Grund zur Freude für Judy Reynolds – und sie übt Kritik am Land NRW

rnOlympia 2021

Die irische, in Dorsten lebende Reiterin Judy Reynolds hat gute Nachrichten bekommen. Die Olympischen Spiele sollen 2021 stattfinden. Sie übt aber auch Kritik am Land Nordrhein-Westfalen.

von Ralf Weihrauch

Dorsten

, 19.11.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitten im zweiten Lockdown hat es für Judy Reynolds eine gute Nachricht gegeben. Die irische Dressurreiterin kann für die Olympischen Spiele in Tokio planen. Die Verschiebung sei vielleicht sogar gar nicht so schlecht gewesen, sagte die in Dorsten lebende Reiterin. Außerdem äußerte sie Kritik an einer Corona-Maßnahme in Nordrhein-Westfalen.

Der IOC-Präsident Thomas Bach hat bei seinem Besuch in der japanischen Hauptstadt am Montag verlauten lassen, die Olympischen Spiele im kommenden Sommer stattfinden zu lassen. Unterstützung bekam er auch vom japanischen Präsidenten Yoshihide Suga, der die Olympiade als Beweis sehen will, dass die „Menschheit den Virus besiegt hat“.

Sektkorken knallten noch nicht

Somit kann Reynolds davon ausgehen, dass sie mit einem Jahr Verspätung mit ihrem Wallach Vancouver K, genannt JP, doch noch einmal bei einer Olympiade an den Start gehen kann. Auf dem Gut Elvermann in Lembeck knallten allerdings nicht die Sektkorken. Reynolds bleibt noch ein wenig zurückhaltend: „Ich freue mich natürlich, dass wir nun endlich wieder ein Ziel haben, auf das wir hinarbeiten können. Bis zum nächsten Sommer kann aber auch noch eine Menge passieren.“

Trotz der Ankündigung verfällt Judy Reynolds noch nicht in hektische Betriebsamkeit: „Es ist genügend Zeit, um JP ordentlich vorzubereiten. Drei bis vier Monate und vielleicht vier Turniere sollten reichen. JP kennt seinen Job.“ Auch wenn der Wallach nun seit einem guten Jahr keinen Wettbewerb mehr bestritten hat, trainiert er regelmäßig mit Judy Reynolds und macht einen sehr guten Eindruck.

Für das irische Team sei die Verschiebung der Spiele in Tokio um ein Jahr gar nicht so schlecht gewesen. „Meine Teamkollegen reiten alle recht junge Pferde. Sie hatten nun alle zwölf Monate mehr, um die Tiere noch besser auszubilden. Das wird man hoffentlich auch in der Mannschaftswertung merken.“

Auch der Einzelunterricht ist verboten

Seit Anfang November ist es bei Judy Reynolds wieder deutlich ruhiger geworden. Das letzte Turnier ritt sie mit einigen Nachwuchspferden Anfang Oktober auf dem Hof Zur Linde in Kirchhellen: „Ich hatte auch Termine für den November, doch die sind alle abgesagt.“

Seit dem Wochenende ist auch der Einzelunterricht im Freien wieder verboten, der bislang noch erlaubt war: „Das ist nicht gerechtfertigt. Wenn ich Einzelunterricht gebe, nutze ich meist ein Funksystem für die Anweisungen. Dann bin ich fünfzig Meter von den Schülern entfernt. Da sind die Maßnahmen in Deutschland, oder besser gesagt in Nordrhein Westfalen nicht ganz praxisgerecht.“

Mit ihren Schülern in Irland arbeitet Judy Reynolds aber noch weiter. Dazu nutzt sie die neueste Technik: „Wir arbeiten mit Skype und ähnlichen Plattformen. Andere haben sogar ein Hightech-System mit Kameras und Sensoren, bei denen ich genau sehe, was die Schüler falsch machen.“

In Lembeck bleibt ihr momentan nur die Arbeit mit den eigenen Pferden und den Berittpferden ihrer Kunden: „Die Zahl der Kunden ist zwar nicht dramatisch gesunken, man merkt aber doch schon einen Rückgang.“

Reynolds sieht einem tristen Winter entgegen

Momentan hat die Irin rund ein Dutzend Pferde im Beritt, sieben davon gehören ihr: „Im Moment habe ich viel Zeit für meine eigenen jungen Pferde. Mit Leroy und For Fun mache ich auch große Fortschritte und bekomme in den schweren Prüfungen schon ordentliche Noten. Die anderen sind talentiert, aber noch zu jung, um S-Dressuren zu gehen.“

Da sie nicht mit einer schnellen Lockerung der Corona-Maßnahmen rechnet, sieht sie einem eher tristen Winter entgegen: „Die Hallen-Saison wird so gut wie komplett ausfallen. Ich hoffe, dass wir uns dann im Frühjahr ordentlich auf Tokio vorbereiten können.“

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