Gesundheit, Training, Saisonende: Trainer äußern sich zur Einstellung des Spielbetriebs

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Der laufende Spielbetrieb wird bis zum 19. April einschließlich eingestellt. Trainer einiger Clubs äußern sich, wie sie die Entscheidung beurteilen und wie es mit dem Training weitergeht.

von Niklas Berkel

Dorsten, Schermbeck, Raesfeld

, 13.03.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 4 min

Bis einschließlich 19. April sind alle Fußballspiele in Westfalen abgesagt, das hat der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) am Freitag (13. März) bekanntgegeben. Was sagen die Trainer in Dorsten zur aktuellen Situation?

SV Schermbeck

Thomas Falkowski: „Ich hoffe, dass sich das in den kommenden Wochen durch die aktuellen Maßnahmen beruhigt und wir ab dem 20. April dann wieder spielen können. Gerade mit Blick auf das Pokal-Halbfinale, eine Riesensache für uns, wäre eine Absage schade. Allerdings sage ich auch: Die Gesundheit geht vor - ob von Trainern, Vorständen, Spielern oder Zuschauern.

Ich halte es wie Jürgen Klopp: Ich bin Trainer und kann was zur Aufstellung sagen. Aber ich bin kein Mediziner. Die Experten werden die richtige Entscheidung getroffen haben.

Die Frage ist nur, was mit dem Trainingsbetrieb ist. Der Vorstand hat die Anlage ebenfalls bis einschließlich des 19. Aprils geschlossen. Aber wenn es dann weitergeht, müssen wir fit sein. Da müssen wir schauen, welche Möglichkeiten es gibt.“

RW Deuten

Frank Frye: „Ich hoffe, alle kommen heil aus der Geschichte raus und bleiben gesund. Man beschäftigt sich jeden Tag damit. Die Entscheidung des Verbandes ist richtig.“

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SV Hardt

Martin Stroetzel sagte bereits am vergangenen Sonntag, dass er eine generelle Absage für richtig halte.

BW Wulfen

Daniel Schikora: „Der Trainingsbetrieb bei uns wird nicht stattfinden. Wir schließen uns der Empfehlung des Kreises an. Das ist brutal, aber wir können nichts machen. Wir müssen die Sicherheitsmaßnahmen umsetzen.“

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SV Lembeck

Patrick Rohrand: „Die Entscheidung war alternativlos und richtig. Wir haben zwar bis gestern alles aufrechterhalten, als ginge es weiter. Wir gingen aber bereits davon aus, dass diese Entscheidung so getroffen wird. Wir werden am Freitag und am Dienstag erst einmal nicht trainieren. Wie es danach weitergeht, halten wir uns von Woche zu Woche offen. Ich gehe allerdings davon aus, dass der Verband auch offiziell noch den Trainingsbetrieb für alle verbieten wird in den kommenden Wochen.

Es ist ein bisschen schade. Wir waren in einer guten Phase. Wo das enden wird, werden wir sehen. Ob die Saison zu Ende gespielt wird? Für einige, die unten stehen, kann das ganz bitter werden.“

TuS Gahlen:

Dominik Seemann: „Mit der Entscheidung haben wir gerechnet. Was den Fußball betrifft, ist das sehr hart. Es ist aber auch aus gesundheitlicher Sicht die richtige Entscheidung. Der Vorstand berät sich darüber, wie mit dem Trainingsbetrieb umzugehen ist. Wir werden uns daran halten, was der Vorstand beschließt.“

TSV Raesfeld

Andreas Ostgathe: „Die Ansage vom Verein ist ganz klar: Der Trainingsbetrieb steht ebenfalls vorläufig still. Als Trainer ist das vielleicht keine glückliche Situation, aber es gibt wichtigere Sachen als Fußball. Ich finde es richtig, jetzt Pause zu machen. Wir müssen die Zahl der Neuinfizierten eindämmen.

Ich finde es auch konsequent, dass es von oben herab so gehandhabt wird. Damit wird der Politik und den Experten Folge geleistet. Das Positive ist einfach, dass Schutzmaßnahmen getroffen werden. Es geht ja nicht mal groß um uns. Wir Fußballer sind fast alle bei guter Gesundheit und fit. Aber wir haben ja auch Kontaktpersonen, die schon eher zur Risikogruppe gehören könnten. Von daher ist es positiv und konsequent.“

BVH Dorsten

Arek Knura: „Die Gesundheit aller geht vor. Die Absage bis zum 19. April geht deshalb in Ordnung. Das ist zwar schade für den Sport. Aber wenn sogar die Bundesliga pausiert, ist es konsequent.

