Bei der Hallenstadtmeisterschaft erlebte Florian Berning Traum und Albtraum zugleich

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Die Hallenstadtmeisterschaft 2019 war für Florian Berning eine ganz besondere. Der Sieg mit Altendorf war sein größter Triumph. Doch er bestritt dabei vielleicht auch sein letztes Spiel.

Dorsten

, 10.01.2020, 20:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Halbfinale 2019. Schon mit dem Einzug in die Runde der letzten Vier hat der SV Altendorf-Ulfkotte für die große Überraschung der Dorstener Hallenstadtmeisterschaft gesorgt. Das 1:0 gegen die Deutener ist die nächste Sensation, der Altendorfer Traum geht weiter. Nur für einen endet er mit diesem Spiel.

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Als es in seinem Knie knackt, weiß Florian Berning sofort: „Das ist was Ernstes.“ Nicht nur, weil er als Jugendlicher schon einmal einen Kreuzbandriss erlitten hatte, sondern auch, weil er als Physiotherapeut „vom Fach“ ist. Und er hat recht – das Kreuzband im rechten Knie ist durch, die Stadtmeisterschaft für Berning beendet. Aber nur auf dem Feld.

Siegertänzchen auf einem Bein

Auf der Tribüne fiebert der 23-Jährige weiter mit seinen Teamkollegen mit, und als die im Finale tatsächlich die Krönung ihres Wochenendes schaffen und den vier Klassen höher spielenden SV Schermbeck im Neunmeterschießen mit 4:3 bezwingen, da legt Florian Berning bei der Siegerehrung sogar auf einem Bein ein Siegertänzchen aufs Parkett.

Gespielt hat er seitdem nie mehr. Doch bei der Hallenstadtmeisterschaft 2020 ist er an diesem Wochenende trotzdem aktiv dabei – als Physiotherapeut des SV Dorsten-Hardt.

“Sprüche werden kommen“

Den ein oder anderen Spruch seiner Altendorfer Kollegen wird er einstecken müssen, da ist sich Berning sicher: „Die werden sicher sagen ,Komm, zieh ein Trikot an‘.“ Und wenn es tatsächlich zum Duell der Hardter gegen die Altendorfer kommt, dann weiß er gar nicht, was er machen soll: „Ich jubel dann bestimmt für beide. Oder für keinen.“ Eigentlich, sagt er nach kurzem Überlegen, sei es ihm am liebsten, wenn es dieses Spiel am Sonntag nicht gäbe. Zwischen dem Club, für den er in der Jugend spielte und für den er jetzt wieder arbeitet, und dem Verein, mit dem er die schönsten Erfolge seiner Laufbahn gefeiert hat: „Es ist schon verrückt“, sagt er selber: „Da muss ich vom SV Hardt zum SV Altendorf gehen, um Stadtmeister zu werden.“

Poster von damals im Zimmer

Ein postergroßer Abzug von einem der Jubelfotos von 2019 hängt noch heute in seinem Zimmer. Und bei der Erinnerung an damals läuft ihm auch jetzt noch ein kleiner Schauer über den Rücken. Als er sich im Halbfinale verletzte, konnte er sich zum Trost sagen, dass er mit seiner Aktion das goldene Tor zum Finaleinzug vorbereitet hatte. Den Titel holten seine Teamkollegen anschließend auch ein gutes Stück weit für ihn.

Rückkehr vorerst ausgeschlossen

Doch zurück auf den Platz? Das schließt Florian Berning aus: „Zumindest mittelfristig. Wie gesagt; Ich bin vom Fach. Deshalb weiß ich, was auf dem Spiel steht. Die nächsten fünf Jahre werde ich nicht leistungsmäßig Fußball spielen. Da bin ich lieber als Betreuer, Physiotherapeut und impulsiver Mensch an der Seitenlinie dabei.“

So wie am Wochenende. Am Samstag zu 100 Prozent als Hardter, am Sonntag mit zwei Seelen in der Brust. Am 27. Januar steht dann seine nächste Kreuzband-OP an.

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