Deshalb kann Schermbecks Trainer Thomas Falkowski mit dem 0:0 leben

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Der SV Schermbeck bleibt in der Oberliga Westfalen weiter ungeschlagen, der SV Dorsten-Hardt wartet in der Landesliga 4 weiter auf den ersten Punkt.

von Andreas Leistner, Ralf Weihrauch, Armin Dille

Schermbeck, Dorsten

, 25.08.2019, 20:55 Uhr / Lesedauer: 4 min


Oberliga Westfalen

SV Schermbeck - Preußen Münster II 0:0

Thomas Falkowski konnte mit dem einen Punkt am Sonntag gut leben. „Ich bin froh, dass wir zum zweiten Mal hintereinander zu Null gespielt haben“, sagte der Schermbecker Trainer. Die Abwehr stand. Wo es haperte war das Spiel nach vorne.

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SV Schermbeck - Preußen Münster II

Falkowski weiß aber, woran das liegt: „Das liegt zum einen an unserer Personalsituation. Als Münster nach etwa einer Stunde besser zum Zuge kam, habe ich mit meinem Cotrainer Vehbija Hodzic überlegt, was wir überhaupt noch an Alternativen auf der Bank haben.“ Falkowski brachte die jungen Mel Gerner und Dominik Göbel. Kilian Niewerth und Kevin Rudolph standen ebensowenig zur Verfügung wie Bilal Özkara. In der Schermbecker Spitze hingen Dominik Hanemann und Dominik Milaszewski zwischenzeitlich doch ein wenig in der Luft.

Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Raphael Niehoff und musste nach 57 Minuten vom Platz. „Mein Physio meinte, es könnte ein Mittelfußbruch sein“, berichtete Thomas Falkowski. Das würde eine lange Pause bedeuten, und die Verletztenliste des SVS wüchse weiter.

Thomas Falkowski mochte aber nicht jammern. Auch den zweiten Grund für das zuweilen einfach gestrickte Schermbecker Offensivspiel müsse man akzeptieren: „Unsere Gegner schimpfen jedes Mal über unseren Rasen. Aber was sollen wir machen. Darauf ist Kurzpassspiel halt schwierig, deshalb setzen wir eben mehr auf lange Diagonalbälle.“

Die kamen am Sonntag gegen Münster aber nur selten an. Lediglich in den Anfangsminuten brannte es im Münsteraner Strafraum, als Keeper Mario Detkovic den Rückpass eines seiner Verteidiger nur mit Mühe zur Ecke klären konnte (3.) und nur eine Minute später ein Kopfball von Milaszewski von der Linie gekratzt wurde. Das war es aber mit Schermbecker Chancen, erst kurz vor Spielende sollte Dominik Hanemann noch einmal halbwegs gefährlich aufs Preußentor schießen.

Auf der Gegenseite ließen die Gastgeber aber hinten auch nichts anbrennen. Münster hatte in seiner besten Phase zwischen der 60. und 80. Minute zwei gute Freistoßchancen. Die beste Gästechance des Spiels hatte schon nach fünf Minuten der Rasen zunichte gemacht. Mit einem schnell ausgeführten Einwurf hatten die Münsteraner die gesamte Schermbecker Verteidigung ausgehebelt, Fabian Kerelaj ging alleine aufs Schermbecker Tor zu, doch im letzten Moment vor dem Schuss versprang der Ball, so dass ihn der Münsteraner nicht voll traf und er ans Außennetz flog.

Schermbeeck rutschte zwar auf Platz sieben ab, bleibt aber als eines von nur drei Teams noch ungeschlagen. „Wenn mir vor der Saison einer versprochen hätte, dass wir nach drei Spieltagen fünf Punkte haben, hätte ich das sofort unterschrieben. Ich bin zufrieden“, sagte Thomas Falkowski.

SVS: Drobe; Niehoff (57. Mule-Ewald), Klimczok, Zugcic, Hanemann, Milaszewski, Hodzic (81. Göbel), Poch, Steinrötter, Turan (75. Gerner), P. Rudolph.

Tore: Fehlanzeige.

Landesliga 4

RW Deuten - Westfalia Gemen 2:2 (0:1)

Das einzige Manko der Gastgeber lag in der Chancenverwertung, denn sie brauchte für ihre beiden Tore acht Chancen, die Borkener hingegen nur zwei. Schon in der zwölften Minute marschierte Fabrice Werner von halbrechts in den Strafraum, scheiterte aber am Keeper Sven Schneider. Äußerst ärgerlich war die Gelb-rote Karte gegen Eugen Fell nach einer halben Stunde, weil er die erste Gelbe wegen Meckerns bekommen hatte.

