Pakt für den Sport stößt auf Widerstand

Sportausschuss Dorsten

DORSTEN Stadtsportverbands-Vorsitzender Helmut Winkler stößt mit dem von ihm angeregten „Pakt für den Sport“ auf Widerstand.

von Von Andreas Leistner

, 09.03.2010, 18:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Helmut Winkler wirbt für den Pakt.

Helmut Winkler wirbt für den Pakt.

Sportdezernent Gerd Baumeister begrüßte zwar die Anregung, gab aber zu bedenken: „Faktisch ist die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Verwaltung in den letzten Jahren schon sehr gut gewesen. Dass es in einer Stadt einen Pakt für den Sport gibt, muss ja auch nicht automatisch heißen, dass dort mehr liefe als in Dorsten.“ Baumeister sieht vor dem Hintergrund der Dorstener Überschuldung vor allem die Gefahr, „dass durch ein solches Vertragswerk Erwartungen geweckt werden, die die Verwaltung nicht einlösen kann“.

Auch von anderer Seite regte sich Kritik. Der frühere Sportkoordinator Hans Fogler, als sachkundiger Bürger nun Mitglied des Sportausschusses, sieht den SSV mit seiner Anregung zwar auf dem richtigen Weg. Ein solcher Pakt müsse aber in gemeinsamer Gesprächsrunde von Vereinen, Verwaltung und SSV erarbeitet werden und dürfe nicht allein vom SSV als Vorlage im Ausschuss präsentiert werden. Fogler warnte zudem vor einer Mehrbelastung der ehrenamtlichen Helfer in den Vereinen. Insbesondere in den Fußballvereinen sei die Grenze der Belastbarkeit teilweise erreicht. Helmut Winkler stellte daraufhin klar, dass aus dem Pakt keine finanzielle Mehrbelastung der Vereine erwachsen soll: „Wir brauchen aber eine ganzheitliche Lösung mit dem Stadtsportverband als Dachorganisation und Vertreter aller Dorstener Sportvereine. Es darf keine Einzellösungen mehr geben, bei denen nur die etwas bekommen, die am lautesten bellen.“ Weitere Themen des Sportausschusses waren die Verteilung der Mittel aus der Sportpauschale, insbesondere für den Kabinenneubau in Deuten, sowie verschiedene Anfragen.

Im Falle des Kabinen-Bauprojektes des SV Rot-Weiß Deuten konnte Dezernent Gerd Baumeister beim Verein „keine Euphorie wecken. Eher im Gegenteil“. Durch die Überschuldung der Stadt müsse die Kommunalaufsicht bei der Maßnahme sowohl die Investitionen als auch die Kreditaufnahme genehmigen. Verwaltung und Verein treffen sich aber in dieser Woche zu weiteren Gesprächen. Einig waren sich Ausschuss-Mitglieder und Verwaltung darin, dass die renovierte Gesamtschulhalle Wulfen (GSW) schnellstmöglich einen Hausmeister brauche. „Ob die Aufgaben wie in der Julius- und der Petrinumhalle einem Verein übertragen werden, wird derzeit geprüft“, erklärt Gerd Baumeister auf Anfrage. Ebenfalls in der Prüfungsphase befindet sich die Suche des Schieß-Sport-Clubs Wulfen nach einer neuen Heimat nach Schließung der Matthäusschule. Im Raum stehen ein An- oder Neubau am Sportplatz Wittenbrink sowie eine die Integration in ein umgebautes Kabinengebäude der Fußballer. 

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