Das sagt Jason Osborne über eSports und die WM

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Jason Osborne und eSports? Das war bislang eher ein gespaltenes Verhältnis. Doch jetzt fährt der Ruderweltmeister um einen virtuellen WM-Titel.

Wulfen

, 12.11.2020, 11:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sei er kein eSports-Fan, sagt Jason Osborne von sich. Fußballspielen mit dem Joystick? Davon mag inzwischen mancher schon leben, doch richtiger Sport ist das in den Augen des Ruderweltmeisters nicht. Doch Cycling sei etwas anderes: „Da tritt man ja ganz real in die Pedale. Das ist schon eine sportliche Leistung.“

Und genau deshalb kommt ihm der eSport mit seinen Herausforderungen im Coronajahr 2020 auch sehr gelegen. „So hat man noch einmal ein Ziel. Für die Motivation ist das viel wert“, sagt er. Schließlich hat er – wenn denn wirklich alles gut läuft – 2021 noch ein weit bedeutenderes Ziel: Olympia.

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Dass er in Sachen Ausdauer und Kraft zu Deutschlands Topathleten gehört, hat der 26-Jährige mit seinen Siegen bei virtuellen Bundesliga-Rennen und bei der Tour des Stations eindrucksvoll bewiesen (siehe oben). Kein Wunder also, dass der Bund Deutscher Radfahrer auf den außergewöhnlichen Quereinsteiger aufmerksam wurde. Am Ende ging mit der WM-Nominierung trotzdem alles sehr schnell.

Ausrichtung in Amsterdam abgesagt

„Ursprünglich sollte die Weltmeisterschaft in Amsterdam ausgetragen werden“, erzählt Jason Osborne. Doch an die Ausrichtung an einer zentralen Wettkampfstätte war wegen Corona nicht zu denken. Zunächst stand die WM komplett auf der Kippe. Die Entscheidung, die Titelkämpfe gänzlich virtuell und bei den Athleten zuhause zu veranstalten, fiel kurzfristig, und genauso spontan lud der BDR Osborne zur Teilnahme ein.

Der nahm gerne an. Denn der eSport übt durchaus reale Reize aus: „Die Strecken sind den Originalen wirklich sehr gut nachempfunden. Der Anstieg nach L’Alpe d’Huez etwa ist wirklich sehr gut gemacht.“ Und dann sind da noch einige ganz spezifische Eigenheiten dieser Sportart.

“Sehr feine Algorithmen“

„Die Algorithmen sind wirklich sehr fein eingestellt“, berichtet Osborne. Wer zum Beispiel den Windschatten zu einem Vordermann oder einer Gruppe abreißen lasse, habe kaum eine Chance, wieder heran zu fahren. Außerdem gibt es technische Hilfsmittel, die man während des Rennens einsetzen kann. Ein Feder-Symbol verhilft einem etwa zu einem Gewichtsverlust von rund 10 kg, ein Ambos erhöht das Gewicht, ein Geist macht unsichtbar und ein spezieller Helm aerodynamischer. All diese Effekte dauern allerdings immer nur für wenige Sekunden an. Sie genau zur richtigen Zeit einzusetzen, erfordert Erfahrung und taktisches Geschick. Jedes Team hat deshalb zwei Experten, die die Fahrer per Funk anweisen, das richtige Gimmick zur richtigen Zeit zu nutzen.

Jason Osborn ist sicher, dass er und die anderen BDR-Fahrer die richtigen Taktiker hinter sich haben. Und körperlich fühlt er sich ebenfalls bestens vorbereitet. Die WM kann kommen.

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