So erlebte ein Dorstener die Corona-Krise auf Kuba

rnLeichtathletik

Ein Vergleich zwischen Deutschland und Kuba? Außer seinem Karibik-Flair hat der Inselstaat dabei für viele nichts zu bieten. Leichtathlet Leo Monz-Dietz machte nun eine andere Erfahrung.

Dorsten

, 05.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die Corona-Krise Deutschland traf, da war Leo Monz-Dietz rund 8000 Kilometer weit weg. Auf Kuba. Doch mit der Urlaubsruhe war es für den Vorsitzenden des Leichtathletik-Teams Dorsten da natürlich schnell vorbei.

Eigentlich hatte er am 26. März nach Deutschland zurück fliegen wollen. Doch eine Woche vorher teilte ihm die Fluggesellschaft mit, dass sein Flug gestrichen sei. Gleichzeitig verkündete Kubas Präsident Miguel Mario Díaz-Canel, dass alle Touristen das Land bis zum 25. März verlassen sollten. Nicht unbedingt das Szenario, das man sich für einen erholsamen Urlaub wünscht.

Leo Monz-Dietz

Leo Monz-Dietz erlebte auf Kuba aufregende Tage, die er zum Glück gesund überstand. © Privat

Leo Monz-Dietz sah zu, dass er so schnell wie möglich in die Hauptstadt Havanna kam, um Kontakt zur deutschen Botschaft aufzunehmen. Zum Glück lief dann alles sehr zügig, und am 24. März stand er zum Einchecken am Aeropuerto Internacional José Martí – dichtgedrängt zwischen Hunderten anderer Touristen.

„Das war natürlich schon ein wenig befremdlich“, erzählt der Dorstener von „200 Menschen auf 50 Quadratmetern“. Ein Szenario, das ebensowenig zu den anderen Corona-Vorsichtsmaßnahmen passen wollte wie die dicht an dicht sitzenden Passagiere im Flugzeug. Als er in Deutschland ankam, wunderte sich Monz-Dietz: „Es gab in Frankfurt keinerlei Kontrollen. Weder eine Fiebermessung noch einen Fragebogen.“ Das hatte er während seines Urlaubs auf Kuba deutlich anders erlebt.

Schon bei der Einreise habe er einen Fragebogen ausfüllen und angeben müssen, welche Länder er zuletzt besucht habe und ob er gesundheitliche Beschwerden habe.

Ab dem 15. März habe überall ein Chlorgemisch zur Desinfektion der Hände bereit gestanden. „Und im Hotel hat mich ein Arzt besucht, der meinen genauen Reiseweg auf Kuba wissen wollte. Die Kontrolle und Erfassung waren wirklich recht engmaschig“, berichtet der Dorstener. Nicht umsonst habe Kuba jüngst ein Ärzteteam mit 50 Spezialisten zur Hilfe nach Italien geschickt: „Das medizinische System auf Kuba“, so Monz-Dietz‘ Urteil, „ist wirklich sehr gut.

Jetzt lesen

Zurück in Deutschland hat der Dorstener zum Glück auch bis heute keine Symptome von Corona entwickelt und kann sich so auch wieder dem Training seiner Leichtathleten widmen. „Ich habe Trainingspläne geschrieben und fahre ab und zu auch mit dem Fahrrad mit“, sagt er. Natürlich mit dem vorgeschriebenen Mindestabstand. „Aber es ist natürlich auch gut, den Kontakt zu den Athleten zu halten.“ Von Normalität kann aber in diesen Wochen auch bei den Leichtathleten noch lange keine Rede sein.

Lesen Sie jetzt