Die Helden des Fußball-Stammtisches

Das Sportporträt

Eine Fanfreundschaft der besonderen Art pflegen sechs Freunde des Fußball-Stammtisches „Gib mich die Kirsche“, der sich regelmäßig mehr oder weniger ernsthaft den aktuellen Themen rund um des Deutschen Lieblingssportart widmet.

WULFEN

von Von Armin Dille

, 25.11.2013, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gerd Gratias, Harald Bauer, Hans Jakschik, Rolf Wiechers, Jan Schrieverhoff und Markus Zöllner (v.l.) pflegen eine Fan-Freundschaft der besonderen Art. Trikots vom BVB, von Bayern, Werder Bremen und Schalke 04 zieren ihre Körper.

Gerd Gratias, Harald Bauer, Hans Jakschik, Rolf Wiechers, Jan Schrieverhoff und Markus Zöllner (v.l.) pflegen eine Fan-Freundschaft der besonderen Art. Trikots vom BVB, von Bayern, Werder Bremen und Schalke 04 zieren ihre Körper.

Nicht nur lange Abende mit dem einzigen Thema Fußball stehen für die muntere Runde auf dem Programm. Auch Fahrten zu Spielen der einzelnen Vereine werden unternommen. Und so kommt es auch schon mal im Münchener Hofbräuhaus zu einem kleinen Volksauflauf, wenn sich aus Anlass der Partie Bayern gegen Schalke an einem Tisch Trikotträger in blau, gelb und rot gemeinsam auf das Match einstimmen. Getreu dem Motto „Das Ruhrgebiet hält zusammen“. Das nächste Ziel heißt Hoffenheim. Wenn Borussia Dortmund zu Gast ist. Und damit die Jungs auch schon mal landsmannschaftlich auf den Geschmack kommen, serviert Gastgeberin Annette Zöllner als ersten Gang Maultaschen. Ehemann Markus – Benjamin in der Runde der Herren im besten Alter – feixt: „Es gab auch schon fiese Sachen zu essen. Als Dortmund gegen Frankfurt verloren hatte, nämlich Frankfurter Würstchen.“

Nach dem Imbiss geht es nahtlos über zu den Fachgesprächen über den vergangenen Spieltag und die aktuelle Situation in den einzelnen Clubs. Die natürlich jeder der Experten ein wenig durch die eigene farblich getönte Brille sieht. Auffallend hilfsbereit im Verlauf der Diskussion ist besonders Markus Zöllner, der seinen Kollegen beim Öffnen der Flaschen mit einschlägigen nicht-isotonischen Getränken äußerst zuvorkommend zur Hand geht. Mit dem einzig vorhandenen Flaschenöffner, der nach vollbrachter Arbeit stets „Blau und weiß, wie lieb‘ ich Dich“ dudelt. Die Diskussion schlägt blaue, gelbe, grüne und rote Wellen. Und beim Thema verlorenes Schalker Derby gegen den BVB wird es dann auch schon mal etwas emotionaler. In aller Freundschaft allerdings – wie es unter Fans eigentlich immer sein sollte.

Und sollte es einmal doch zu hoch hergehen, gibt es da ja noch den Ehrenkodex. Wie es sich für einen Stammtisch nun mal gehört. Da kosten dann die „eindeutige Verwendung von Fußballphrasen“ und die „unangemessene Selbstbeweihräucherung“ jeweils 1 Euro. Das sollte eigentlich Abschreckung genug sein. Aber so einfach kann ja kein Fan aus seiner Haut – sprich: seinem Trikot. Gerd Gratias lacht und betont: „Die Eltern und den Fußballverein kannst du dir nicht aussuchen.“ Aber seine Freunde. Selbst wenn die andere Trikots tragen.

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Dortmund am Abend

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