Kurios - BSV Wulfen geht am Wochenende auf doppelte Zeitreise

rnBasketball

Die Herren des BSV Wulfen treten an diesem Wochenende eine Reise in die Vergangenheit an, und das sowohl in der Liga als auch im WBV-Pokal.

Wulfen

, 11.10.2019, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als der BSV Wulfen 1981 erstmals in die damals noch eingleisige Regionalliga aufstieg, da war die zweite Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen in jener höchsten Spielklasse des Westdeutschen Basketball-Verbands (WBV) unumschränkter Herrscher und Serienmeister. Jahr für Jahr holten die Leverkusener den Meistertitel, durften aber nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen, weil die eigene Erste in der 1. Liga spielte.

Das Wulfener Programm am Wochenende

Samstag Liga, Sonntag PokalIn der 1. Regionalliga empfängt der BSV Wulfen am Samstag um 20 Uhr Mitaufsteiger TSV Bayer 04 Leverkusen II (SH Gesamtschule Wulfen, Schultenfelder Allee). Die Gäste sind Tabellenachter, punkteten bislang aber ausschließlich zuhause. Offen ist, ob die Akteure mit Doppellizenz für Leverkusens Pro-A-Mannschaft mit dieser zum zeitgleichen Auswärtsspiel nach Ehingen fahren. Am Sonntag geht es für die BSV-Herren dann in der zweiten Runde des WBV-Pokals zum Oberligisten BC Langendreer (16 Uhr, SH Dördelstraße, 44892 Bochum).

Erfolgsrezept der Bayer-Reserve war damals wie heute die Jugendarbeit. In den 80ern liefen in der Wulfener Wittenbrinkhalle spätere Bundesliga- und Nationalspieler wie Bernd Kater oder Gunter Behnke für Bayer auf.

Kurios - BSV Wulfen geht am Wochenende auf doppelte Zeitreise

Gegen Leverkusens lange Kader war in der Regionalliga der 80er Jahre kein Kraut gewachsen. © Bum Krüger

Auch Manfred Winter, Jahrgang 1963, Deutscher Meister von 84, 87 und 88 und mittlerweile als Sportkommentator bekannt, war damals dabei. Und wenn er Zeit hätte, würde er am Samstag vielleicht sogar noch einmal nach Wulfen kommen, denn im aktuellen Regionalliga-Kader von Bayer Leverkusen gehört sein Sohn Lennard zu den Leistungsträgern.

Papa ist Europameister

Wenn es am Samstagabend in der Wulfener Gesamtschulhalle wieder zum Regionalliga-Duell zwischen dem BSV und Bayer kommt, ist Lennard Winter aber beileibe nicht der einzige Träger eines prominenten Namens. Teamkollege Thomas Fankhauser ist der Sohn von Frank Fankhauser, der früher für Godesberg in der 1. Liga spielte, und Justin Gnad hat einen noch berühmteren Papa, nämlich den Mannschaftskapitän der deutschen Europameister-Mannschaft von 1993 − Hansi.

Gnad senior ist mittlerweile Trainer der Leverkusener Pro-A-Mannschaft und damit am Samstag im Zwiespalt. Denn sein Team steht in Ehingen am Samstagabend vor einem schweren Auswärtsspiel, und je mehr Talente aus der Zweiten Gnad mitnimmt, desto schwerer hat es die Bayer-Reserve in Wulfen.

Verwandtschaftliche Beziehungen

Thorben Vadder wäre das natürlich nur recht. Er ist der einzige BSV-Akteur, der seinerseits noch verwandtschaftliche Verbindungen in die Wulfener Mannschaft der 80er Jahre hat, nämlich über seinen Onkel Wolfgang.

Der ging damals aber nicht nur gegen Gunter Behnke, Manfred Winter und Bayer Leverkusen, sondern auch gegen den BC Langendreer auf Korbjagd, Wulfens Gegner im WBV-Pokal am Sonntag.

Kurios - BSV Wulfen geht am Wochenende auf doppelte Zeitreise

Deutsche Ü50-Meisterschaft 2017: In Erlangen stehen in der Spielgemeinschaft des BC Langendreer und des BSV Wulfen sieben Spieler, die in den 80er Jahren in der Regionalliga noch gegeneinander antraten. © Privat

In der Saison 85/86 gehörten die Bochumer in der 2. Regionalliga 2 zu den härtesten Wulfener Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg. Zu Beginn der Rückrunde brachten sie dem BSV die erste Saisonniederlage bei und trugen so dazu bei, dass Wulfen in jenem Jahr nur Zweiter wurde und den Aufstieg verpasste.

Kurios - BSV Wulfen geht am Wochenende auf doppelte Zeitreise

Stefan "Atze" Minor (2.v.r.) kam über die BG Dorsten aus Langendreer nach Wulfen und avancierte dort zum Publikumsliebling. © Rüdiger Eggert

Die guten Beziehungen zwischen beiden Teams konnte das aber nicht trüben. Mit Stefan „Atze“ Minor und Sebastian Kleina wurden Spieler aus Langendreer in Wulfen später zu Publikumslieblingen, und die Akteure aus den 80ern spielen bei den Deutschen Ü50- und Ü55-Meisterschaften längst als Spielgemeinschaft zusammen. Eine alte Freundschaft, die auch das Pokalduell am Sonntag überdauern wird.

Lesen Sie jetzt