Für seine große Leidenschaft steht Maximilian Schroer auch schon mal um 4 Uhr morgens auf

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Der Dorstener Eishockey-Spieler Maximilian Schroer betreibt eine ungewöhnliche Sportart. In der vergangenen Saison feierte er zwei Titel, trifft aber immer wieder auch auf große Hindernisse.

von Niklas Berkel

Dorsten

, 20.03.2019, 19:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Kinder in jungen Jahren überlegen, welchen Sport sie machen wollen, ist es meist Fußball, Basketball oder Tennis, bei vielen Mädchen Reiten oder Tanzen. Auf Eishockey kommt da fast keiner. Einer der wenigen, die sich im Kindesalter für Eishockey entschieden haben, ist der Dorstener Maximilian Schroer. „Schuld ist mein Vater“, sagt der 16-jährige Gymnasiast lachend. Papa Martin nahm ihn in der Saison 2009 mit zu einem Heimspiel der Düsseldorfer EG, seitdem ist er Feuer und Flamme für die Sportart auf dem Eis.

Dennoch spielte Maximilian bis vor vier Jahren trotzdem erst Fußball in Schermbeck. Bis ihm die Lust abhanden kam − und er seiner großen Leidenschaft nachgehen wollte. Als Verein suchte er sich die Dinslakener Kobras aus.

Seine erfolgreichste Saison

Die abgelaufene Saison war bis hierhin seine erfolgreichste. Mit der U17 der Kobras feierte Maximilan als Kapitän die Meisterschaft in der Bezirksliga NRW. Und weil er mit einer Förderlizenz ausgestattet auch für einen weiteren Verein auflaufen darf, feierte er in dieser Saison noch eine zweite Meisterschaft. Mit der U17 des Herner EV gewann Maximilan den Titel in der Landesliga NRW.

„Diese Förderlizenzen“, sagt der 16-jährige, „sind im Eishockey alternativlos.“ Gerade die kleineren Vereine könnten ohne sie nicht überleben. Denn sie gelten nicht nur für Spieler, die aus einer unterklassigeren Mannschaft zusätzlich in einer höherklassigen spielen dürfen. Sie gelten auch andersrum. „Sonst könnten kleinere den Spielbetrieb nicht aufrecht halten.“

Eine Menge Fahrerei

Auf der anderen Seite stellt das für Maximilian aber auch eine Menge Fahrerei dar. Von Dinslaken geht es nach Herne und von daher wieder nach Dinslaken gefühlt. Und weil es nicht allzu viele Eishockeyteams gibt, kann es auch schon mal sein, dass Auswärtsspiele in Bielefeld und Darmstadt stattfinden.

„Das Auswärtsspiel in Bielefeld war bislang mit eines der härtesten“, sagt der Dorstener. Um 7.30 Uhr war Anstoß. Mit Aufwärmen und Umziehen traf sich die Mannschaft bereits um 6 Uhr. „Also mussten wir um 4 Uhr losfahren“, erzählt er. Warum solche Spiele denn so früh angepfiffen werden? „Weil die Vereine nur die Hallenzeiten bekommen, die übrig sind“, erklärt Maximilian. Die Eishallen und der Verband unterstütze die Vereine nur mangelhaft. „Das ist alles schwer zu finanzieren.“

Teurer Spaß

So sind auch die Monatsbeiträge nicht gering. „Die gehen so ab 30 Euro aufwärts los“, sagt Maximilian − für eine Saison, die lediglich von Mitte August bis Ostern geht. „Und bei niedrigeren Beiträgen bekommt man meist auch weniger Hallenzeiten“, erklärt er. In Dinslaken bei den Kobras ist er jedoch zufrieden mit alldem. „Wir haben da nicht solches Pech, das läuft bei uns alles ein bisschen besser.“

Der Spaß am Sport

Über die beiden Aufstiege hat sich der 16-jährige sehr gefreut. Viel hat er davon aber nicht. „Ich komme aus der U17 raus, spiele dann ab der nächsten Saison nur noch U20.“ Dann auch auf jeden Fall weiter in seinem Heimatverein in Dinslaken. Eine Förderlizenz will er auch wieder beantragen. „Ob das dann in Herne ist, werde ich sehen.“ Maximilian nimmt all diese Strapazen weiter auf sich, weil ihm eines viel wichtiger ist: trotz aller Hindernisse weiter Eishockey spielen zu können.

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