Die Jungen und Mädchen aus Calizdorp trugen die gespendete Fußballkleidung und trainierten mit den neuen Bällen. „Als ich die Kinder mit den Sachen gesehen habe, die ich gespendet habe, war ich sehr berührt. Ich lebe für Kinder und ich liebe Kinder. Für Kinder habe ich ein Herz ohne Ende“, sagt Hennecke sehr gerührt.

Auch die Trainingsmaterialen stammen von Lothar Henneckes Spende.

Auch die Trainingsmaterialen stammen von Lothar Henneckes Spende. © Privat

Mittlerweile hat sich die Aktion in Dorsten herumgesprochen. Viele Leute spenden Sportsachen wie beispielsweise nur kurz genutzte Fußballschuhe. Auch Henneckes Heimatverein, der BVH Dorsten, unterstütz seine Vorhaben tatkräftig. Im nächsten Jahr möchte Hennecke erneut nach Südafrika fliegen und diesmal persönlich die Kofferspenden nach Calizdorp bringen.

Am liebsten erneut im Frühjahr, oder wenn es die Corona-Pandemie nicht eher zulässt spätestens im Sommer. „Schon jetzt haben wir mehrere Trikotsätze, Schuhe und Spielzeug gesammelt. Mein Traum wäre es, gemeinsam mit den Kindern ein paar Trainingseinheiten zu absolvieren“, so Hennecke voller Vorfreude.

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