Helmut Winkler will Pakt für den Sport

DORSTEN Helmut Winkler ist am Dienstag zum neuen Vorsitzenden des Dorstener Stadtsportverbandes gewählt worden. Die Wahl verlief nicht einstimmig, denn sein Programm sieht viele Punkte vor, die ein Umdenken erfordern. Im Gespräch mit der Dorstener Zeitung schildert Winkler seine Pläne für die kommenden zwei Jahre.

18.03.2009, 18:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Darf man zur Wahl gratulieren, oder ist das Amt eine Bürde?

Winkler: Ich glaube, das liegt so bei fifty-fifty. Es wird nämlich keine einfache Arbeit. Es wird sich einiges ändern, und für diese Änderungen lohnt es sich, das Amt zu übernehmen.Kann man Ihre Ziele auf einen Nenner bringen?

Winkler: Wenn man nur den SSV betrachtet, will ich die Aufgaben des Verbandes wieder auf die Kerngeschäfte reduzieren. Der SSV ist nicht dafür da, Herzsportgruppen anzubieten und Skifreizeiten zu veranstalten. Wir sind dazu da, den Sport gegenüber der Politik, der Verwaltung und auch der Wirtschaft zu vertreten. Es ist eine politische Aufgabe, über 100 Vereine zu repräsentieren, allerdings eine überparteiliche. Der Sport soll ein gleichwertiger Partner der Politik werden.Wollen Sie den SSV auch umstrukturieren?

Winkler: Es ist eine gedankliche Änderung notwendig. Wer im SSV mitarbeitet, tut das nicht als Vertreter seines Vereines oder seiner Sportart. Daher ist es egal, ob ich Vorsitzender eines Tanzsportvereins oder Fußballvereins bin. Wenn gesagt wird, dass kein Fußballvertreter mit im Vorstand ist, muss ich antworten, dass sich ja einer zur Verfügung hätte stellen können. Ein wenig ärgert mich die hohe Zahl der Beisitzer. Mit zehn weiteren Leuten im erweiterten Vorstand ist die Gefahr groß, dass viel zerredet wird. Ich sehe aber jeden von ihnen nicht als Vereinsvertreter. Ich denke, dass jeder eine Aufgabe bekommt, um die er sich zu kümmern hat.Was sind denn die Herausforderungen in Ihrem Amt, und was sollen die Vereine besser machen?

Winkler: Die Herausforderung ist es, ein Umdenken einzuleiten. Die Vereine nutzten öffentliche Einrichtungen, gehen damit aber nicht immer sorgfältig um. Da wird Energie verschwendet und oft werden Dinge nicht ordnungsgemäß behandelt und müssen schnell repariert werden. Das sind die Details. Die ganz große Aufgabe ist es, mit der misslichen finanziellen Lage der Stadt zurechtzukommen. Ich denke im Jahre 2012 ist überhaupt kein Geld mehr da. Die Lösung über eine BgA wie in Recklinghausen halte ich für grundlegend falsch. Es muss eine Lösung gefunden werden, die der Allgemeinheit nützt. Ein „Pakt für den Sport“ ist das, was wir brauchen.Wird mehr Arbeit auf die Vereine zukommen?

Winkler: Die Vereine müssen mehr Verantwortung übernehmen. Mich hat gewundert, dass das Geschrei über den Abriss der Halle der Blauen Schule in Barkenberg so groß war, sich aber kein Verein bereit erklärt hat, die Halle zu übernehmen. Da kann man nicht alle Verantwortung auf einen Lokalpolitiker abschieben. Das hat ja auch mit den Schwimmbädern geklappt. Die Vereine müssen ihre Mitglieder zu mehr Engagement motivieren. Ein Verein ist was anderes als ein Fitness-Studio, sondern hier ist Gemeinsinn gefragt.

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