Von nun an spielte Deuten zu zehnt, was aber nur auffiel, wenn man die Spieler zählte. Arthur Fell hatte aus ähnlicher Situation wie vorher Werner das 1:0 auf dem Fuß, aber auch hier reagierte der Gästekeeper sehr gut. Kurz vor der Pause vertändelten die Rot-Weißen einen Ball im Aufbau, die Kugel kam zu Tim Bröcking, der frei vor Marvin Radüchel auftauchte, und sich die Chance nicht nehmen ließ.

Die Deuten kamen aber sehr selbstbewusst aus der Pause und machte Druck. In der 59. stürmte Nils Falkenstein den Strafraum, umspielte den Gemener Keeper, musste dann aber von der Außenlinie flanken. Vor dem Tor stand Jonas Goeke bereit, der mit dem Kopf knapp über der Grasnarbe den Ausgleich erzielte. Wenig später verpasste Moritz Noetzel die Führung, die er dann in der 62. Minute vorbereitete. Von der rechten Strafraumseite passte er den Ball links herüber zu Nils Falkenstein, der die Kugel Nils Fabisiak auflegte.

Gemen tat in der gesamten zweiten Halbzeit sehr wenig für das Spiel. Allerdings hatten sie Tim Bröcking in ihren Reihen, der in der 75. Minute seine zweite Chance zum Ausgleich nutzte. Erst in den Schlussminuten geriet Deuten etwas unter Druck, ließ sich den Punkt aber nicht mehr nehmen.

Deuten: Radüchel, Eugen Fell, Hubert, Till Goeke, Jonas Goeke,Fabisiak, Arthur Fell (71. Arifaj), Noetzel (90. Richter), Frasheri (86. Pohlhuis), Falkenstein (88. Vengels) , Werner.

Tore: 0:1 Bröcking (45.), 1:1 Jonas Goeke (58.), 2:1 Fabisiak (64.), 2:2 Bröcking (77.).

Bes. Vork.:
Gelb-Rot: E. Fell (Deuten, 30.).

SV Hardt - TuS Wiescherhöfen 0:3 (0:1)

Der Hardter Trainer Martin Stroetzel nach der dritten Pleite im dritten Saisonspiel: „Deutlicher kann man nicht verlieren, wir müssen weiter hart arbeiten.“ Die erste Chance erspielten sich die Gäste. TuS-Akteur Jannis Ritter entwischte der Hardter Abwehr und Keeper Stefan Schröder musste in höchster Not mit dem Fuß klären (15.). Nach einer Flanke von Hendrik Bromkamp setzte Jonas Torlop das Leder frei mit dem Kopf über das gegnerische Tor (24.).

Wiescherhofen setzte sich nun mehr und mehr in der Hardter Hälfte fest und hatte mit sicherem Kurzpassspiel mehr Ballbesitz. Einen Freistoß jagte der starke Bendikt Jansen noch knapp neben das Gästetor (30.). Dann aber fehlte die Zuordnung in der Hardter Abwehr und Andrei Lorengel traf aus kurzer Distanz aus der Drehung zur 1:0-Führung des TuS, Schröder war ohne Chance (33.).

Mit diesem Resultat wurden auch die Seiten gewechselt. Nach dem Wiederanpfiff hatte der SV Hardt eine seiner besseren Phasen. Doch einen tollen Freistoß zirkelte erneut Lorengel über die Hardter Mauer hinweg aus 20 Metern genau in den rechten Winkel des Hardter Gehäuses zum 2:0 für die Gäste, Schröder war offensichtlich die Sicht versperrt (57.).

Nach einem Zusammenprall mit Jannis Scheuch musste der Gästetorwart mit einer Kopfprellung ausgewechselt werden. Nach der Kopfballchance des eingewechselten Daniel Moritz düpierte dann Ritter die Hardter Abwehr und schob zur 3:0-Führung für Wiescherhöfen ins lange Eck des SVH-Tores ein (76.). Einen weiteren Kopfball von Moritz lenkte der Ersatztorsteher der Gäste reaktionsschnell zur Ecke, die nichts einbrachte (84.). Und mit einer Glanzparade verhinderte Schröder eine höhere Niederlage gegen die technisch überlegenen Gäste (85.).

Hardt: Schröder; Wellers, Lensing, Haarmann, Buda, Jansen (81. Abelmann), N. Scheuch (46. Attris), Bromkamp, Beisenbusch (70. Moritz), J. Scheuch, Torlop (46. Liesenklas).

Tore: 0:1 (33.) Lorengel, 0:2 (57.) Lorengel, 0:3 (76.) Ritter.

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