In den Farben getrennt, in der Sache vereint: Hoppertreffen von Eishockey-Fans in Dorsten

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Schon seit Jahren veranstaltet Jörg Hampel Treffen für Eishockey-Fans aus ganz Deutschland. Auf der Sportanlage des BVH erzählten die Fans witzige Anekdoten und schwelgten in Erinnerungen.

Holsterhausen

, 19.07.2019, 05:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eishockey-Fans aus Dorsten und ganz Deutschland trafen sich auf der Sportanlage des BVH Dorsten zu einem gemeinsamen Fanwochende. Der Dorstener Jörg Hampel, in der Szene als der „Iserlohner“ bekannt, organisiert seit längerer Zeit diese Treffen und freute sich in diesem Jahr über 70 Teilnehmer. Dabei hilft ihm die aus Hamburg stammende Bianca Kleinmann, die seit zwei Jahren in Dorsten wohnt. Sie hat früher selbst auf dem Eis gestanden, und ist unter dem Namen „Sprotte“ als Fan der „Hamburg Crocodils“ seit Jahren in der Szene bekannt .

Die Fans kennen sich fast nur unter Spitznamen

Überhaupt sind die Klarnamen unter den Fans nicht so wichtig, denn man kennt sich besser unter den Spitznamen. Über die Jahre hat sich eine Hoppergruppe gebildet, die als sichtbare Zeichen die Vereins- und Stadionsticker auf ihrer Kutte tragen oder an die Mützen heften. Kleinmann gesteht: „Meine Mütze wog am Ende sechs Kilogramm. Die konnte ich gar nicht mehr tragen.“

Nach der Terminveröffentlichung auf Facebook im Oktober kamen schon nach drei Minuten die ersten Anmeldungen. Der Rest war für die Organisatoren fast schon Routine. Mit dem „Hoppergrillen“ überbrücken die Fans die Eishockey-freie Jahreszeit. Durch das jährlich auch im Eishockey stattfindende Sommertheater, indem es um Spielertransfer und Lizenzvergaben geht, gibt es ein unerschöpfliches Reservoir an Gesprächsthemen, aber man tauscht auch gerne die eigenen Erfahrungen und Erlebnisse aus.

Ein Belgier, der mehr Kölsch als Belgier ist

So erinnert sich die als „Eislöwin“ bekannte Silvia Rötze aus Dresden an das legendäre Winterderby der Dresdener Eislöwen gegen die Lausitzer Füchse, das 2016 vor 32.000 begeisterten Fans im tiefverschneiten Fußballstadion von Dynamo Dresden stattfand. Mit dabei war mit Stefan Horn ein nur als „Paparazzi“ bekannter Hamburger Fan, der seit 1982 alles fotografisch festhält. Ein weiteres Original ist Ronny Van Beselaere. Er behauptet von sich, „der wohl einzige echte Kölsche Belgier“ zu sein, und ist seit 37 Jahren Hardcorefan der Kölner Haie. Er besitzt sogar den Ehrentitel „Goldener Hai“. „Den gibt es nur für 25 Jahre Dauerkartenbesitz“, sagt Van Beselaere stolz.

Der aus Kassel angereiste, gebürtige Dinslakener Ralf Spelleken ist als „Pumuckel“ eine weitere Fanlegende. Diesen Namen trägt er stolz seit seiner Jugendzeit auf dem Eis. „Ich hatte halt einen roten Lockenkopf“, gesteht er schmunzelnd. Er hat schon um die 200 Stadien besucht, war in Moskau und hat mit dem „Madison Square Garden“ auch den heiligen Eistempel der „Rangers“ aus New York besucht.

„Im vierten Drittel ist es egal, zu welchem Verein man hält“, sagten sie sich gemeinsam."

Das Motto „In den Farben getrennt, doch in der Sache vereint“, tragen die Fans in den Herzen. Weil man sich sonst nur für bei Spielen trifft, freuen sich alle auf die außerordentlichen Hoppertreffen. „Im vierten Drittel ist es egal, zu welchem Verein man hält“, sagten sie sich gemeinsam."

Hampel und Kleinmann freuten sich am Ende über die gelungene Veranstaltung und bedankten sich besonders für die tolle Unterstützung des BVH Dorsten, der schon seit Jahren auf seinem Gelände die passende Location zur Verfügung stellt.

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