Ein Trainer mit viel Verständnis: „Es wird immer ein Pro und Contra geben“

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Viele Fußballer stehen der Saisonunterbrechung kritisch gegenüber. Der ranghöchste Trainer des heimischen Teams indes meint: „Ich möchte nicht in der Haut der Entscheidungsträger stecken.“

von Werner Hahn

Holzwickede

, 30.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was viele Experten befürchtet haben, ist bekanntlich inzwischen bittere Realität: Dass Corona-Virus hat erneut für eine Unterbrechung des Spielbetriebs gesorgt. Besonders betroffen davon ist aus sportlicher Sicht der heimische Fußball-Oberligist Holzwickeder SC, der so gut in die Saison 20/21 gestartet ist.

Der Spielbetrieb ruht nun voraussichtlich vom zweiten November bis zum Monatsende bundesweit. Im Bereich des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) gilt das bereits ab dem 28. Oktober. Somit entfällt auch die erste Runde im Westfalenpokal, die eigentlich - mit dem HSC-Spiel in Clarholz - für den heutigen Samstag terminiert war. Die daraus resultierenden Spielausfälle sind natürlich sehr ärgerlich, zumal in der Oberliga Westfalen bei 21 Klubs immerhin 40 Spiele anstehen. Letztlich aber hat die Gesundheit eines jeden Menschen absoluten Vorrang. Unsere Sportredaktion sprach mit HSC-Coach Axel Schmeing über die aktuelle Situation.

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Herr Schmeing, bekanntlich sind auch zwei Spieler aus ihrem Team wohl vom Corona-Virus betroffen, wie gehen Sie als Trainer mit dieser Situation um?

Wir haben nach Beginn der Sperre seitens des Kreises Unna wie vorgeschrieben nur noch kontaktlos trainiert. Die betroffenen Akteure können sich folglich nur auf privater Ebene infiziert haben.

Die Sanktion des Kreises Unna erfolgte just zu jenem Zeitpunkt, als ihre Mannschaft, wie der 3:2-Sieg bei Topfavorit RSV Meinerzhagen bestätigt, in ihrem sportlichen Höhenflug durch die Politik unsanft ausgebremst wurde. Sehen Sie das als großen Nachteil für ihr Team an?

Die Entscheidung der Politik ist diesbezüglich sicher diskussionswürdig. Ich hätte jedenfalls am darauffolgenden Sonntag in Herne noch gern gespielt, zumal die Partie ja in Herne, also auswärts angesetzt war, die Sperre sich aber eigentlich auf das Territorium des Kreises Unna beschränkte.

HSC-Coach Axel Schmeing hat bisher eine gute Saison seines Team gesehen.

HSC-Coach Axel Schmeing hat bisher eine gute Saison seines Team gesehen. © neumann

Ihre Mannschaft hat wie bereits erwähnt einen sehr guten Saisonstart hingelegt, hat in Sachen Punktekonto als aktueller Tabellenzweiter der Oberliga noch eine weiße Weste. Andererseits liegen Sie zum Beispiel gegenüber Spitzenreiter FC Gütersloh coronabedingt bereits mit drei Meisterschaftsspielen weniger im Rückstand. Auch ein Nachteil?

Das ist für uns auf jeden Fall ein großer Nachteil. Man kann einen Spielausfall vielleicht kompensieren, bei drei Spieltagen wird das schon sehr schwierig, zumal wir ja auch nicht richtig trainieren können. Allerdings geht die Gesundheit natürlich ganz klar vor.

Die Corina-Fälle haben inzwischen alarmierende Ausmaße angenommen. Da werden in einigen Vereinen Stimmen laut, welche die Saison - wie im Vorjahr - vorzeitig abbrechen möchten. Wie ist da Ihre Sicht der Dinge?

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Die Saison ist ja nun bundesweit unterbrochen. Einen generellen Saisonabbruch würde ich nicht befürworten. Notfalls muss die Fortführung der Spielzeit ab Februar, dann aber in einem anderen Spielrhythmus erfolgen. Es wird immer ein Pro und Kontra geben, egal, welche Maßnahmen beschlossen werden. Ich möchte jedenfalls nicht in der Haut der Entscheidungsträger stecken.

Manchmal haben schlechte Dinge im Leben auch ihre guten Seiten. Sie haben ja mit Philipp Gödde, Ferdinand Franzrahe, Til Busemann und Joshua Heinrichs einige Langzeitverletzte im Team. Besteht die Hoffnung, dass angesichts der Zwangspause der eine oder andere dieser Akteure bald wieder auflaufen kann - also weniger Spiele verpasst?

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Unsere Verletzten drohen noch länger auszufallen, wären nach aktuellem Stand wohl vorerst noch nicht einsatzfähig. Zudem sind auch andere Vereine von Verletzungssorgen geplagt.

Wie sieht der Trainingsablauf in dieser Zeit bei Ihnen aus?

Wir trainieren nach wie vor individuell, also jeder für sich. Ansonsten müssen wir jetzt die weitere Entwicklung abwarten, bevor wir wieder ins gewohnte Mannschaftstraining einsteigen werden.

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