Moritz Oberheim fährt das Rennen seines Lebens

Motorsport

Zwei Klassensiege an einem Wochenende – selbst der sonst so zurückhaltende Moritz Oberheim meinte: „Das war wohl das Rennen meines Lebens.“

Schermbeck

, 14.07.2021, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Moritz Oberheim

Zwei Rennen, zwei Siege - Moritz Oberheim durfte am Nürburgring zu Recht strahlen. © Privat

Als er am Sonntag den zweiten Parforceritt hingelegt und damit binnen zwei Tagen den zweiten Klassensieg in der Langstreckenserie am Nürburgring gefeiert hatte, da wusste auch Moritz Oberheim: „Am Sonntag bin ich sicherlich das Rennen meines Lebens gefahren.“

FK Performance siegt am Samstag souverän

Die Doppelveranstaltung in der Eifel mit dem 61. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen am Samstag und dem 44. RCM DMV Grenzlandrennen am Sonntag hatte für Oberheim und das Team FK Performance erfolgreich, aber recht unspektakulär begonnen. Der Schermbecker sicherte seinem Team im Qualifying die Poleposition fürs erste Rennen, und dort hielt FK Performance die Konkurrenz im BMW M2 Racing Cup letztlich sicher in Schach – Klassensieg Nummer eins war eingefahren. Doch dann kam der Sonntag.

Moritz Oberheim, Nürburgring

Moritz Oberheim legte am Sonntag einen wahren Parforceritt hin. © Horst Lehr

Oberheim bemerkte schon auf seiner ersten Trainingsrunde ein Geräusch hinten links – das Radlager musste getauscht werden. Das kostete so viel Zeit, dass im laufenden Qualifying keine Zeit mehr für einen abschließenden Funktionstest blieb, und mit der einzigen im Qualifying gewerteten Funktionsrunde stand das Team nur auf Position 122 und damit an vorletzter Stelle der Startaufstellung.

Oberheim übernahm Verantwortung

„Wir müssen auf jeden Fall schnell wieder nach vorne kommen“, war Moritz Oberheim entschlossen und übernahm die Verantwortung als Startfahrer. Als sich unmittelbar nach dem Startsignal vor ihm ein Unfall ereignete, reagierte er blitzschnell mit einem Ausweichmanöver, konnte so die Gefahrenstelle unbeschadet passieren und lenkte danach intuitiv auf die linke, eher unbefahrene Seite der Start-Ziel-Geraden. Dort blieb er eisern am Gas und jagte über die gesamte Gerade direkt an der Mauer entlang am kämpfenden Feld vorbei.

„Das war die perfekte Entscheidung“, freute er sich später, „ich konnte mit diesem Überraschungscoup schon circa 20 Autos direkt überholen.“ Am Ende der ersten Runde lag er bereits auf Platz drei der Cup-Wertung, in Runde vier kassierte er dann den Zweitplatzierten ein und kurz darauf in einem sehenswerten Sprintduell mit einem gekonnten Ausbremsmanöver auf der Start-Ziel-Geraden auch noch den Führenden.

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In seinem zweiten Stint lieferte sich Oberheim mit den Konkurrenten danach weitere beinharte Duelle, bei denen die Piloten teils zu dritt nebeneinander über die Döttinger Höhe rasten. Als der Schermbecker nach sechs Runden völlig geschafft aus dem Auto stieg, riss ihn Teamchef Fabian Finck begeistert in die Arme und rief: „Du bist einfach unglaublich.“

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Oberheims Teamkollegen Marc Ehret und Nico Otto behaupteten anschließend die Führung. Von Platz 122 gestartet, hatte das Team 94 Plätze gutgemacht und kam als 28. des Gesamtklassements ins Ziel. Nach dem zweiten Klassensieg ist FK Performance nun alleiniger Tabellenführer des BMW M2 Racing Cups, und Moritz Oberheim durfte zu Recht sagen: „Das war einfach nur gigantisch.“

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