Mazelanik greift nach dem WM-Titel

24.07.2007, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorsten Das Angebot kam überraschend, doch die Entscheidung war schnell gefallen: "Ich habe nicht eine Sekunde überlegt", bekräftigt Pia Mazelanik, die am Mittwochabend im schweizerischen Ascona gegen die Chinesin Zhang Xi Yan um den vakanten WM-Titel des International Women's Boxing Council (IWBC) kämpft.

Die ursprüngliche Gegnerin der 27 Jahre alten Chinesin musste den Fight wegen einer K.o.-Sperre absagen. Mazelanik sprang vor rund drei Wochen kurzfristig ein und bereitet sich seitdem intensiv auf den Kampf vor. Um den Trainingsrückstand aufzuholen, Zhang Xi Yan hatte insgesamt zehn Wochen Vorbereitungszeit, absolvierte Mazelanik in der letzten Woche ein siebentägiges Boxcamp in Karlsruhe. Halmich-Entdecker Jürgen Lutz arbeitete täglich mit der 19 Jahre alten Workers-Hall-Fighterin. Im Sparring trat Mazelanik gegen die amtierende WIBF-Europameisterin Rebekka Herrmann an.

Echter Prüfstein

Doch Zhang Xi Yan ist eine noch höhere Hausnummer. Die Chinesin holte sich 2006 den WM-Titel der World International Boxing Association, dem größten der zahlreichen Box-Verbände. "Das wird ein echter Prüfstein für Pia", so Workers-Hall-Chefcoach Sebastian Louven, der Mazelanik zusammen mit Trainer Emile Ripassa in die Schweiz begleitet.

Von den Qualitäten seiner Kämpferin ist Louven aber überzeugt: "Sie hat tolle Anlagen. Wenn sie ihre Taktik durchzieht, kann sie den Kampf nach Punkten gewinnen." Gegen die aggressiv boxende Chinesin soll Mazelanik nach Louvens Vorgaben ihren Spitznamen "Madame Butterfly" alle Ehre machen und sicher aus der Distanz ihre Reichweiten-Vorteile ausnutzen.

Dass Mazelanik dabei zum ersten Mal in ihrer Karriere über zehn Runden gehen muss, bereitet ihm kein Kopfzerbrechen. "Pia hat die Kraft für die volle Distanz", ist sich Louven sicher. Mit eiserner Disziplin hat sich Mazelanik in den letzten Wochen auch auf ihr Kampfgewicht herunter gearbeitet.

Absolute Ruhe

Die kleine Dorstenerin Delegation machte sich bereits am Montagabend nach Mazelaniks letzter Behandlung beim Physiotherapeuten Alex de Greef auf den Weg in die Schweiz. Am Dienstag stand das offizielle Wiegen auf dem Programm. Anschließend verordneten ihr die Trainer absolute Ruhe und Konzentration auf den Kampf - damit sich Mazelaniks großer Traum von der WM-Krone vielleicht schon in der Schweiz erfüllt. gg

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