Nacht der Revanche litt erstmals unter Regen

Radsport

Bei ihrer neunten Auflage erlebt die Nacht der Revanche am Samstag eine unliebsame Premiere. Erstmals fiel während des Radrennens rund um den Ortskern von Lembeck Regen.

LEMBECK

, 19.06.2016, 18:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nacht der Revanche litt erstmals unter Regen

Hannes Baumgarten (o.l.) und Tim Schlichenmaier (o.r.) triumphierten bei der 9. Nacht der Revanche für das Team Dachdecker Droste vor Dennis und Daniel Klemme (l.) vom Team Volksbank Lembeck sowie Petr Malan und Jiri Nesvada (r.) vom Team Kösters Bierstuben.

Zwei-, dreimal spannten die Zuschauer die mitgebrachten Regenschirme auf. Es blieb allerdings bei relativ kurzen Schauern. Halb so schlimm. Doch die Entscheidung, ob sie am Abend zur Strecke rund um die Laurentiuskirche kommen, hatten viele Besucher offenbar schon am völlig verregneten Vormittag getroffen. „Das passiert gegen 11 Uhr“, meinte Ludger Zens, einer der Sponsoren der Veranstaltung und beim Hobbyrennen selbst aktiv im Sattel. So säumten deutlich weniger Fans als in den Vorjahren die Strecke. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch.

Souveräne Moderatoren

Das lag zum einen am souveränen Moderatoren-Team. Neben Detlef Weiß aus Essen, der wie immer das Kinder- und das Hobbyrennen kommentierte, hatte sich Organisator Michael Zurhausen in diesem Jahr den Bielefelder Hennig Thomm mit ins Boot geholt. Der fütterte das Publikum ohne Pause mit Infos zu den Fahrern und den Rennen. So konnten auch Radrenn-Laien nachvollziehen, dass der einsetzende Regen beim Mannschaftszeitfahren ein deutlicher Vorteil für die Teams war, die vorher noch auf trockener Strecke fahren konnten. Dass Hannes Baumgarten und Tim Schlichenmaier mit 2:05,94 min die bis dahin gültige Bestzeit von Julian Hellmann und Marvin Pfanschilling (2:06,41 min) auf regennasser Bahn knackten, war deshalb umso bemerkenswerter.

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9. Nacht der Revanche in Lembeck

Die 9. Auflage der Nacht der Revanche litt am Samstag erstmals unter Regenwetter. Das Radrennen rund um den Ortskern von Lembeck bot trotzdem wieder einen gelungenen Mix aus Leistungssport, Gaudi und Lokalkolorit.
19.06.2016
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© Joachim Lücke
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Schlagworte Dorsten, Lembeck

Hannes Baumgarten spielte anschließend auch beim Punktefahren eine gute Rolle und wurde Vierter. Hier sicherte sich der Tscheche Tomas Holub mit klarem Vorsprung den Sieg und bewies damit, dass Promoter Michael Zurhausen bei der Verpflichtung von Holub und drei weiteren Fahrern von Sparta Prag einmal mehr einen guten Qualitätsriecher gehabt hat.

Der Kontakt der Elite-Fahrer zum Publikum hätte kaum besser sein können. Nur zu gerne machten die Topfahrer vor jedem Start an der Bande Station und ließen sich von einigen weiblichen Fans mit Weingummi dopen. Doch für die gute Laune bei den Zuschauern waren längst nicht nur die Spitzenfahrer verantwortlich.

Der König gewinnt

Dass das Gästerennen eine „abgekartete“ Sache war, störte keinen. Im Gegenteil: „Da gewinnt der König. Basta!“, erläuterte Klaus Harks die Regeln dieses „Wettbewerbs“. Dass Lembecks Schützenkönig Manfred Schmitz nicht einmal Muskelkraft einsetzte, sondern mit dem Segway an seinem Volk vorbei rollte? Egal!

Emotionale Glanzlichter setzten einmal mehr die Jüngsten. Beim Kinderrennen drehte ein Knirps mit seinem Laufrad gleich um und fuhr lieber zurück zu Mama und Papa, und auch die anderen zeigten beim Überfahren der Ziellinie alles: die geballte Beckerfaust, das abrupte Bremsen bis zum Stand zwei Meter hinter oder auch das erschöpft gelangweilte Ausrollen noch zehn Meter vor der Linie. Und als die dreijährige Flora, die zwischenzeitlich schon fast vermisst gemeldet wurde, nach fünf Minuten doch noch zur Siegerehrung ins Ziel fuhr, war sie eine der ganz großen Siegerinnen des Abends.

Packendes Finale

Von denen gab es aber natürlich auch bei den „Großen“ noch eine ganze Reihe. Im Hobbyrennen hatte der Hertener Patrick Anderle die Nase vor Arnd Krause aus Schermbeck und Marcel Wittkowski aus Dorsten. Und schließlich starteten die Elite-Fahrer zum großen Finale über 60 Runden. Nach vielen Ausreißversuchen schälte sich dabei eine sechsköpfige Spitzengruppe heraus, die den Rest des Feldes sogar überrundete. In der Schlussphase des Rennens wurden die Überrundeten deshalb aus dem Rennen genommen, so dass die Fans das spannende Finish besser verfolgen konnten. Zwei Runden vor Schluss zog der Berliner Hans Pirius vom Team Lehmbrock den Schlussspurt an und nur der Landshuter Hannes Baumgarten vom Team Droste konnte folgen. Aus einem Fotofinish wurde aber nichts: Pirius sprang beim Schalten in der letzten Runde die Kette vom Zahnkranz und Baumgarten fuhr einem ungefährdeten Sieg entgegen, den er im Ziel mit seinem freudestrahlenden „Teamchef“ Franz Droste feierte.

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