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Die „Dorstener 8“ führt Läufer an ihre Grenzen

rnExtremlauf

Anke Stöcking ist passionierte Läuferin. Die „Dorstener 8“ führte sie am Sonntag aber nicht nur durch Dorsten, sondern auch an ihre Grenzen.

Dorsten

, 12.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Jedes Jahr wieder lasse ich mich überreden, an der „Dorstener 8“ teilzunehmen. Und jedes Mal frage ich mich, warum nur?

Vielleicht, weil Henry Luerweg und sein Team diesen 50-km-Lauf, der in einer 30- und einer 20-Kilometer-Schlaufe durch ganz Dorsten führt, so liebevoll organisieren. Dass es ein Trail-Lauf ist, der überwiegend über schmale Pfade durch Wälder und abseits von regulären Wegen gelaufen wird, macht die Sache allerdings nicht einfacher. Beim Start sind die knapp 50 Läufer am Sonntag trotz schlechter Wetterprognose gut gelaunt und tatsächlich hält sich der Wind und der Regen bei der 30 km-Runde in Grenzen.

Bärbel Covelli vom SV Lembeck und ich heften uns dicht an die Fersen von Gerd Schulze-Tenberge, der die Gruppe mit der richtigen Pace anführt. Außerdem kennt er den Weg. Alle „Übereifrigen“, die vorweg laufen, haben schnell ein paar Kilometer mehr auf dem Tacho, da sie jedes Mal wieder zurück laufen müssen.

Die 30 Kilometer sind ein Experiment

Die 30-km-Runde ist für mich ein kleines Experiment, da ich bislang im Training maximal 20 bis 23 km am Stück gelaufen bin. Aber am Anfang läuft alles prima. Läufer Matthias berichtet von seinen Erfahrungen beim Zugspitz-Traillauf und ich höre gespannt zu. Alle Läufer tauschen sich über ihre Laufpläne für 2019 aus. Ulla Winkelmann (SV Lembeck) erzählt von ihrem Vorhaben, im Sommer mit einer ganzen Gruppe den Medoc-Marathon in Frankreich zu laufen. Der verrückteste Marathon der Welt ist dem Karneval nicht unähnlich und begeistert als Spaß-Event auch mich, und noch liebäugele auch ich mit einem Start.

Bei so vielen Gesprächen fliegen die Kilometer so dahin, und ehe ich mich versehe, sind wir schon in Lembeck zur zweiten Pause auf dem Hof Thier. Wir stärken uns mit Cola, Brühe und Tee sowie belegten Brötchen, und los geht’s zur zweiten Hälfte. Auch hier wird munter weiter erzählt, worauf Christian Beukenberg anmerkt: „Ich weiß jetzt wieder, was ich vermisse, diese Ruhe bei meinen einsamen langen Läufen.“ Ich allerdings bin dankbar für die Unterhaltung. Sie lenkt mich ab und ich denke weniger an meine nun doch langsam schweren Beine.

Ortskundiger Führer hilft

Auch Gerd Schulze-Tenberge trägt zu meiner Ablenkung bei und weist mich immer wieder auf nette Ecken hin, wie z.B. die Parkbank in Lembeck, auf der man wunderbar verweilen kann und einen tollen Blick aufs Schloss hat. Aber Verweilen können wir erst wieder an der dritten Verpflegungsstation in Rhade an der Grundschule. Danach laufen wir noch durchs Dorf und ich sehe zum ersten Mal das Carola-Martius-Haus, das ich schon so oft in meinen Notizen erwähnt habe.

Die letzten 5 Kilometer führen durch die Witte Berge und das Deutener Moor. So schön es hier ist, mir reicht’s langsam, aber sicher. Die Beine machen sich immer mehr bemerkbar und ich bin heilfroh, als ich den Deutener Sportplatz erspähe. Schließlich fehlen auf der GPS-Uhr noch ein paar Meter und ich denke: „Nein, jetzt rennen die noch am Sportplatz vorbei.“ Da hört’s bei mir auf und nur dank Doro Fitzlaff und Ludwig Grütering komme ich noch ins Ziel. Im Vereinsheim kann ich aufatmen und endlich sitzen, da ruft Helmut Rentmeister „Komm, Anke. Geht weiter“, und lacht dabei. Ich winke meinem Mann und den anderen Verrückten zu, die auch noch zur 20-km-Runde aufbrechen, und bleibe noch ein bisschen sitzen.

Freude über Helfer und Spenden

Organisator Henry Luerweg freute sich bei der „10. Dorstener 8“ über rund 60 Teilnehmer, von denen 45 die 30 km, 15 die 20 km und ebenfalls 15 die kompletten 50 km liefen. Das Freizeitbad Atlantis und der SV RW Deuten stellten ihre Räumlichkeiten als Start- und Verpflegungspunkt zur Verfügung. Fürs Dorstener Frauenhaus kam eine Spende von 750 Euro zusammen.

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