Hoppius feiert DFB-Debüt

Fußball

Dörthe Hoppius war sofort begeistert: Als ihre Mutter sie vor knapp zwölf Jahren das erste Mal mit zum Bolzplatz nahm, stand für sie fest: Ich will Fußballspielen. Heute ist Dörthe 15 Jahre alt, sie kickt immer noch. Und das sehr erfolgreich. Anfang Mai feierte die junge Dorstenerin ihr Debüt für Deutschland. Mit der U16-Nationalmannschaft spielte sie gegen Frankreich.

DORSTEN

von Von Tobias Nordmann

, 15.05.2012, 14:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dörthe Hoppius (stehend 2.v.l.) beim Mannschaftsbild vor dem Anpfiff ihres ersten Länderspiels.

Dörthe Hoppius (stehend 2.v.l.) beim Mannschaftsbild vor dem Anpfiff ihres ersten Länderspiels.

Kritik von Bundestrainerin Anouschka Bernhard gab’s dafür aber nicht. Im Gegenteil: „Sie hat das Zusammenspiel in der Offensive gelobt und gesagt, dass wir als Mannschaft gut kombiniert hätten.“ Ein Kompliment, auf das sich aufbauen lässt – im Verein und in der Nationalelf. Denn in beiden Mannschaften will sie sich etablieren. Seit der Rückrunde 2010 /2011 steht sie beim VfL Bochum unter Vertrag, spielt dort in der U 17. Doch bereits zur kommenden Saison geht’s in den Frauenbereich. Möglicherweise spielt sie dann in der 2. Bundesliga, denn die Damen kämpfen in der Relegation um den Aufstieg. Das gilt übrigens auch für ihre aktuelle Junioren-Mannschaft – ein Aufstieg, das wäre doch ein schöner Abschied.

In Dörthes bisheriger Karriere ging der Weg stets steil bergauf. Nach ihren ersten Schritten beim BVH – hier spielte sie in einer Jungenmannschaft – wechselte sie zum FC Rhade. Nach einigen Unstimmigkeiten entschied sie sich zum Wechsel nach Bochum – offenbar der richtige Schritt, wie die Nominierung für die Nationalmannschaft untermauert. Wie hoch ihr Talent eingeschätzt wird, zeigen Angebote der Erstligisten SG Essen-Schönebeck und des FCR Duisburg – jenem Verein, bei dem Dörthes großes Vorbild – neben der ehemaligen Weltfußballerin Birgit Prinz – Stürmerin Alexandra Popp (Duisburg) spielt. Irgendwann einmal in die Fußstapfen ihrer Vorbilder zu treten, das ist Dörthes Ziel. Dafür arbeitet sie hart, geht neben dem Mannschaftstraining noch ins Fitnessstudio. Dabei versucht sie die Schule nicht zu vernachlässigen. Denn die ehrgeizige Sportlerin will auf jeden Fall ihr Abitur machen. „Noch gelingt es mir gut, beides miteinander zu verknüpfen.“ Das könnte in Zukunft schwieriger werden. Denn im Frauenbereich ist die Trainingsfrequenz höher, hinzu kommen, so hofft Dörthe, weitere Einladungen zur Nationalmannschaft.

Dennoch: Den Weg Richtung Profifußball will sie konsequent weitergehen. Zu schön waren die Erfahrungen im DFB-Trikot, zu aufregend die Erlebnisse, wie sie erzählt: „Bei der Teambesprechung war ich richtig nervös, vor dem Spiel denn komischerweise nicht mehr“, sagt Dörthe. Vielleicht lag’s daran, dass sich die Kickerinnen gegenseitig beruhigten. Von Zickenkrieg keine Spur. Den gab’s schon eher mit dem Gegner Frankreich. Gemeinsam im Hotel wurde sich gegrüßt, sonst aber herrschte Funkstille. „Wenn wir uns auf dem Flur begegnet sind, haben wir uns eigentlich nur gemustert“, erzählt die 15-Jährige. Im Hotel galt übrigens strikte Kleiderordnung, immer schön einheitlich. „Das war Ansage von unserer Trainerin. Wir sollten zeigen, wer Frau im Haus ist.“ Ein bisschen Einschüchterung. Genutzt hat’s offenbar nur wenig. Aber das kann ja noch kommen. Vielleicht schon im Juli beim Nordic-Cup. Dort will Dörthe ihren Platz im DFB-Kader behaupten.  

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