Am Nürburgring fehlen Moritz Oberheim nur 25 Sekunden

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Kaum Fans, dafür jede Menge Regen – das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring schrieb in diesem Jahr einmal mehr seine ganz eigenen Geschichten. Auch für den Schermbecker Moritz Oberheim.

Schermbeck

, 29.09.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das werden schwierige 24 Stunden“, ahnte Moritz Oberheim schon vor Beginn des eigentlichen Rennklassikers auf dem Nürburgring. Im Qualifying hatte der Schermbecker für das „Avia Sorg Racing Team“ mit seinem BMW M240i den zweiten Startplatz herausgefahren. Aber ein erster „Feindkontakt“ und das regnerische Wetter hatten ihm da schon einen Vorgeschmack auf das gegeben, was kommen sollte.

Schon zu Beginn des Rennens herrschten durch die aufspritzende Gischt auf der Strecke sehr schlechte Sichtverhältnisse. Die meisten anderen Fahrer schien das aber nicht zu beeindrucken. „Die haben alle voll reingehalten“, meinte Moritz Oberheim, „es hat überhaupt keinen Sinn gemacht, in dieser frühen Phase mit Gewalt seinen Platz zu verteidigen.“

Moritz Oberheim

Moritz Oberheim gab beim 24-Stunden-Rennen alles. Doch der Rückstand seines Teams vor seinem letzten Einsatz war bereits zu groß. © Horst Lehr

Beim Fahrerwechsel nach sechs Runden riet er seinem Teamkollegen Ivan Berets deshalb: „Mach einfach ruhig weiter.“ Berets hielt sich daran, übergab ebenfalls als Zweiter an Heiko Eichenberg, und der und Oberheim erkämpften bis zum Abend nicht nur die Führung, sondern fuhren auch 40 Sekunden Vorsprung heraus. Doch die lösten sich im Regen in Nichts auf.

Weil zuviel Wasser auf der Fahrbahn stand, unterbrach die Rennleitung das Rennen gegen 22.30 Uhr. Für Oberheim, der durch seine beschlagene Frontscheibe kaum noch etwas gesehen hatte, auf der einen Seite eine Erlösung. Doch beim allgemeinen Neustart am Sonntagmorgen war der zuvor herausgefahrene Vorsprung natürlich futsch.

24-Stunden-Rennen 2020, Boxenstopp Moritz Oberheim

Bei den Boxenstopps wurde fieberhaft gearbeitet. Gegen den strömenden Regen half aber am Ende keine Technik mehr. Das Rennen musste unterbrochen werden. © Horst Lehr

Trotzdem blieb Ivan Berets aussichtsreich unterwegs und übergab auf Position zwei liegend an Heiko Eichenberg. Doch bei dessen Turn verpassten Fahrer und Team den richtigen Zeitpunkt, um bei trockener werdendem Wetter von Regenreifen auf Slicks zu wechseln. Während Eichenberg noch eine weitere Runde fuhr, hatte die Konkurrenz den Boxenstopp schon vollzogen und setzte sich nun unaufhaltsam ab. Als Moritz Oberheim zu seinem Schluss-Turn ins Cockpit stieg, hatte er zwei Minuten Rückstand. Unter normalen Umständen uneinholbar.

Das wusste auch Teamchef Daniel Sorg. Trotzdem gab er dem Schermbecker mit auf den Weg: „Moritz, gib alles!“ Und Oberheim gab alles. Doch mehr als 25 Sekunden konnte er nicht mehr gutmachen.

Jetzt geht es wieder um die NLS-Führung

Ivan Berets brachte den Boliden schließlich als Schlussfahrer auf Rang zwei über die Ziellinie, mit 25 Sekunden Rückstand. Der Jubel über das an sich gute Ergebnis fiel verhalten aus. Eigentlich hatte sich das Team den Klassensieg zum Ziel gesetzt. „Es war ein extremes Rennen, mit tollem Teamgeist. Leider hat es am Ende nicht mehr ganz zum Sieg gereicht“, sagte Moritz Oberheim.

Jetzt wollen er und Heiko Eichenberg aber ihre Führung in der Klassenwertung der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) ins Ziel bringen. Nächster Renntermin ist hier der 24. Oktober.

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