„Ich sehe den Zeitplan skeptisch.“
Arek Knura, Trainer BVH Dorsten

Ich befürchte, dass die Saison aber ganz abgebrochen werden muss. Wann soll man denn die ganzen Spiele nachholen? Ich sehe den Zeitplan skeptisch. Und wenn man bis Ende Juni dann weiterspielt, hat man nur ein paar Tage Pause und dann startet die Vorbereitung?

Was das Training derzeit betrifft, werden wir wohl die kommende Woche nicht trainieren. Wir halten uns da an die Empfehlung, den Trainingsbetrieb einzustellen. Auf Dauer geht das aber nicht. Wenn die Saison wirklich weitergehen sollte, muss man ja fit sein.“

FC RW Dorsten

Dirk Cholewinski: „Ich will nicht sagen, ich hab das belächelt am Anfang. Aber ich fand, es war viel zu viel Hysterie und Panik in Deutschland. Mittlerweile muss ich sagen, wenn ich das Revue passieren lasse, ist es die richtige Entscheidung, den Spielbetrieb zu stoppen.

Der Verein hat beschlossen, dass bis Ende März kein Training mehr bei uns stattfindet. Alle sollen mal zuhause bleiben. Wer weiß, vielleicht ist ja auch schon selber einer betroffen. Wir werden dann Ende März entscheiden, wie es weitergeht.“

SV Altendorf

Thomas Kreuz: „Wir werden noch mit dem Vorstand sprechen, wie wir den Trainingsbetrieb regeln. Aber eigentlich müsste man auch den für mindestens zwei Wochen einstellen. Es macht ja keinen Sinn zu sagen, 22 Spieler, die gegeneinander spielen, dürfen es nicht, aber 16 Leute stehen dann beim Training. Auf die sechs kommt es dann auch nicht mehr an.

Die Entscheidung, den Spielbetrieb einzustellen, ist richtig. Ich bin kein Mediziner, von daher vertraue ich auf die, die das entscheiden.“

„Bis zum 19. April gar nichts zu tun, widerstrebt mir.“
Martin Trockel, Trainer SSV Rhade

SSV Rhade

Martin Trockel: „Aus Gründen der Fürsorgepflicht haben wir alle Jugendtrainings abgesagt. Was wir mit den Senioren machen, weiß ich noch nicht. Ich bin da ein bisschen hin und her gerissen. Auf der einen Seite klingt es vernünftig, die Trainings abzusagen. Auf der anderen Seite sind wir ein kleiner Kreis, keiner gehört zu einer Risikogruppe. Bis zum 19. April jedenfalls gar nichts zu tun, widerstrebt mir. Vier Wochen Pause und dann einen Kaltstart bis zum Ende der Saison? Das findet nicht unbedingt meine Unterstützung.“

GW Barkenberg

Vorsitzender Frank Hoffmann: „Wir hatten bereits am Donnerstagabend eine Sitzung und haben entschieden: Wir sagen selber alles ab. Jetzt kam die Entscheidung des Verbandes. Wir halten sie für richtig. Es macht ja auch keinen Sinn. Auch den Trainingsbetrieb haben wir für die nächsten 14 Tage eingestellt.“

Eintracht Erle

Jürgen Bülten: „Die Gesundheit geht vor. Wenn es nicht anders möglich ist, diese zu schützen, ist das die richtige Maßnahme, den Spielbetrieb einzustellen. Wir werden uns jetzt kurzschließen, wie wir mit dem Trainingsbetrieb umgehen. Vielleicht trainieren wir einmal die Woche. Das könnte ich mir vorstellen. Allerdings muss der Verein die Entscheidung treffen.“

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SuS Hervest

Vorsitzender Kay Cipa: „Für die Jugend haben wir grundsätzlich den Trainingsbetrieb eingestellt. Den Senioren überlassen wir die Entscheidung selber, wobei die meisten von sich aus sagen: Wir trainieren nicht. Dass der Spielbetrieb abgesagt ist, ist die richtige Entscheidung. Welchen Sinn hätte es gemacht, zum Beispiel ohne Zuschauer zu spielen? Wovon hätten dann die Schiris gezahlt werden können? Ich bin mal gespannt, wie die Meisterschaft nach der Pause weitergeht.“

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