Nürburgring erlebt gelungenen Saisonstart

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Beim Saisonauftakt der Nürburgring Langstrecken-Serie gab es am Wochenende viele strahlende Gesichter. Eines davon gehörte dem Schermbecker Moritz Oberheim.

Schermbeck

, 30.06.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wir haben einen fantastischen Renntag hinter uns. Mein größter Dank gilt heute den Fans, die das Rennen im Livestream zu zuhause verfolgten“, sagte Christian Stephani, Geschäftsführer Veranstaltungs- und Vermarktungs-GmbH der Nürburgring Langstrecken-Serie , nachdem die am Samstag ihr Saisondebut und ihr Comeback nach der Corona-Pause gefeiert hatte.

Das umfangreiche Hygiene- und Sicherheitskonzept ohne Zuschauer und mir neuer Outdoor-Boxengasse im geräumigeren Fahrerlager hatte sich bei der 51. ADAC Rundstrecken Trophy bestens bewährt. Den sieben weiteren Veranstaltungen der Rennserie scheint nichts im Wege zu stehen.

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Mittendrin im actionreichen Renngeschehen war der Schermbecker Moritz Oberheim, der zusammen mit seinem neuen Teamkollegen Heiko Eichenberg im stark besetzten „BMW M240i Racing Cup“ einen Podiumsplatz erkämpfte.

Verzichten musste er dabei allerdings auf seinen geplanten Zweitstart, denn der dafür vorgesehene BMW 325i E90 verunfallte im Training und konnte nicht mehr schnell genug hergerichtet werden.

Beim ersten offiziellen Qualifying am Samstagmorgen fuhr Oberheim als einer der Ersten im „Cup“ raus auf die Strecke, hatte aber schon zu Beginn mit viel Verkehr und Nieselregen zu kämpfen. Auf trockener Strecke fuhr danach Teamkollege Eichenberg mit 9:13 min einen sicheren zweiten Platz in der Startaufstellung heraus, der dem Team für das Rennen alle Möglichkeiten eröffnete.

Startfahrer Eichenberg, verlor dann aber schon kurz nach dem Start in der „Mercedes-Arena“ einen Platz und hing danach lange hinter dem Konkurrenten fest. Erst in seiner vierten Runde gelang ihm das entscheidende Überholmanöver, doch da war der Spitzenreiter schon auf rund 20 Sekunden enteilt.

Eichenberg hielt sich trotzdem mit schnellen Zeiten im Rennen und übergab nach sieben Runden das Cockpit an Oberheim. Der war „hoch motiviert und positiv aufgeregt, endlich wieder im Rennen zu sein“.

Schon auf den ersten Metern wich die Aufregung der gewohnten Rennroutine und nach der Grand- Prix-Runde fühlte er sich sehr wohl im Auto. Beim Abbiegen auf die Nordschleife hatte er schon ein leichtes Grinsen im Gesicht, und dann ging alles rasend schnell: Hatzenbach, Flugplatz, und schon am Schwedenkreuz fuhr Oberheim bereits wieder „volle Attacke“, um den Abstand zum Führenden zu verringern.

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Doch das war diesmal nicht so einfach, denn er hatte unterwegs sehr viel Verkehr. Fast auf jeder Runde traf er an den entscheidenden Stellen wie der Ausfahrt „Galgenkopf“ oder im Bereich „Bergwerk“ auf langsamere Fahrzeuge. Später wurde es für ihn bei Tempo 230 sogar noch einmal richtig haarig, als er in einer der schnellen Linkskurven nach der „Fuchsröhre“ einen Porsche Cayman überholen wollte. Oberheim erklärt: „Ich war aus dem Windschatten heraus praktisch schon daneben, als der plötzlich nach links rüberzog.“

Doch damit nicht genug, gab es in seiner siebten und letzten Runde auch noch ein technisches Problem mit der neu im Fahrzeug installierten Funkanlage. Oberheim hörte dadurch die Aufforderung „Box, Box, Box“ einen Moment zu spät und musste, schon an der Boxeneinfahrt vorbei, noch eine zusätzliche Grand-Prix-Runde fahren, um die rettende Box zu erreichen und nicht mit Spritmangel liegen zu bleiben.

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Eichenberg, der das Drama mitverfolgte, blieb ruhig und legte danach erneut mit schnellen Runden sofort wieder nach. Er hatte im Vergleich zu Oberheim weitestgehend „freie Bahn“ und konnte sogar den Speed an der Spitze mitgehen. Um 15.30 Uhr übergab er erneut auf Platz drei liegend das Cockpit an Oberheim, der für einen letzten Angriff noch mal alles in die Waagschale werfen wollte. Doch als nach allen Boxenstopps die bereinigten Zeiten auf den Monitoren erschienen, war klar: Der Abstand war einfach zu groß.

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So brachte Oberheim den Boliden in gewohnt sicherer Manier auf dem dritten Platz über die Ziellinie. Er sagte später: „Am Ende hat uns nur die Zeit der Zusatzrunde auf die Sieger gefehlt“. Auch im AVIA Sorg Team zog man ein positives Fazit: „Wir haben gezeigt, dass wir auch aus eigener Kraft siegen können.“

Bereits in zwei Wochen geht es in der NLS mit einer Doppelveranstaltung, bestehend aus dem 60. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen am Samstag und dem 52. ADAC Barbarossapreis am Sonntag, weiter.

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