Olympia wird verschoben: So geht es nun für drei mögliche Teilnehmer aus Dorsten weiter

Tokio 2020

Jason Osborne, Christopher Reinhardt und Christina Honsel waren schon qualifiziert oder hatten gute Aussichten, sich für Tokio 2020 zu qualifizieren. Nun wird Olympia verschoben.

Dorsten

, 25.03.2020, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Thomas Bach, Präsident des IOC, verkündete die Entscheidung, Olympia 2020 aufs kommende Jahr zu verschieben.

Thomas Bach, Präsident des IOC, verkündete die Entscheidung, Olympia 2020 aufs kommende Jahr zu verschieben. © dpa

Sie befürchteten es schon, nun haben sie Gewissheit. Olympia 2020 in Tokio fällt aus – oder besser: wird verschoben. Im kommenden Jahr soll die Olympiade nachgeholt werden. Was das für Dorstens mögliche Olympiateilnehmer Christopher Reinhardt, Christina Honsel und Jason Osborne bedeutet? Vor allem eines: Erleichterung.

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„Mir bedeutet die Verschiebung vor allem Sicherheit“, sagt Christopher Reinhardt. Der Dorstener Ruderer hatte sein Olympia-Ticket noch nicht sicher. Er hätte Mitte Mai um seine Qualifikation auf dem Rotsee in Luzern kämpfen müssen. Bereits die wurde abgesagt. Die Ungewissheit, wie es weitergeht, hat nun ein Ende.

„Fair wäre was anderes gewesen“

Zusätzliche Erleichterung spürt der Ruderer, „da die Olympiade einfach keinen Sinn gemacht hätte“. Eine richtige Vorbereitung, selbst wenn er sich qualifiziert hätte, wäre nicht möglich gewesen. „Einige dürfen trainieren, andere nicht mehr. Dopingkontrollen sind auch ausgesetzt“, sagt Reinhardt. „Fair wäre was andere gewesen.“

Christopher Reinhardt ist erleichtert aufgrund der Absage der Olympiade 2020 in Tokio.

Christopher Reinhardt ist erleichtert aufgrund der Absage der Olympiade 2020 in Tokio. © Archiv

In dieser Situation sei es die beste Lösung, Olympia abzusagen, sagt Reinhardt. Das sieht auch sein Kompagnon Jason Osborne so. „Es ist das Beste, was passieren konnte“, so Osborne. Der zweite Weltklasse-Ruderer aus Dorsten hatte im Gegensatz zu Reinhardt sein Olympia-Ticket bereits gebucht.

Bereits als die Entscheidung noch nicht feststand, hatte er innerlich mit der Olympiade in diesem Jahr abgeschlossen. Nun hat sich seine Befürchtung bewahrheitet.

Das neue Ziel sei, sich bestmöglich auf das kommende Jahr vorzubereiten

Wie es nun für Osborne, der nach Olympia auf das Rad umsteigen wollte, diese Pläne nun aber über den Haufen werfen muss, weitergeht? „Ich setze mir nun neue Ziele und Motivationen.“ Bestmöglich auf das kommende Jahr vorbereiten, das ist nun für die Ruderer Dorstens die Maxime.

Trainieren kann Jason Osborne (v.) derzeit nur auf dem Ruder-Ergometer oder auf dem Rad.

Trainieren kann Jason Osborne (v.) derzeit nur auf dem Ruder-Ergometer oder auf dem Rad. © picture alliance / dpa

Osborne will nun an seinen Schwächen arbeiten. „Ich will in der Zeit das Beste aus mir rausholen und will schauen, was ich optimieren kann.“ Dazu zählt er seine Physis, die er weiter trainieren möchte. Er setzt sich aber auch neue Ziele auf dem Rad. „Aufs Wasser kann ich derzeit ja nicht.“

Um seine Rudertechnik zu verbessern, setzt Osborne dagegen auf seinen Ruder-Ergometer. Da kann er indoor für sich alleine trainieren. „Und versuchen, neue Bestzeiten rauszuholen“, so der Ruderer.

„Training ist jetzt erstmal nur im Wald oder zuhause möglich. Das ist schwierig.“
Christina Honsel, Hochspringerin

So viele Trainingsmöglichkeiten stehen der dritten möglichen Olympionikin aus Dorsten, der Hochspringerin Christina Honsel, nicht zur Verfügung. „Training ist jetzt erstmal nur im Wald oder zuhause möglich. Das ist schwierig“, sagt sie. An Hochsprung ist derzeit nicht zu denken. „Das wird auch noch ein bisschen dauern, bis man wieder springen kann“, so Honsel.

Auch Christina Honsel ist froh, dass die Olympiade verlegt wurde.

Auch Christina Honsel ist froh, dass die Olympiade verlegt wurde. © Ralf Görlitz

Dass Olympia verschoben wurde, bewertet sie wie Dorstens Ruderer positiv. „Ich habe mich geärgert, dass das noch nicht viel früher passiert ist“, sagt sie weiter. Auch Honsel spricht die unfaire Vorbereitung als Thema an. „Doping wird außerdem auch noch ein ganz großes Thema.“

Hoffnung dagegen hat sie, dass möglicherweise die EM im September stattfinden kann. Bis dahin gilt auch für sie: Sich bestmöglich auf kommende Aufgaben vorzubereiten. Alles andere ist nicht in der Hand der Dorstener.

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